Verkehrsministerium

Ohne Prüfung aufs Motorrad

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Der PKW-Führerschein soll künftig für die Fahrt mit leichten Krafträdern genügen.

Autofahrer in Deutschland sollen künftig auch leichte Motorräder fahren dürfen – ohne eine zusätzliche Prüfung. Das geht aus einem Entwurf des Bundesverkehrsministeriums hervor. „Mit der Verordnung sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, damit Inhaber einer Fahrerlaubnis der Klasse B auch Leichtkrafträder der Klasse A1 führen dürfen, ohne die für die Klasse A1 vorgeschriebene Ausbildung vollständig durchlaufen und die theoretische und praktische Prüfung ablegen zu müssen“, heißt es in dem Dokument.

Erforderlich sollen jedoch zusätzliche Fahrstunden sein. Als Voraussetzung nennt die Verordnung fünf Unterrichtseinheiten à 90 Minuten. Diese können auf einem Übungsgelände absolviert werden. Die Kosten dafür würden sich laut einer vorläufigen Schätzung auf circa 500 Euro belaufen. Für den erforderlichen Vermerk im Führerschein würden Gebühren von 28,60 Euro entstehen.

Experten sind skeptisch

Auf Anfrage erklärte das Ministerium von Andreas Scheuer (CSU), mit der geplanten Änderung solle der Zugang zu Leichtkrafträdern der Klasse A1 mit einem Hubraum von bis zu 125 Kubikzentimetern und einer Motorleistung von 15 PS erleichtert werden. Ähnliche Regelungen gebe es in Österreich. „Ziel ist es, mehr Mobilität insbesondere im ländlichen Raum zu ermöglichen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit sicherzustellen“, hieß es. Voraussetzung sollen fünf Jahre Fahrerfahrung mit einem Pkw sein. Außerdem ist ein Mindestalter von 25 Jahren vorgesehen.

Laut „Spiegel Online“ stoßen die Pläne auf Kritik bei Experten. Man sehe „keine hinreichenden Gründe, den Zugang zur zweitgefährlichsten Fahrzeugklasse auf deutschen Straßen zu lockern“, schreibt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat. Nach dem Bericht rät auch die Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) von der Liberalisierung ab. Es könne davon ausgegangen werden, dass es „zu einer Erhöhung der Verunglücktenzahlen kommen würde“.

FDP zeigt sich offen

In Österreich habe die Regelung „zu einer deutlich erkennbaren Verschlechterung der Verkehrssicherheit beigetragen“. Auch der TÜV ist skeptisch. Richard Goebelt, Bereichsleiter Fahrzeug und Mobilität: „Ein Kurzprogramm bei der Fahrausbildung von rund 100 km/h schnellen Zweirädern lehnen wir aus Sicherheitsgründen ab.“ Es müsse weiterhin eine Prüfung durch einen anerkannten Sachverständigen geben.

Die FDP zeigte sich offen. „Wenn zusätzlich Fahrstunden absolviert werden, kann einem Autofahrer durchaus zugetraut werden, dass er ein motorisiertes Zweirad mit 15 PS sicher und verantwortlich steuern kann“, so Oliver Luksic, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. „Wir werden den Vorschlag von Bundesminister Scheuer, wenn er dem Verkehrsausschuss vorliegt, ergebnisoffen prüfen.“

Das Bundeskabinett hatte zuletzt einen Gesetzentwurf von Verkehrsminister Scheuer mit einer Klausel gebilligt, die den Ländern ermöglichen soll, dass Mindestalter für den Mopedführerschein dauerhaft von 16 auf 15 Jahre herabzusetzen.

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