Leslie Mandoki

Orbán-Regierung finanziert Film mit Dschingis-Khan-Star

Der Musiker Leslie Mandoki spielt gelegentlich für den ungarischen Ministerpräsidenten auf. Jetzt bezahlt Viktor Orbáns Regierung für einen Film mit dem früheren Dschingis-Khan-Star.

Die ungarische Regierung um Viktor Orbán zahlt umgerechnet 735.000 Euro für einen Film über den Musiker Leslie Mandoki. Ende Februar beschloss die Regierung, 227 Millionen Forint für die Anfertigung eines „Konzertfilms über kulturell-künstlerische Veranstaltungen in Berlin, London und Paris“ bereitzustellen.

Mandokis Sprecherin bestätigte am Montag, dass es sich dabei auch um seine Konzerte handle, betonte aber, das Geld gehe an das ungarische öffentlich-rechtliche Fernsehen, das das Konzert in Berlin aufzeichnet, und nicht an Mandoki. Der Film drehe sich auch um andere Projekte, mit denen Mandoki, früher Frontmann der Band Dschingis Khan, nichts zu tun habe.

Das Geld wird laut Angaben im Ungarischen Amtsblatt dem Fonds für außerordentliche Regierungsmaßnahmen entnommen. Der Fonds dient in der Regel der schnellen Reaktion der Regierung auf unvorhergesehene Ereignisse wie etwa Naturkatastrophen. Die finanzierten Events stünden „im Zusammenhang mit dem Gedenken an die Revolution und den Freiheitskampf von 1956“.

Am Montagabend trat Mandoki unter anderem mit dem Trompeter Till Brönner und dem Jazzmusiker Klaus Doldinger im Berliner Konzerthaus auf. Der Musiker, der am Starnberger See lebt, gilt als Freund Orbáns, der wegen seines nationalistischen und flüchtlingsfeindlichen Kurses umstrittenen ist.

Gelegentlich sorgt Mandoki für die musikalische Begleitung symbolisch wichtiger Auftritte des ungarischen Ministerpräsidenten - so etwa 2015 bei der Einweihung des renovierten Burggarten-Basars, eines repräsentativen Baus der Orbán-Regierung am Fuß der Budaer Burg.

Seine Begeisterung für den Budapester Autokraten verhehlt Mandoki nicht. „Ebenso wie Frau Doktor Merkel ein Glücksfall für die Deutschen ist, so ist Viktor Orbán ein Glücksfall für die Ungarn“, sagte er im Oktober 2016 im Interview mit der Berliner „taz“. (dpa)

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