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News-Ticker

Omikron-Variante: Auch Astrazeneca arbeitet an angepasstem Corona-Impfstoff

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  • Ares Abasi
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Die Omikron-Variante verbreitet sich weltweit. Großbritannien registriert so viele Corona-Neuinfektionen wie noch nie zuvor. Astrazeneca gibt Neuigkeiten bekannt. Alle Entwicklungen im Überblick.

  • Die neue Corona-Variante* Omikron verbreitet sich weltweit rasant.
  • Die Corona-Mutante Omikron scheint weitaus ansteckender als die bislang dominante Delta-Variante. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach* (SPD*) glaubt nicht daran, dass eine erneute Welle noch aufzuhalten sei.
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) fordert strenge Kontaktbeschränkungen von Bund und Ländern im Kampf gegen Omikron. Israel startet mit der vierten Corona-Impfung. Alle Informationen im Liveticker.

+++ 21.40 Uhr: Auch der Hersteller Astrazeneca will mit Forschenden der Universität Oxford an einem Corona-Impfstoff arbeiten, der an die neue Omikron-Variante angepasst ist. „Wir haben zusammen mit der Universität Oxford erste Schritte unternommen, um einen Omikron-Impfstoff zu produzieren, für den Fall, dass er benötigt wird“, teilte der Pharmakonzern am Mittwoch in einem Statement mit. Um dies einschätzen zu können, beobachte man die aktuelle Datenlage. Über weitere Details oder einen Zeitplan gab es zunächst keine weiteren Informationen. Auch den ursprünglichen Impfstoff hatten Immunologinnen und Immunologen der Universität Oxford gemeinsam mit dem britisch-schwedischen Konzern Astrazeneca entwickelt.

Ersten Erkenntnissen zufolge ist die Schutzwirkung der Astrazeneca-Impfungen vor einer Ansteckung mit der Omikron-Variante nach zwei Impfdosen deutlich schwächer als bei den bisherigen Varianten. Das ist auch bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna der Fall. Deren Hersteller arbeiten ebenfalls schon an Omikron-angepassten Impfstoffen. Die mRNA-Vakzine gelten als vergleichsweise leicht an neue Varianten anpassbar. Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ist ein sogenannter Vektorimpfstoff.
Er wird wegen vermehrten - wenn auch noch immer sehr seltenen - Nebenwirkungen bei Jüngeren in Deutschland mittlerweile nur noch für Menschen ab 65 Jahren empfohlen.

Astrazeneca will an einem Corona-Impfstoff arbeiten, der an die Omikron-Variante angepasst ist. (Symbolbild)

Omikron-Variante: Erstmals über 100.000 Corona-Neuinfektionen in Großbritannien

+++ 17.45 Uhr: In Großbritannien hat die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen erstmals die Schwelle von 100.000 überschritten. Es seien innerhalb von 24 Stunden 106.122 Ansteckungen registriert worden, teilte die Regierung am Mittwoch in London mit. Hauptgrund für die regelrechte Explosion der Infektionszahlen im Königreich ist die Omikron-Variante des Coronavirus.

Trotz der beunruhigenden Entwicklung hatte Premierminister Boris Johnson am Dienstag eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen für den größten Landesteil England für Weihnachten ausgeschlossen. Die Regierung will abwarten, bis es eine klare Datenlage dazu gibt, ob mit dem starken Anstieg der Infektionen auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen steigt.

Omikron-Variante: Zwei Faktoren machen Corona-Mutante so problematisch

+++ 15.25 Uhr: Die neue Corona-Variante namens Omikron verbreitet sich schneller als ihre Vorgänger. Außerdem scheint sie in der Lage, den Impfschutz zu umgehen. Zwei Faktoren, die „so problematisch“ sind, wie es Ralf Bartenschlager, Virologe vom Deutschen Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft, zum Ausdruck bringt. Vor allem die Ansteckungsrate bereitet ihm Sorgen. „Die Verdopplungszeit für Infektionen liegt bei nur zwei bis drei Tagen – ein enormer Wert“, so Bartenschlager in einem Interview, das die Helmholtz-Gesellschaft auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat.

