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Palastgeschichten

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Von: Andreas Sieler

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Queen Elizabeth II. an ihrem Geburtstag.
Queen Elizabeth II. an ihrem Geburtstag. © dpa

Erst Fürstin Charlène, dann die Queen: Europas Höfe feiern und verschicken Tierbilder, einer Palastkatze dürfte der Spaß aber vergangen sein.

Was für eine Woche. Entspannt eingeleitet wurde sie zunächst mit einem Feiertag, und Feierlichkeiten sollten auch den weiteren Wochenverlauf maßgeblich prägen. Positive Nachrichten gab es zunächst aus dem Fürstenhaus im beschaulichen Monaco – wo Fürstin Charlène (44) nach langer Trennungsphase zum Osterfest wieder in den Kreis ihrer Familie zurückkehrte. Der Fürstenpalast ließ selbstverständlich die Gelegenheit nicht verstreichen, gleich mehrere Fotos von Charlène mit Ehemann Fürst Albert II. (64) und ihren siebenjährigen Zwillingen Gabriella und Jacques rauszulassen – auf dem Rasen vor dem fürstlichen Swimmingpool unter Palmen nebst großem Porzellanosterhasen. Klare Message: Das ist das pure Familienglück – Schluss mit Spekulationen, bitte.

Auch in einem anderen königlichen Palast knallten die Korken: die Monarchin aller Monarchinnen, Queen Elizabeth II. , feierte schließlich am Donnerstag Geburtstag Nummer 96. Nachdem man zuletzt mit der fragwürdigen Rolle des Queen-Lieblingssohns Prinz Andrew (62) an Prinz Philips Gedenkfeier sowie einem Überraschungsbesuch von Enkel Harry (37) samt Gattin Meghan (40) bei der Boulevardpresse Steilvorlage um Steilvorlage ablieferte, waren die Bilder, die uns nun erreichten, doch relativ unverfänglich: ein bisschen Kanonengeballer und ein Foto der Königin mit Bybeck Katie und Bybeck Nightingale , zwei ihrer schneeweißen Ponys. Tiere kommen eben immer gut an.

Das eigentliche, wohlgemerkt traurig-herzzerreißende Highlight aller Palastgeschichten in dieser Woche hatte sich allerdings in der kroatischen Hafenstadt Dubrovnik zugetragen. Dort bewegt das Schicksal der 17(!)-jährigen Straßenmieze Anastasia das Land. Lebte doch die alternde Streunerin bislang in einem Holzpalästchen unter den Bögen des berühmten Rektorenpalasts. Tierliebhaber Srdjan Kera hatte ihr diese hölzerne Unterkunft im Stil des Palastes – halb Gotik, halb Renaissance – eigens gezimmert.

Nun musste die Katze allerdings ihre Luxusherberge räumen, da die Herzen der Entscheidungsträger:innen des im Palast ansässigen Kulturhistorischen Museums offenbar nicht für Katzen schlagen: Die Holzhütte beeinträchtige das „einzigartige und historische Stadtbild“ – also weg damit. Und Anastasia? Sitzt auf der Straße, gibt sich aber nicht so einfach geschlagen: Auf ihrer Facebookseite erobert sie weiter zahlreiche Herzen und in einer Onlinepetition sammelt sie Tausende Stimmen für ihre Forderung – den Wiederaufbau ihres Katzenpalastes.

Selbst Bürgermeister Mato Frankovic (40) sah sich zwischenzeitlich zu einer Rechtfertigung gezwungen: Dubrovnik gehe gut mit seinen streunenden Katzen um, keine müsse hungern – „aber warum müssen wir sie jetzt auch noch beherbergen?“ Die Wählerschaft findet zur Beantwortung dieser Frage wohl zahlreiche Gründe. In der Onlineumfrage einer Lokalzeitung votierten 90 Prozent der 4500 Teilnehmenden für das Recht der Streunerin, ihr fürstliches Dasein unter den Bögen des Palastes fortzuführen. Andreas Sieler

Anastasia in ihrem Palast.
Anastasia in ihrem Palast. © AFP

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