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Yoshiro Mori hatte im Februar 2021 nach seinem Skandal sein Amt niedergelegt.
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Yoshiro Mori hatte im Februar 2021 nach seinem Skandal sein Amt niedergelegt.

Yankee-Spieler statt Naomi Osaka

Olympia 2021: Gefeuerter OK-Chef wollte „echten Japaner“ zum Entzünden des Feuers

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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Eine sexistische Bemerkung kostete den Ex-Chef des japanischen Organisationskomitees für Olympia 2021 seinen Posten. Doch das war offenbar nicht seine einzige Verfehlung.

Tokio - Eigentlich sollten die Olympischen Sommerspiele 2021 in Tokio ein großes Fest für Sportler:innen aus der ganzen Welt werden. Doch zunächst musste Olympia aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr auf 2021 verschoben werden, dann schlichen sich immer wieder kleinere und größere Skandale ein. Olympia 2021 hat es also nicht einfach. Mittelpunkt eines Skandals war im Februar 2021 der Chef des Organisationskomitees Yoshiro Mori. Der heute 84-Jährige trat sein Amt bereits 2014 an, musste seinen Posten in diesem Jahr jedoch räumen – ein halbes Jahr vor Beginn der Spiele.

Der Grund: Das Organisationskomitee für Olympia 2021 plante, den Frauenanteil im Vorstand von 20 auf 40 Prozent zu erhöhen. Bei einer Online-Vorstandsitzung äußerte sich Yoshiro Mori zu den Plänen, die er offenbar nicht begrüßte. Denn laut Mori zögen sich Sitzungen mit Frauen immer in die Länge, weil die miteinander konkurrierenden Frauen alle reden wollten. Frauen hätten einen starken Sinn für Rivalität, wurde der damalige Chef zitiert. „Wenn eine von ihnen ihre Hand hebt, denken sie wahrscheinlich, dass sie auch etwas sagen müssen. Und dann sagen alle etwas.“

Olympia 2021: Yoshiro Mori muss nach sexistischer Bemerkung Amt niederlegen

Es hagelte Kritik für die sexistische Bemerkung. Rund 390 freiwillige Olympia-Helfer:innen erklärten anschließend, aus Protest ihr Ehrenamt nicht antreten zu wollen. Die Gouverneurin von Tokio, Yuriko Koike, erklärte laut Medien, dass sie an einem geplanten Treffen mit Mori, Japans Olympiaministerin Seiko Hashimoto und IOC-Präsident Thomas Bach zur Vorbereitung von Olympia nicht teilnehmen werde. Mori erklärte daraufhin seinen Rücktritt.

Doch das soll laut Daily Beast nicht die einzige Verfehlung von Yoshiro Mori gewesen sein. Laut eines Berichts wollte der ehemalige Chef des Organisationskomitees von Olympia 2021 nämlich lieber einen japanischen Baseballspieler zur Entzündung des olympischen Feuers engagieren als Tennis-Ass Naomi Osaka. Das berichtete ein Insider der Daily Beast. „Mori wollte ‚Godzilla‘ zur Entzündung des Olympischen Feuers“, sagte ein Angestellter des Komitees.

Yoshiro Mori wollte bei Olympia 2021 unbedingt Hideki Matsui zur Entzündung des Feuers

„Godzilla“ ist der Spitzname von Hideki Matsui, einem legendären japanischen Baseballspieler, der für die Yomiuri Giants in Japan und die New York Yankees in den USA spielte. In seiner zwei Jahrzehnten andauernden Karriere gelangen ihm 507 Home-Runs. Yoshiro Mori plädierte dafür, dass Matsui das „heilige Feuer“ bei Olympia 2021 entzündet, wie der Insider laut Daily Beast berichtete. Mori sagte: „Matsui ist ein echter japanischer Mann und ein Baseball-Champion in den USA und Japan – der Verkörperung eines Kämfpertypen.“

Es gab weitere Vorschläge, doch Yoshiro Mori war nicht aufgeschlossen. „Mori wollte Matsui. Wenn er wollte, das etwas geändert oder getan wird, wurde es getan. Mori war im Prinzip die Stimme Gottes“, erzählte ein anderer Angestellter des olympischen Komitees. Als Mori im Februar 2021 seinen Posten dann räumte, wurde schnell beschlossen, dass Naomi Osaka das olympische Feuer entzünden würde.

Olympia 2021: Naomi Osaka entzündet olympisches Feuer

Naomi Osakas Mutter ist Japanerin, ihr Vater stammt aus Haiti. Da der Großvater ihre Mutter verstieß, weil sie einen Schwarzen geheiratet hatte, wanderte die Familie in die USA aus. An ihrem 22. Geburtstag legte Osaka dann ihre amerikanische Staatsbürgerschaft ab, da ein Gesetz in Japan vorsieht, dass man sich bei doppelter Staatsbürgerschaft bis dahin für eine entschieden haben muss. Osaka setzt sich stark in der „Black-Lives-Matter“-Bewegung ein. (msb)

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