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Unwetter in Österreich: „Häuser meterhoch mit Schlamm verschüttet“ – Mann tot aufgefunden

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Von: Sarah Neumeyer, Patrick Huljina

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Starke Regenfälle und Hagel haben in Kärnten zu vielen Murenabgängen geführt. Für zwei Gemeinden wurde der Zivilschutzalarm ausgelöst.

+++ 16.00 Uhr: Ein schweres Unwetter hat im österreichischen Bundesland Kärnten eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Ein 82-jähriger Mann wurde in Treffen am Ossiacher See von einem Bach mitgerissen und am Mittwoch (29. Juni) tot aufgefunden, sagte der Bezirkschef von Villach-Land, Bernd Riepan, dem Sender ORF. Nach einer weiteren vermissten Person wurde gesucht. Die Behörden riefen den Zivilschutzalarm für die Orte Treffen und Arriach wegen Erdrutschen und reißenden Bächen aus. Die Bevölkerung wurde angewiesen, sich im ersten Stock ihrer Häuser in Sicherheit zu bringen. Laut ORF wurden mehrere eingeschlossene Menschen mittels Hubschrauber gerettet.

Das Unwetter verursachte besonders im Gegendtal in der Nähe von Villach schwere Schäden. Die 1400-Einwohner-Gemeinde Arriach war von der Außenwelt abgeschnitten. „Alle Verbindungsstraßen sind weggeschwemmt“, sagte Bürgermeister Gerald Ebner. Häuser wurden zum Teil bis zum ersten Stock verschüttet. Wegen der Schlamm-Massen war auch die Straße zum Feuerwehrhaus in Treffen zunächst blockiert.

Hochwasser läuft in Tamsweg eine Straße hinunter. Nach heftigen Regenfällen in der Nacht auf 29. Juni wurde in Tamsweg (Lungau) Zivilschutzalarm ausgelöst. Bäche traten über die Ufer und verschütteten die Häuser teils bis zum ersten Stock.
Hochwasser läuft in Tamsweg eine Straße hinunter. Nach heftigen Regenfällen in der Nacht auf 29. Juni wurde in Tamsweg (Lungau) Zivilschutzalarm ausgelöst. Bäche traten über die Ufer und verschütteten die Häuser teils bis zum ersten Stock. © dpa

Unwetter in Österreich: Zwei Menschen vermisst

Update vom Mittwoch, 29. Juni, 13.30 Uhr: Die Einsatzkräfte in Kärnten kämpfen weiterhin gegen die Verwüstung. Laut dem Sender ORF wurden mehrere eingeschlossene Menschen mittels Hubschrauber gerettet. Zwei Personen wurden als vermisst gemeldet. Eine davon soll in einer Garage verschüttet worden sein: „Da liegen die Geröllmassen bis zu eineinhalb Meter hoch“, berichtete der Bezirkschef von Villach-Land, Bernd Riepan. „Die Masse ist so hart wie Beton“, sagte er der Nachrichtenagentur APA.

Das Unwetter verursachte besonders im Gegendtal in der Nähe von Villach schwere Schäden. Die 1400-Einwohner-Gemeinde Arriach war von der Außenwelt abgeschnitten. „Alle Verbindungsstraßen sind weggeschwemmt“, sagte Bürgermeister Gerald Ebner. Häuser wurden zum Teil bis zum ersten Stock verschüttet. Wegen der Schlamm-Massen war auch die Straße zum Feuerwehrhaus in Treffen zunächst blockiert. Die schweren Unwetter in Kärnten seien dramatisch, schrieb Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen auf Twitter. „Ich appelliere an alle: Passen Sie auf sich & Ihre Mitmenschen auf.“

Schwere Unwetter haben ganze Ortschaften im Bezirk Villach-Land verwüstet.
Schwere Unwetter haben ganze Ortschaften im Bezirk Villach-Land verwüstet. © Gert Eggenberger/dpa

Unwetter-Alarm in Österreich: „Häuser meterhoch mit Schlamm verschüttet“

Erstmeldung vom Mittwoch, 29. Juni: München/Villach – In der Nacht zum Mittwoch (29. Juni) haben im österreichischen Bundesland Kärnten schwere Unwetter gewütet. Starke Regenfälle und Hagel hatten zahlreiche Murenabgänge zur Folge.