Laut dem Experten gibt es aber auch Grund zur Hoffnung. Der Impfschutz steige nach aktuellem Kenntnisstand nach der Auffrischungsimpfung deutlich an. Die Impfung sei auch bei bereits von einer Corona-Erkrankung genesenen Personen sinnvoll. „Auch wenn Ungeimpfte einen Immunschutz aufbauen, wenn sie sich infizieren, tragen sie dabei aber ein viel höheres Risiko, schwer zu erkranken. Impfungen dagegen bauen die Abwehr schnell und sicher auf“, so Bartenschlager.

+++ 14.20 Uhr: Eine erneute Welle von Corona-Infektionen durch die neue Omikron-Variante ist nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nicht mehr aufzuhalten. Zwar gelinge es gerade, die Welle mit der Delta-Mutation in den Griff zu bekommen, sagte Lauterbach am Mittwoch in Berlin. „Nichtsdestotrotz müssen wir mit einer fünften Welle jetzt sicher rechnen“, ergänzte er. Man müsse davon ausgehen, „dass sich die Omikron-Welle in Deutschland nicht mehr verhindern lässt“.

Zur Vorbereitung auf diese Welle dienten die Maßnahmen, die am Dienstag von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen wurden, erläuterte Lauterbach. Demnach sollen ab dem 28. Dezember Clubs und Discotheken schließen und auch für Geimpfte wieder strenge Kontaktbeschränkungen gelten. Lauterbach betonte zudem die Notwendigkeit von Auffrischungsimpfungen, da Omikron nach Einschätzung der Experten den Impfschutz nach zweifacher Immunisierung umgehen kann.

Karl Lauterbach und Lothar Wieler sind sich in Sachen Corona-Maßnahmen nicht einig.

Omikron: US-Armee hat angeblich bereits Impfstoff gegen Variante entwickelt

Update vom 22.12.2021, 08.59 Uhr: Wissenschaftler des „Walter Reed Army Institute of Research“ sollen angeblich einen Impfstoff entwickelt haben, der gegen COVID-19 und alle seine Varianten, also auch Omikron, wirksam ist.

Dieser Erfolg sei das Ergebnis von fast zwei Jahren Arbeit an dem Virus, wie das US-Portal Defense One schreibt. Das Labor der US-Armee erhielt seine erste DNA-Sequenzierung des COVID-19-Virus nach Angaben von Defense One Anfang 2020. Die Abteilung für Infektionskrankheiten von „Walter Reed“ beschloss sich demnach schon sehr früh, sich auf die Entwicklung eines Impfstoffs zu konzentrieren, der nicht nur gegen den bestehenden Stamm, sondern auch gegen alle seine potenziellen Varianten wirkt.

Der Spike Ferritin Nanoparticle COVID-19-Impfstoff (SpFN) von „Walter Reed“ schloss Anfang dieses Jahres bei Tierversuchen mit positiven Ergebnissen ab. Phase 1 der Versuche am Menschen, bei denen der Impfstoff gegen Omikron und die anderen Varianten getestet wurde, wurde dem Bericht nach in diesem Monat abgeschlossen, ebenfalls mit positiven Ergebnissen, die nun abschließend geprüft werden. Dies bestätigte Dr. Kayvon Modjarrad, Direktor der Abteilung für Infektionskrankheiten von „Walter Reed“, in einem Exklusivinterview mit Defense One.

Dr. Kayvon Modjarrad (m.) spricht in einem Interview über die Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Omikron-Variante. (Archivbild)

Omikron-Variante: Israel will mit vierter Corona-Impfung starten

+++ 23.20 Uhr: Israel will über 60-Jährigen bereits die vierte Corona-Impfung anbieten. Grund dafür ist die Ausbreitung der hoch ansteckenden Omikron-Variante. Ein Expertengremium der israelischen Regierung empfahl am Dienstagabend (21.12.2021) außerdem, dass Mitarbeitende des Gesundheitssystems zum vierten Mal geimpft werden sollen. Dies berichtete die Deutsche Presse-Agentur.

