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Virologe Stöhr schießt gegen Christian Drosten: „Kann das nicht mehr hören“

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Von: Tobias Utz

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Klaus Stöhr
Virologe Klaus Stöhr bei Markus Lanz. (Archivfoto) © Teutopress GmbH/Imago Images

Das Coronavirus verändert sich und entwickelt hochinfektiöse Varianten. Was Virologe Christian Drosten dazu sagt, kritisiert sein Kollege Stöhr scharf.

Frankfurt – Die Omikron-Variante des Coronavirus sorgt weiterhin für hohe Fallzahlen in Deutschland. Hinzu kommt eine neue Subvariante „BA.2“ der Corona-Mutante, die allerdings bislang kaum erforscht ist. Das Robert Koch-Institut nannte vor kurzem gegenüber unserer Redaktion erste Details. Christian Drosten, Virologe an der Charité Berlin, ordnete im NDR-Podcast „Coronavirus Update“ die Lage ein: „Der Motor, der hat schon ein paar PS mehr“, erklärte Drosten in Bezug auf die eigentliche Omikron-Variante. Bei „BA.1“ sei er hingegen der Auffassung, dass die Variante der Immunantwort des Körpers ausweichen könne, weshalb sie sich so schnell ausbreite.

Drostens Omikron-Prognose konterte Virologe Klaus Stöhr. „Ich kann diese Semantik nicht mehr hören: ‚Noch ansteckender‘ - ‚dramatisch ansteckender‘“, sagte er dem TV-Sender Welt. „Die Infektiosität sagt ja nichts darüber aus, wie groß die Krankheitslast wird“, sagte er. Der Wert helfe hingegen bei der Abschätzung, wie viele Menschen sich rasch mit der Corona-Variante infizieren könnten.

Corona-Variante Omikron – Booster-Impfung entscheidet über Covid-19-Verlauf

„Aber wir sehen ja jetzt, dass die Hospitalisierungsrate oder die Einweisung in Krankenhäuser selbst in den Ländern, die eine vier- oder fünffach so hohe Inzidenz haben wie Deutschland, horizontal verläuft und nur leicht ansteigt“, erklärte Stöhr, der circa 15 Jahre für die Weltgesundheitsorganisation WHO tätig war, im Interview. Stöhr sorgte bereits vor wenigen Wochen für Aufregung: Damals gab er eine Prognose ab, wann die Corona-Pandemie vorbei sein könnte.

Der Bonner Virologe Klaus Stöhr im Interview mit dem Fernsehsender Welt.
Der Bonner Virologe Klaus Stöhr im Interview mit dem Fernsehsender Welt. © Screenshot: Welt

Corona-Variante Omikron: Keine Ansteckung mit demselben Subtypus

Laut dem Virologen sei vor allem eines klar: „Höhere Übertragbarkeit heißt nicht gleich schlechtere Situation.“ Entscheidend sei der Fortschritt der Impfkampagne und wie viele Menschen in Deutschland geboostert seien. „Es werden sich alle infizieren müssen, bevor wir zur Endemie kommen werden“, prognostizierte Stöhr. Dank mehrerer Impfungen sei das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf jedoch sehr gering.

Wer sich mit der Omikron-Variante infiziere, entwickle dadurch Antikörper. Das gelte auch für „BA.2“: Man könne sich nach einer Corona-Infektion nicht nochmals mit demselben Subtyp anstecken, so Stöhr. (tu)

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