Christstern

Von der Opfergabe zum Deko-Klassiker

Die lange Karriere des Weihnachtssterns.

Von Carmen Peña und Denis Düttmann, dpa

Es leuchtet rot in Gartencentern, Blumenläden und Supermärkten. Der Christstern ist die wohl beliebteste Pflanze zu Weihnachten - weltweit. Ursprünglich stammt sie aus Mexiko. Die Azteken nannten sie „Cuetlaxóchitl“ (Blume, die welkt), weil ihre normale Lebensdauer nur wenige Monate beträgt. Die Azteken boten den Weihnachtsstern ihren Göttern als Opfergabe dar und nutzten ihn als Medizinpflanze. Alexander von Humboldt brachte ihn 1804 erstmals nach Europa.

Auch die spanischen Kolonialherren fanden Gefallen an der Pflanze mit den intensiv roten Hochblättern. „Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert schmückten die Franziskanermönche die Weihnachtskrippen mit den Christsternen“, sagt Pflanzenzucht-Professor Armando Espinosa von der Universität Chapingo in Mexiko.

Die Legende besagt, dass einst ein armes Mädchen an Weihnachten traurig zur Kirche ging, weil sie kein Geschenk für das Jesuskind hatte. Sie pflückte einige Pflanzen am Wegesrand und band sie zu einem Strauß. Als sie das Gebinde vor dem Altar niederlegte und ihre Tränen auf die Blumen fielen, leuchteten die Blätter plötzlich in strahlendem Rot. Das Wunder des Weihnachtssterns begründete den Mythos in Mexiko. Allein in dem Land werden in der Vorweihnachtszeit rund 35 Millionen Christsterne verkauft.

Aber es war ein Deutscher, der dem Christstern zu seinem weltweiten Siegeszug verhalf. Paul Ecke war 1906 mit seiner Familie nach Kalifornien ausgewandert. Mit seinem Unternehmen hatte er die Idee, den Christstern als Zierpflanze für die Weihnachtszeit zu vermarkten. Er schickte Christsterne an Fernsehstationen und die Redaktionen von Frauenzeitschriften, um die Pflanze als Weihnachtsdekoration zu etablieren.

In den USA ist der Weihnachtsstern heute die meist verkaufte Topfpflanze. In Deutschland wurden 2015 rund 35 Millionen Exemplare verkauft, europaweit waren es knapp 110 Millionen Pflanzen.    

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