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Die Bank als Lebensmittelpunkt: Hier hat Katja Hübner Marc kennengelernt.
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Die Bank als Lebensmittelpunkt: Hier hat Katja Hübner Marc kennengelernt.

Interview

Obdachlosen helfen statt wegschauen: Autorin Katja Hübner über das Gefühl der Verantwortung

  • VonAndreas Sieler
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Auf dem Weg zur Arbeit begegnet Katja Hübner dem Obdachlosen Marc. Auf Gespräche, Tee und Zigaretten folgt ihr Entschluss, Marc von der Straße zu holen. Die Geschichte einer bemerkenswerten Entscheidung.

Die Hamburgerin Katja Hübner begegnet 2017 auf ihrem Weg zur Arbeit dem Obdachlosen Marc. Schnell bemerkt sie, dass der junge Mann Hilfe benötigt. Sie versorgt ihn mit Essen, Decken, Zigaretten und vielem mehr und fühlt sich zunehmend für ihn verantwortlich. Marc leidet an einer Psychose und ist unter keinen Umständen bereit, seinen Lebensraum, eine kleine Bank auf einer Wiese im Hamburger Schanzenviertel, zu verlassen. Im Internet recherchiert Hübner einiges über Marcs Vergangenheit sowie dessen Krankheitsbild.

Ein entscheidendes Problem in Marcs Fall: seine fehlende Krankheitseinsicht. Dass er Hilfe benötigt, ist zwar offensichtlich, die Hürden für eine Einweisung in die Psychiatrie gegen den Willen des Betroffenen sind jedoch hoch. Mit der Hilfe des Psychologen Thomas Bock, Leiter der Psychoseambulanz am Hamburger UKE, gelingt es Katja Hübner, nach einem monatelangen Kampf mit unzähligen Rückschlägen, Marc im Winter von der Straße zu holen – womit sie ihm wahrscheinlich das Leben rettet. Sie begleitet ihn weiter auf seinem Weg durch die Psychiatrie, heute verbindet die beiden eine Freundschaft. Ein Gespräch mit Katja Hübner, die ihre und Marcs bewegende Geschichte in dem Buch „Okay, Danke, Ciao!“ erzählt, das am 13. April erscheint:

Frau Hübner, beim Versuch, Marc von der Straße zu holen, erlebten Sie zunächst sehr viele Rückschläge. Trotzdem haben Sie sich nicht von Ihrem Kurs abbringen lassen. Aufgeben war nie eine Option?

Ich hatte Marc angesprochen, irgendwann habe ich täglich bei ihm haltgemacht und bald hatte ich damit begonnen, ihm Nahrungstüten vorbeizubringen. Dadurch hat sich bei mir eine gefühlte Verantwortung eingestellt. Ich wusste immer, dass ich nicht verantwortlich bin. Aber es entstand allmählich eine Art von Beziehung. Die Alternative wäre gewesen, zu sagen, das ergibt alles keinen Sinn, ich nehme einen anderen Weg zu meiner Arbeit und schaue weg. Das hätte ich aber gar nicht gekonnt.

Mehrfach haben Sie die Befürchtung geäußert, dass Marc den kalten Winter nicht überleben würde. Das hat es doch sicher erschwert, mit der gefühlten Verantwortung umzugehen?

Ich glaube nicht, dass ich mich verantwortlich gemacht hätte, wenn ihm etwas passiert wäre. Das hätte ich schon ganz gut reflektieren können. Über den Sommer hatte ich mich daran gewöhnt, dass Marc nass im Regen sitzt, und obwohl ich das ziemlich hart fand, habe ich gemerkt: Er stirbt nicht daran. Im Winter wurde es dann aber hart für mich – und für ihn umso mehr. Insbesondere in den letzten vier Wochen bevor er abgeholt wurde. Da habe ich auch bemerkt, dass es mir nicht mehr gutgeht. Ich bin dann nachts um zwölf mit Wärmflaschen in diesen trostlosen Park gestiefelt. Aber dann kam ja auch etwas in Bewegung, nachdem die Amtsärztin ihn dort aufgesucht hatte. Alles hat sich dann noch mal in die Länge gezogen, der Fall musste wieder zu einer Richterin, es musste ein Antrag gestellt werden und die Behörden haben ja auch Aktenberge abzuarbeiten.

Bei der Stelle im Buch, an dem Sie ihm nachts Wärmflaschen in den Park tragen, habe ich mich gefragt: Ja, Marc ist durch seine Psychose auf seine Bank fixiert. Aber gab es denn gar keine Möglichkeit, ihn zu sich in die Wohnung zu holen?

