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Alexander Schallenberg (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, spricht auf einer Pressekonferenz nach einer Krisensitzung mit den Ministerpräsidenten.
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Ungeimpften Menschen in Österreich droht ein Lockdown.

Pandemie

Österreich: Corona-Ungeimpften droht Lockdown

  • VonNadja Austel
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Die Corona-Zahlen in Österreich steigen, die Intensivstationen sind bisher nicht überlastet. Die Lage dort entscheidet über einen möglichen Lockdown.

Wien – Während die Corona-Zahlen in Österreich deutlich steigen, sind die Augen auf die Intensivstationen der Krankenhäuser gerichtet. Denn letztlich wird die Situation dort darüber entscheiden, ob es zu einem Lockdown für Ungeimpfte kommen sollte. Die Drohung mit einem Lockdown für Ungeimpfte soll im Land die Bereitschaft für eine schützende Injektion mit einem Corona-Impfstoff steigern.

Ab 600 Intensivbetten, die von Covid-Patienten belegt werden, darf diese Gruppe nach dem neuen Stufenplan der Regierung nicht mehr ohne triftigen Grund auf die Straße. Bereits ab 500 belegten Intensivbetten ist ihr der Besuch von Lokalen, von Kultur- und Sportveranstaltungen sowie die Nutzung von Hotels untersagt. Es gebe noch zu viele „Zögerer und Zauderer“, sagte Kanzler Alexander Schallenberg mit Blick auf die Impf-Skeptiker.

Die Genesenen sind den Geimpften bis zu sechs Monate nach der Erkrankung gleichgestellt. Die Schwelle von 600 wurde in der Pandemie nach Angaben der Zeitung Kurier bisher zweimal erreicht.

Corona in Österreich: Zahlen steigen deutlich, Inzidenz liegt nun bei 255

Unterdessen setzt sich der Trend zu deutlich steigenden Corona-Zahlen fort. Binnen 24 Stunden wurden 3624 Neuinfektionen gezählt, wie das Innen- und Gesundheitsministerium am Sonntag berichteten. Das sind 60 Prozent mehr als eine Woche zuvor. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner kletterte auf 255. Zugleich blieb die Lage in den Krankenhäusern stabil. Auf den Intensivstationen liegen rund 220 Menschen, das entspricht dem Wert von vor einer Woche. Die Quote der vollständig geimpften Menschen liegt bei 62 Prozent und damit wohl nur leicht unter dem deutschen Niveau – zumindest laut dem aktuellen Stand der noch umstrittenen tatsächlichen Impfquote in Deutschland.

„Wir sind drauf und dran, in eine Pandemie der ungeschützten Ungeimpften hineinzustolpern“, sagte Schallenberg. Einen Lockdown für Geimpfte oder Genesene schloss Schallenberg aus. Er hoffe auf eine Signalwirkung dieser Pläne. Die rechte FPÖ kritisierte das Vorhaben scharf. Die liberalen Neos meinten, die Regierung habe zu lange daran festgehalten, dass Corona-Tests kostenlos verfügbar seien.

Österreich begegnet Corona mit 5-Stufen-Plan: „Wir sind derzeit bei Stufe eins“

Der Stufenplan hat fünf Schwellen. „Wir sind derzeit bei Stufe eins, wir schauen damit sehr weit in die Zukunft“, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. 600 Betten entsprechen etwa 30 Prozent Auslastung der Intensiv-Kapazitäten. Er hoffe, dass schon die vom 1. November an geltende 3G-Regel am Arbeitsplatz dazu führe, dass die Durchimpfungsrate steige, sagte Mückstein der Kronen Zeitung. Viele Beschäftigte müssen in Kürze nachweisen, ob sie geimpft, regelmäßig getestet oder von Covid-19 genesen sind.

Die im Frühsommer noch große Dynamik bei den Impfungen hatte sich in den letzten Wochen extrem abgeschwächt. An einzelnen Tagen wurden nur noch ein paar Tausend Dosen Corona-Impfstoffe gespritzt. Die rechte FPÖ schürt die Impfskepsis erheblich. Bei der jüngsten Landtagswahl in Oberösterreich erreichte die neue Impfkritikerpartei MFG (Menschen, Freiheit, Grundrechte) auf Anhieb sechs Prozent und zog somit in den Landtag ein. (dpa/na)

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