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Anderson vor dem Belmarsh-Gefängnis.

Aktivistin

„Er ist ein guter Mann“

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Wie Pamela Anderson Julian Assange und die Welt retten will.

Die meisten kennen Pamela Anderson (51) aus der Fernsehserie Baywatch, in der sie bis 1997 die Rettungsschwimmerin Casey gab. Anderen ist sie eher als Cover-Girl vom Playboy bekannt – 14 Mal schaffte es die US-Schauspielerin auf den Titel. Daneben füllte sie die bunten Blätter mit vier skandalträchtigen Ehen und zahllosen Liebhabern.

Pam-Fans wissen aber auch: Sie ist eine flammende Tier- und Umweltschützerin; seit ihrer Kindheit isst sie nur vegetarisch. Und – Pamela Anderson setzt sich genauso leidenschaftlich für gesellschaftliche und politische Anliegen ein, was freilich,angesichts ihrer körperlichen Attribute leicht untergeht.

Es geht Pam tatsächlich weniger um Äußerlichkeiten als um soziale Gerechtigkeit, das beweist sie immer wieder durch ihre Auftritte. So stellte sie sich beispielsweise an die Seite der Gelbwesten-Proteste in Frankreich, obwohl sie Gewalt entschieden ablehnt. Sie prangert dabei immer wieder die „strukturelle Gewalt der französischen und globalen Eliten“ an; die soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeit, vor allem aber fordert sie eine demokratischere Europäische Union, die nicht mit Europa zu verwechseln sei. Und seit gestern wissen wir auch: Sie bangt um das Leben von Wikileaks-Gründer Julian Assange, der seit dem 11. April in London im Gefängnis sitzt und inzwischen zu 50 Wochen Haft verurteilt wurde, weil er gegen Kautionsauflagen in Großbritannien verstoßen hat.

Am Dienstag hat Pamela Anderson ihren Freund in London im Gefängnis besucht und gab danach vollkommen aufgelöst ein Interview. „Wir müssen sein Leben retten. So ernst ist die Lage.“ Der Gang durch die Haftanstalt sei „schockierend“ gewesen, gab Anderson vor dem Belmarsh-Gefängnis zu Protokoll.

Sie hatte den 47-jährigen Australier bereits mehrfach während seines Aufenthalts in der Botschaft von Ecuador besucht und bricht für Assange eine Lanze: „Er ist ein guter Mann, er ist ein unglaublicher Mensch. Ich liebe ihn. Ich kann mir nicht vorstellen, was er durchmachen musste. Er hat viel geopfert, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.“

Noch sei Julian nicht gebrochen, weil er ein extrem widerständiger Mensch sei, aber angeschlagen, meinte Wikileaks-Sprecher Kristinn Hrafnsson, der Pamela Anderson begleitet hatte. Sie bat indes auch den ganzen Rest der Welt um Hilfe: „Assange ist unschuldig, es ist unfair! Er verdient die Wahrheit!“, so die Aktivistin, „und wer immer etwas für ihn tun kann, bitte helft!“ Sie selbst fühlte sich nach dem Auftritt vollkommen niedergeschlagen, ja krank.

Am 30. Mai soll auch über den Auslieferungsantrag der USA verhandelt werden, um Julian Assange wegen der von Wikileaks veröffentlichten US-Dokumente zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak den Prozess machen zu können.

Gewiss ist, die Baywatch-Legende wird nichts unversucht lassen, um ihn zu retten! Und da weiß sie auch Modekönigin Vivienne Westwood an ihrer Seite, die auch schon einen Videoclip für Assange ins Netz gestellt hat.

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