Nein. Ich hatte Versuche unternommen, ihm eine Matratze unter einen überdachten Unterstand zu legen, davon hat er sich auch nicht überzeugen lassen. Das war direkt gegenüber von seiner Wiese, aber es ging nicht für ihn. Ich konnte ihn den Sommer über nicht aus dem Regen bekommen. Aber in den letzten beiden Wochen, als es richtig kalt war, da habe ich schon bemerkt, dass er nicht mehr konnte. Aber seine Krankheit war immer noch stärker als seine Vernunft. Ich hatte ihm öfter gesagt: „Schau mal, dort drüben ist unsere Wohnung. Du kannst kommen, klopfen, ich gebe dir einen Kaffee ...“ Aber er wollte um nichts auf der Welt seine Wiese und seine Bank aufgeben. Das war auch der Grund, warum ich die Hilfesuche ein Stück weit hinter seinem Rücken betrieben habe. Ich hatte ihm ja nicht gesagt: „Ich versuche, dich in die Psychiatrie einweisen zu lassen.“ Ich war mir sicher, dass er das nicht gewollt hätte. Obwohl er, als es so weit war – mit Polizei und Richterin – freiwillig mitgekommen ist.

Sie hatten ja die Angst, dass er es Ihnen übelnimmt.

Na ja – nicht Angst. Ich hatte viel mit Professor Thomas Bock vom UKE geredet, mir wurde von allen Seiten gesagt: „Katja, das ist schon richtig, der stirbt da in der Kälte.“ Und ich hatte ihm auch in den letzten harten Tagen gesagt. „Marc, wenn du hier bleibst, stirbst du.“ Und ich hatte nicht den Eindruck, dass er sterben will.

Das hat er also schon verstanden?

Ja – es ist schwer zu beschreiben: Eine solche Psychose ist anscheinend wirklich so stark, dass für viele Betroffene alles andere unwichtig wird. Ich glaube, dass Marc stellenweise sogar wusste, dass er sich in einer Psychose befindet. Er hatte das mehrfach in seinem Leben. Es muss eine Art Zwischenwelt gewesen sein, dass er sich trotzdem nur an diesem Ort und auf dieser Bank sicher gefühlt hat. Sich auf die Bank zu konzentrieren, war also ein verzweifelter Rettungsversuch und gleichzeitig eine Gefährdung.

Sie beschreiben im Buch das Dilemma, das der ganzen Geschichte zugrunde liegt: das Krankheitsbild. Marc kann die längste Zeit – zum Schutz seines eigenen Willens – nicht in die Psychiatrie eingewiesen werden. Zum Krankheitsbild gehört aber typischerweise eine fehlende Krankheitseinsicht.

Das ist eben ein Grenzbereich. Die Gesetzgebung, dass man niemanden gegen seinen Willen einweisen darf, die ist ja richtig und sinnvoll. Aber ich sehe, dass in diesem speziellen Fall – und davon gibt es noch viele, viele andere – eine Lücke klafft. Da müsste bei den Richterinnen und Richtern als auch beim Sozialpsychiatrischen Dienst versucht werden, sensibler damit umzugehen und genauer auf die Einzelfälle zu schauen. Ich war bereits im Sommer der Meinung, dass Marc sich selbst schadet. Aber nie hätte jemand gesagt: „Klar, dann weisen wir den ein.“ Da war gar nichts zu machen. Letztendlich ging das nur, weil ich hartnäckig war und Thomas Bock sich noch mal an die Richterin gewandt hatte – er ist ja in Hamburg ein sehr anerkannter Psychologe. Er hatte ihr nochmals gesagt: „Ich habe mir den angeschaut, dem geht es wirklich schlecht, der muss da weg.“ Dann haben sie endlich reagiert und ihn abgeholt. Vielleicht wäre das aber auch gar nicht nötig gewesen, wenn die Psychiatrie von Anfang an meinen Part übernommen oder zumindest unterstützt hätte. Es geht vor allem darum, dass die Psychiatrie mobiler und vertrauenswürdiger wird und nicht unbedingt mehr Zwangseinweisungen benötigt werden.

Der Sozialpsychiatrische Dienst schien mir in Ihrer Beschreibung im Buch etwas überfordert. In einem Dialog wird Ihnen ja sinngemäß nur gesagt: Sie schaffen das schon, solange er noch aufstehen kann ...

