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In Sicherheit: Kinder in einem Evakuierungszentrum.

Tropensturm

"Pabuk" zieht über Thailand

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Der Tropensturm erreicht das asiatische Land. Mindestens zwei Menschen wurden bislang getötet. Urlauber sitzen fest.

Die dunklen Wolken am Himmel lassen das Schlimmste befürchten. Es gießt in Strömen. Drei Meter hohe Wellen im sonst eher friedlichen Golf von Thailand donnern ohne Unterlass gegen die Küste. Stunde um Stunde fressen die Wellen ein weiteres Stück des Sandstrands in Kho Khao auf. An einer Stelle hat das Meer sich bis auf wenige Meter an eine Landstraße vorgearbeitet.

Schlechtes Wetter und die aufgewühlte See sind die Vorboten des tropischen Sturms „Pabuk“, der am Freitag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern nahe der Stadt Nakhon Si Thammarat Thailands Küste erreichte. Er hinterließ eine Spur der Verwüstung. In Kho Khao nahe dem kleinen Städtchen Langsuan im Süden der Provinz Chumphon wurde der Sturm gegen Mitternacht (Ortszeit) erwartet. Er soll zwölf Stunden lang wüten.

„Es wird schon nicht so schlimm werden“, hofft ein Vertreter der lokalen Behörden. Am Morgen pilgerte er von Haus zu Haus und erklärte unmissverständlich: „Auf Anordnung des Landkreises müssen sie am Freitagnachmittag das Haus räumen.“ Jetzt steht er neben einer Gemeinschaftsküche im buddhistischen Tempel, der auf einem hohen Felsenvorsprung liegt, und wartet auf die alarmierten Anwohner, die ihren Lebensunterhalt fast alle als Fischer verdienen. „Ich glaube, die kommen erst, wenn es kritisch wird“, sagt er.

Sam Gruber zeigt sich zu diesem Zeitpunkt auf der Ferieninsel Koh Samui bereits etwas erleichtert. „Das Schlimmste scheint vorüber. An der Küste hat es ganze Strandrestaurants weggewaschen“, erklärt er am Freitag gegenüber der FR. Acht Stunden gab es weder Strom noch Internet.

Kaum hat sich der Sturm etwas gelegt, kann sich der Betreiber eines kleinen Resorts, das am Hang eines Hügels liegt, kaum noch vor neuen Kunden retten. „Bei mir stehen Touristen jetzt Schlange, weil sie Panik bekommen haben und weg vom Strand wollen.“ Heimreisen können sie noch nicht, weil der Flugverkehr auf unbestimmte Zeit unterbrochen ist.

Laut Behörden soll es auf der Insel einen Toten gegeben haben. Ein russischer Familienvater war trotz roter Fahnen am Strand baden gegangen. Offenbar riss die Strömung ihn mit. Der Mann ertrank. In der südthailändischen Stadt Pattani indes ertrank ein Fischer, als sein Boot kenterte.

Noch am Freitagnachmittag riefen die Behörden per Lautsprecherwarnungen Küstenanwohner auf dem Festland auf, ihre Häuser zu verlassen. Während die meisten Thailänder gelassen reagierten, brach bei vielen Touristen Panik aus. 40 000 bis 50 000 von ihnen verließen in den vergangenen Tagen nach offiziellen Angaben Koh Samui und die Nachbarinsel Koh Phangan.

An der Westküste sitzen nun Tausende von europäischen Urlaubern fest, die teils mit schulpflichtigen Kindern aus dem kalten Europa in die tropischen Ferienorte Phuket und Khao Lak gereist waren. Zwar wird erwartet, dass sich der Sturm auf seinem Weg über Thailand abschwächt. doch niemand kann vorhersagen, wie lange das Unwetter anhält. Unklar ist, ob sie mit dem Flugzeug abreisen können.

Thailands Ministerpräsident Prayut Chan-ocha hatte am Donnerstag ein Auslaufverbot für alle Boote und Schiffe an beiden Küsten des Landes erlassen. Am selben Tag musste die Marine dann mit zehn Schnellbooten auf den Inseln Koh Lipe und Koh Phi Phi insgesamt 700 Reisende einsammeln – sie wollten angesichts des heranrückenden „Pabuk“ in Sicherheit gebracht werden. Andere Touristen entschlossen sich dagegen, auf den Inseln auszuharren.

„Pabuk“, benannt nach einem riesigen Katzenfisch in Laos, ist nicht nur der erste massive Sturm in Thailand seit Jahrzehnten. Dezember und Januar gelten zudem als Hauptreisezeit in dem südostasiatischen Königreich, da die Temperaturen in dem Tropenland dann relativ gemäßigt sind und es eigentlich so gut wie keine Unwetter gibt.

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