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Das letzte "Tag" des Hamburger Sprayers.
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Das letzte "Tag" des Hamburger Sprayers.

Sprayer aus Hamburg

"OZ" ist tot

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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Der bundesweit bekannte Hamburger Graffiti-Sprayer "OZ" ist beim Sprühen an einer Bahnstrecke tödlich verunglückt. Lokalpolitiker und Hausbesitzer werden "Oz" kaum eine Träne nachweinen.

Wer Hamburg kennt, kennt Oz. Kein anderer Sprayer hat das Bild der Hansestadt in den letzten Jahrzehnten so stark geprägt wie Walter Josef Fischer, besser bekannt unter seinem Pseudonym „Oz“. Auf Wänden und Stromkästen, auf Brücken und Häusern hat er seine Tags zehntausendfach hinterlassen – meistens einfache Smilies oder die beiden verschlungenen Buchstaben O und Z, denen er seinen Künstlernamen verdankt.

Nun ist Fischer im Alter von 64 Jahren bei einem S-Bahn-Unfall ums Leben gekommen. Wie ein Sprecher der Hamburger Polizei bestätigte, wurde am späten Donnerstagabend zwischen den Haltestellen Hauptbahnhof und Berliner Tor ein lebloser Körper im Gleisbett entdeckt. Aufgrund eines Ausweises, einer Spraydose und eines frischen Tags in der Nähe habe man sofort gewusst, dass es sich um Oz handelte. Der Sprayer ist, so muss man es sagen, bei der Ausübung seiner Passion von der S-Bahn erfasst und getötet worden.

Lokalpolitiker und Hausbesitzer werden Oz kaum eine Träne nachweinen. Seine Tags sollen Sachschaden in sechsstelliger Höhe verursacht haben, immer wieder wurde er wegen Sachbeschädigung verurteilt, mehrfach saß er im Knast. Er selbst sah sich als „Kämpfer gegen die Normen der deutschen Sauberkeit und die Kommerzgier“, wie er einmal der „taz“ sagte. Alle Hamburger, die keine Stadt voller Glaskästen und Kommerz, sondern „dreckig bleiben“ wollen, werden Oz schmerzlich vermissen.

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