Das ist höchstwahrscheinlich ungerecht. Ich bin mir sicher, dass dort ganz tolle Menschen arbeiten und dass die eine gute Arbeit machen. Das ist auch nur eine Sequenz aus dieser Zeit. Wenn man so viel Energie in die Sache rein gibt und dann eine solche Antwort erhält – das kann einem schon den Tag verderben.

Es passt aber zum Gesamteindruck, der sich aus Ihrem Buch ergibt: Es gibt viele Anlaufstellen für Obdachlose, aber effektive Hilfe zu erhalten, gestaltet sich schwierig. Stimmen Sie dem zu?

Ich denke, dass Marc ein sehr spezieller Fall ist. Ich sehe auch Obdachlose in Hamburg, die relativ gut organisiert sind, sich einen sinnvollen Schlafplatz suchen, sich Essen organisieren und die Anlaufstellen nutzen. Die gehen dann zur Diakonie, duschen und bekommen für einen Euro ihr Mittagessen. Diejenigen, die nicht unter Drogen- oder Alkoholsucht leiden oder psychisch erkrankt sind, können auf der Straße ein mehr oder weniger geordnetes Leben führen. Aber für psychisch erkrankte Obdachlose ist das echt schwierig. Theoretisch gäbe es schon Anlaufstellen. Marc hätte jederzeit direkt in die Psychiatrie gehen können und sich selbst einweisen. Aber das lässt sein Krankheitsbild nicht zu.

Müssten dann Psychiatrien mehr aufsuchend arbeiten?

Zur Person

Katja Hübner , in Darmstadt geboren, studierte in Würzburg Kommunikations-design und führt heute die Agentur Kommune Art in Hamburg. Dort betreut sie als Grafikerin zahlreiche Kunden aus der Musikbranche. Hübner lebt mit ihrer Tochter und ihrem Partner im Hamburger Schanzenviertel, unweit der Grünanlage, in der sie Marc erstmals begegnet ist.

Auf jeden Fall. Darüber hatte ich häufig mit Thomas Bock gesprochen, der sich schon lange dafür einsetzt. Er sagte mir, dass es inzwischen auch ein Gesetz gibt, das aufsuchende Hilfe ermöglicht. Das wird aber in Hamburg nur vom UKE und in ganz wenigen Fällen für psychisch Kranke in ihren Wohnräumen genutzt. Auf der Straße findet das nicht statt. Warum weiß ich nicht. Aber ich fände das total wichtig.

In Ihrem Fall wurden die Behörden erst aktiv, nachdem in Hamburg zwei Obdachlose erfroren sind. Warum muss es erst so weit kommen? Es ist ja absehbar.

Dass das so war, lässt sich natürlich nicht belegen. Aber wir haben allein in diesem Jahr in Hamburg schon etwa acht tote Obdachlose. Das sind zu viele. Und jetzt in Corona-Zeiten wollen viele nicht in Sammelunterkünfte. Momentan werden sie in Hamburg ein bisschen alleine gelassen.

Sie beschreiben zwei weitere Ereignisse im Buch, die vielen Menschen in Erinnerung sind, bei denen sich aber viele wohl kaum Gedanken über die Auswirkungen für Obdachlose machen dürften, weil ein Bewusstsein dafür fehlt: der Sturm Xavier und der Ausnahmezustand in Hamburg während des G-20-Gipfels.

Das sind zwei unterschiedliche Sachen. Bei G20 hatte man in Hamburg schon versucht, die Obdachlosen aus der Innenstadt zu vertreiben. Da wurden täglich sämtliche Matratzenlager und kleine Zelte vom Ordnungsdienst weggeräumt. Das war fürchterlich.

Das ist ja keine Lösung.

Nein. Ich weiß tatsächlich nicht, wo die Obdachlosen dann hingegangen sind. Ich weiß vom Jesuscenter, dass die welche aufgenommen haben. Und Marc haben sie natürlich nicht von seiner Bank wegbekommen. Sie haben nur täglich die Schlafsäcke abgeräumt, die ich am Tag zuvor hingebracht hatte. Das war komplett absurd. Ich hatte auch versucht, den sogenannten bürgernahen Beamten zu erklären, dass sie doch bitte diese Bank in Ruhe lassen sollen, weil dieser Mensch nur dort sein kann. Und bei dem Sturm war es ein ähnliches Problem wie im Winter. Wenn wir im Winter nachts minus zehn Grad haben, da will ja schon niemand mehr mit seinem Hund raus. Aber es liegen auch dann Leute draußen auf der Straße. Und eventuell erfrieren sie. Bei einem solchen Sturm ist es das Gleiche. Auch bei G20. Wir können in unsere Wohnung. An die Heizung. Obdachlose nicht.