Häuser wurden teils bis zum ersten Stock verschüttet. Die Lage ist unübersichtlich. Für die Gemeinden Treffen am Ossiacher See und Arriach im Bezirk Villach-Land wurde sogar der Zivilschutzalarm ausgelöst. Laut ORF waren am Mittwochmorgen noch 7500 Haushalte rund um Villach und im Gegendtal ohne Strom.

Schwere Unwetter in Österreich: „Häuser meterhoch mit Schlamm verschüttet“

„Man kann sich das schwer vorstellen. Die Häuser sind meterhoch mit Schlamm verschüttet, Autos wurden weggerissen. Die Menschen stehen unter Schock“, erklärte Wasserretter Michael Siter dem österreichischen Nachrichtenportal Kurier. Er sei seit 20 Jahren bei der Wasserrettung und habe etwas Vergleichbares noch nicht erlebt. Bislang sei unklar, wie viele Verletzte es gebe. „Wir haben bisher sieben Personen und einen Hund ausgeflogen“, berichtete Siter.

Laut Kurier zählte der Wasserretter zu den Einsatzkräften, die am Morgen bereits mit einem Hubschrauber in die betroffenen Gebiete geflogen wurden. Die übrigen Wege seien „zu gefährlich“ und „zu vermurt“, so die Polizei. Unter den Einsatzkräften sind auch 24-Stunden-Pflegekräfte. Sie sollen pflegebedürftige Personen vor Ort unterstützen. Zudem sind unter anderem die Feuerwehr, die Bergrettung, das Bundesheer und auch Suchhunde im Einsatz. Sie sollen möglicherweise verschüttete Personen aufspüren.

Schwere Unwetter in Österreich: Zivilschutzalarm ausgelöst – „hundertjährliches Hochwasser“

Besonders schwer betroffen waren ersten Meldungen zufolge die beiden Gemeinden Treffen am Ossiacher See und Arriach im südlichen Österreich. Für Treffen wurde gegen 3.30 Uhr in der Nacht eine Zivilschutzwarnung ausgelöst, die später zu einem Zivilschutzalarm erweitert wurde. Die Menschen wurden laut ORF angewiesen, sich im ersten Stockwerk ihrer Häuser in Sicherheit zu bringen und abzuwarten, bis sich die Situation entspannt.

Durch die extremen Regenfälle traten mehrere Bäche an verschiedenen Stellen über die Ufer. Johannes Moser vom hydrologischen Dienst sprach gegenüber dem ORF von einem „hundertjährlichen Hochwasser“. Treffens Bürgermeister Klaus Glanznig erklärte, dass ein Krisenstab eingerichtet wurde. Viele Straßen seien mit Schlamm und Steinen bedeckt und derzeit nicht befahrbar.

Österreich: Arriach von der Umwelt abgeschnitten

In der Gemeinde Arriach wurde um 5.30 Uhr ebenfalls eine Zivilschutzwarnung ausgegeben, die gegen 6 Uhr zu einem Zivilschutzalarm ausgeweitet wurde. Gerhard Hohenwarter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sagte laut APA, in Arriach und anderen Orten in der Region habe es „in nur wenigen Stunden so viel geregnet wie in einem durchschnittlichen gesamten Juni.“

Arriach ist laut ORF derzeit von der Umwelt abgeschnitten. Das Bundesheer versucht demnach, sich einen Weg durch die verschütteten Straßen zu bahnen. Polizeihubschrauber führen währenddessen Erkundungs- und Evakuierungsflüge durch. Bezirkshauptmann Bernd Riepan erklärte, es gebe auch Meldungen von vermissten Personen. „Wir versuchen, mit dem Hubschrauber einen Überblick über die Lage zu bekommen, um schnellstmöglich allfällige Menschenrettungen vornehmen zu können“, sagte er. (ph)

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