Regierungschef Naftali Bennett rief alle Bürger und Bürgerinnen, die diese Kriterien erfüllen, dazu auf, sich impfen zu lassen. Er wies nach Angaben seines Büros die Krankenkassen an, sich auf eine weitere breite Impfkampagne einzustellen. Dies werde dabei helfen, „die Omikron-Welle zu überwinden, die die ganze Welt überschwemmt“, sagte Bennett. „Die israelischen Bürger haben als erste auf der Welt die dritte Impfdosis erhalten und wir führen weiter mit der vierten Impfung.“

Omikron-Variante in Israel: Vierte Corona-Impfung für über 60-Jährige und im Gesundheitswesen

Angesichts der Omikron-Ausbreitung beschloss das Corona-Kabinett in Israel außerdem am Dienstagabend neue Corona-Maßnahmen. In Schulklassen soll es zum Beispiel wieder Fernunterricht geben. Dies gilt für Orten mit hoher Inzidenz, in denen weniger als 70 Prozent der Schüler:innen eine Erstimpfung erhalten haben. Der Minister-Ausschuss beschloss zudem strengere Vorsichtsmaßnahmen in Einkaufszentren. Und ab Januar müssen Eltern die Kosten für Antigen-Tests für ihre Kinder selbst tragen.

Booster-Impfung gegen Corona: Ein Mann erhält in einem Krankenhaus in Israel seine dritte Impfdosis. Bald soll die vierte kommen. (Archivfoto)

Bei rund 200 Menschen in Israel ist bereits eine Infektion mit der Omikron-Variante nachgewiesen worden. Dazu kommen mehrere hundert Verdachtsfälle. Israel hat die vierte Corona-Welle bereits hinter sich. Die Infektionszahlen waren aber zuletzt wieder angestiegen. Nur rund 59 Prozent der 9,4 Millionen Israelis gelten noch als vollständig geimpft. Dazu gehören zweifach Geimpfte bis zu 6 Monate nach der Zweitimpfung und Menschen mit Booster-Impfung. 32 Prozent der Bevölkerung sind gar nicht geimpft. Bei neun Prozent ist die Gültigkeit der Impfung schon abgelaufen.

Omikron-Variante aggressiver: Scholz warnt vor massivem Anstieg der Corona-Zahlen

+++ 20.25 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz* (SPD*) hat die deutsche Bevölkerung auf einen gewaltigen Corona-Infektionsanstieg durch die Omikron-Variante vorbereitet. So werde durch Omikron die Zahl der Infektionen massiv ansteigen, sagte Scholz am Dienstag (21.12.2021) nach einer Ministerpräsidentenkonferenz von Bund und Ländern in Berlin. „Darauf müssen wir uns jetzt einstellen“.

Omikron sei aggressiver. Es könne sein, dass der Impfschutz durch diese Variante abgeschwächt werde. Erst eine Auffrischungsimpfung gebe einen einigermaßen ausreichenden Schutz. Scholz dankte zudem dem Corona-Expertenrat der Regierung, der am Sonntag (19.12.2021) Maßnahmen gegen Omikron vorgeschlagen hatte. Gleichzeitig verkündete der Bundeskanzler, dass die vierte Corona-Welle wegen der im November beschlossenen Corona-Maßnahmen langsam zurückgehe. Doch nun zeige sich: „So schnell wie erhofft ist es nicht vorbei.“

Omikron-Variante: WHO sieht „Sturm kommen“

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht die Omikron- Variante des Coronavirus auf einem bedingungslosen Vormarsch in Europa. Seit ihrer Identifikation vor nicht einmal vier Wochen sei die Virus-Variante in mindestens 38 der 53 Mitgliedstaaten der WHO-Region Europa entdeckt worden, sagte Regionaldirektor Hans Kluge am Dienstag.

Es gebe weiter viele offene Fragen zu Omikron, aber man wisse bereits heute, dass die Variante in Ländern wie Dänemark, Portugal und Großbritannien dominant werde oder schon jetzt dominant geworden sei. „Wir können einen weiteren Sturm kommen sehen“, sagte Kluge.

Innerhalb der nächsten Wochen werde die neue Variante in weiteren Ländern der Region dominieren und das ohnehin angespannte Gesundheitswesen noch weiter an seine Belastungsgrenzen bringen, sagte Kluge weiter. Omikron werde wahrscheinlich zur dominanten Variante werden, die in der europäischen Region zirkuliere. Zu dieser Region zählt die WHO neben der EU auch mehrere Länder weiter östlich, darunter zum Beispiel Russland, die Ukraine und die Türkei.

Omikron-Variante: Fachleute aus Südafrika mahnen zur Ruhe

Update vom Dienstag, 21.12.2021, 18.13 Uhr: Nachdem die Omikron-Variante des Coronavirus weltweit zu Wellen der Unruhe gesorgt hat, mahnen Fachleute aus Südafrika zur Besonnenheit. Die Omikron-Symptome seien viel milder, als bisher angenommen werde. Dies berichtete das Nachrichtenportal Al Jazeera. Zudem wird von Südafrika kritisiert, dass andere Länder zu Unrecht die strengsten Reisebeschränkungen für Südafrika auferlegt hätten, obwohl allgemein anerkannt ist, dass die Omikron-Variante nicht aus Südafrika stammt.

Dr. Angelique Coetzee, die südafrikanische Ärztin, die die Behörden zuerst auf das Vorhandensein der neuen Covid-19-Variante aufmerksam gemacht hatte, hat die Symptome von Omikron als „sehr, sehr mild“ im Vergleich zu denen der Delta-Variante beschrieben. Häufige Omikron-Symptome seien Muskelschmerzen, Müdigkeit, Halskratzen und Nachtschweiß. Wie die Deutsche Welle berichtete, löst die Omikron-Variante in Südafrika zwar steigende Infektionszahlen aus, aber offenbar weniger schwere Erkrankungen und Todesfälle als bei früheren Pandemie-Wellen.

Dr. Mike Ryan vom Gesundheitsnotfallprogramm der Weltgesundheitsorganisation (WHO), glaubt jedoch: „Es besteht kein Zweifel, dass die steigende Zahl und die Zahl der Infektionen in den kommenden Wochen zu weiteren Krankenhauseinweisungen führen werden.“

Omikron-Variante: Neue Studien aus Südafrika zur Corona-Mutante

Am 14. Dezember veröffentlichte Discovery Health, Südafrikas größter privater Krankenversicherungsverwalter, Daten zu mehr als 211.000 Personen, die zwischen dem 15. November und dem 7. Dezember 2021 positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Etwa 78.000 dieser Personen hatten sich mit der Omikron-Variante infiziert. Die in Zusammenarbeit mit dem South African Medical Research Council (SAMRC) durchgeführte Analyse ergab, dass zwei Dosen des Biontech-Impfstoffs während des jüngsten Anstiegs der Fälle einen 70-prozentigen Schutz vor Krankenhausaufenthalten und einen 33-prozentigen Schutz vor Infektionen boten. Dies ist niedriger als der Schutz gegen die Delta-Variante. Hier schützt der Impfstoff zu 93 Prozent gegen Krankenhausaufenthalte und zu 80 Prozent gegen Infektionen.

Die Analyse ergab zudem, dass das Risiko einer Krankenhauseinweisung bei Erwachsenen, bei denen Covid-19 diagnostiziert wurde, immer noch um 29 Prozent niedriger war als bei der ersten Welle in Südafrika im letzten Jahr.

Studie aus London zur Omikron-Variante: Höheres Risiko zur Reinfektion

Doch eine Studie des Imperial College London lässt Zweifel am vorsichtigen Optimismus südafrikanischer Ärzt:innen aufkommen. Die Studie, die noch von Fachleuten begutachtet werden muss, untersuchte insgesamt 333.000 Fälle. Darunter 122.062 Infektionen, die durch die Delta-Variante verursacht wurden, und 1.846 bestätigte Fälle der Omikron-Variante. Die Forscher:innen fanden keine Hinweise darauf, dass sich die Schwere der Symptome oder der Krankenhauseinweisungen bei der Delta- und Omikron-Variante unterscheiden würden.

Die Daten umfassten jedoch nur 24 Krankenhauseinweisungen von Patient:innen, bei denen der Verdacht auf die Omikron-Variante bestand. Die Forscher:innen räumten daher ein, dass „die Krankenhauseinweisungsdaten derzeit noch sehr begrenzt sind“. Im Vergleich zu Delta ist die Omikron-Variante laut der Studie mit einem 5,4-fach höheren Risiko einer Wiederinfektion verbunden. Die Studie bezifferte den Schutz, den eine vorangegangene Infektion bietet, auf rund 19 Prozent. Bei einer Auffrischungsimpfung liege der Schutz zwischen 55 und 80 Prozent.

Omikron: RKI empfiehlt sofortige „maximale Kontaktbeschränkungen“

Erstmeldung vom Dienstag, 21.12.2021, 13.59 Uhr: Berlin - Die aktuelle Corona-Lage in Deutschland bereitet den Fachleuten mehr und mehr Sorgen. Nun hat sich auch das Robert Koch-Institut zu Wort gemeldet. Kurz vor der Bund-Länder-Spitzenrunde empfiehlt das RKI weitreichende Einschränkungen zum Schutz vor der Corona-Variante Omikron.

Angesichts der aktuellen Gefahren seien ab sofort „maximale Kontaktbeschränkungen“ nötig, heißt es in einer am 21. Dezember 2021 veröffentlichten aktualisierten Fassung der RKI-Corona-Strategie. Das Institut listet darin eine Reihe von Maßnahmen auf, die sofort beginnen und zunächst bis Mitte Januar beibehalten werden sollten.

Das Strategiedokument nennt einige konkrete Empfehlungen der RKI-Fachleute, die zum Teil deutlich über die Pläne der Bund-Länder-Runde hinausgehen, so etwa:

  • Verlängerung der Weihnachtsferien von Schulen und Kita
  • Schließung auch von Restaurants, Bars und Sportstätten im Innenbereich
  • Umstellung des Unterrichts in Universitäten und anderen Hochschulen auf Distanzunterricht

Gefordert werden zudem eine maximale Geschwindigkeit bei der Impfung der Bevölkerung, eine Reduzierung des Reisens auf das „unbedingt Notwendige“ sowie eine „intensive Begleitkommunikation zum Verständnis der Maßnahmen“.

Omikron-Variante: RKI spricht von „aktuell in Deutschland beginnenden pandemischen Welle“

Das RKI spricht mit Blick auf die neue Omikron-Variante des Coronavirus von einer „aktuell in Deutschland beginnenden pandemischen Welle“. Auch wenn diese Welle hierzulande noch am Anfang stehe, zeige der Blick ins Ausland, „dass durch diese Variante mit einer Infektionswelle von bisher noch nicht beobachteter Dynamik gerechnet werden muss“.

Erste Analysen deuteten trotz noch vorhandener Unsicherheiten darauf hin, dass Omikron bereits Anfang Januar 2022 die Mehrzahl der Infektionsfälle in Deutschland ausmachen könne, teilte das RKI mit. Es könnten mehrere Zehntausend Infektionsfälle durch Omikron täglich sein. Unter den derzeitigen Bedingungen liege die Verdopplungszeit in Deutschland bei etwa drei Tagen.

„Die Konzepte 2G/3G sollten unter Berücksichtigung der Omikron-Variante geschärft werden, da von einer erheblichen Transmission dieser Variante auch durch Genesene und vollständig Geimpfte ohne Auffrischimpfung ausgegangen werden muss“, schreibt das RKI.

Die Neuerkrankungszahlen der vierten Welle durch die Delta-Variante seien zwar rückläufig, schreibt das RKI. Dennoch lägen die Krankenhausaufnahmen und die Auslastung der Intensivstationen noch auf sehr hohem Niveau. „Sollte die Dynamik der bevorstehenden Omikron-Welle nicht gebremst werden, ist aufgrund der in kurzer Zeit zu erwartenden hohen Fallzahlen mit einer Überlastung der Gesundheitsversorgungsstrukturen in Deutschland zu rechnen.“ Auch mit einer darüber hinausgehenden Beeinträchtigung der kritischen Versorgungsstrukturen - beispielsweise Transport- und Produktionsketten, Energie, Polizei, Feuerwehr - müsse gerechnet werden.

Der weitere Verlauf der epidemiologischen Situation in den nächsten Wochen hänge vom Verhalten der Bevölkerung an den Festtagen und der nicht vorhersehbaren Stärke der Grippe-Zirkulation als weiterem Erreger mit epidemischem Potenzial ab. (red/dpa/afp)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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