An einer anderen Stelle beschreiben Sie die Begegnung mit einer Frau, die ihren Mops ausführt und zu Ihnen sagt: „Wenn Sie ihn füttern, wird er nie verschwinden.“ Was antwortet man solchen Menschen?

Ich kann nicht mehr sagen, was ich ihr geantwortet habe. Ich denke, dass ich den Kopf geschüttelt habe und weitergegangen bin. Ich glaube, es gibt Menschen, bei denen lohnt es sich gar nicht, sich auf ein Gespräch einzulassen. Bei manchen Leuten denke ich: Bleibt in eurer Realität. Ich grüße einfach nicht mehr im Vorbeigehen. Es gab schon einige Fälle, bei denen ich mich aufgeregt habe – ich hatte das auch geschrieben: Ich kam mir vor, „als würde ich Tauben füttern“. Es wird niemand schaffen, solche Menschen zu bekehren.

Wie wichtig waren für Sie Ihr eigenes Umfeld und Ihre Familie in dieser Zeit?

Schon wichtig – so wichtig wie sonst auch. Natürlich hat die Geschichte viel Raum eingenommen in diesem Jahr. Meinem Freund hatte es anfangs Sorgen bereitet, weil er dachte, ich könne da nichts erreichen und mich damit unglücklich machen. Letztendlich haben mich aber alle immer unterstützt.

Sie zeigen im Buch auch den Gegensatz auf, zwischen unserem Wohlstand und der Lebensrealität von Marc. Zum Ausdruck kommt das etwa bei der Beschreibung der Geburtstagsfeier von Udo Lindenberg, bei der Sie aufgrund Ihrer Arbeit mitgefeiert haben, da bewegen Sie sich selbst in einer ganz anderen Welt.

Genau. Da sind wir viel auf die Konzerte mitgereist und waren auf schillernden After-Show-Partys. Aber das ist ja nicht mein Leben. Mir ist das in den Momenten natürlich aufgefallen, ich fand das auch verrückt: Ich stehe Backstage mit irgendwelchen Promis und Champagner in der Hand, am nächsten Tag stehe ich wieder auf der Wiese und bringe diesem Menschen etwas zu essen. Das waren schon krasse Gegensätze.

Was würden Sie nach Ihrer Erfahrung jemandem empfehlen, der in seiner Nachbarschaft einen Obdachlosen sieht, der in einer ähnlichen Situation wie Marc sein könnte und vielleicht Hilfe benötigt?

Wenn sich jemand berufen fühlt und Zeit und Lust hat zu helfen, dann ist es glaube ich immer gut, die Person anzusprechen. Sei es nur ein „Hallo“, um die Person spüren zu lassen, dass man sie sieht und nicht durch sie durchguckt. Es ist das Wichtigste, dass man Obdachlosen das Gefühl gibt, auch Teil der Gesellschaft zu sein. Darüber hinaus kann man immer fragen, was jemand braucht. In diesem Winter hatte ich noch eine Begegnung bei uns um die Ecke, als es richtig geschneit hatte. Da hatte ich einen Obdachlosen gefragt, ob er irgendwas braucht. Er meinte, er bräuchte nichts zu essen, aber ein heißer Tee wäre gut. Das fand ich cool. Damit hatte ich kein Problem und habe ihm eine Kanne heißen Tee vorbeigebracht. Das hat mich nichts gekostet außer einer Viertelstunde Zeit. Es wäre Quatsch gewesen, ihm etwas zu essen zu bringen, wenn er schon gut versorgt ist.

Noch ein Zitat aus dem Buch: „Im Umgang mit den Schwächsten zeigt sich die Kultur einer Gesellschaft.“ Nach der Lektüre Ihres Buches bleibt das Gefühl: Um die Kultur unserer Gesellschaft muss es ziemlich schlecht bestellt sein.

Deswegen sollte man daran arbeiten. Ich sehe es schon so, dass einiges in Schieflage ist. In der Corona-Zeit wurde so viel Geld rausgehauen, gemacht und getan – ganz unbürokratisch. In der ersten Welle wurden in Hamburg für Obdachlose noch Hotelzimmer bereitgestellt. Jetzt gilt in Hamburg wieder eine Ausgangssperre. Die Obdachlosen dürfen natürlich auf der Straße bleiben. Aber die Hotels sind alle leer. Ich finde es unbegreiflich, dass man diesen Topf jetzt nicht noch aufmachen kann, damit diese armen Menschen, zumindest in dieser Hardcore-Corona-Zeit, von der Straße sind. In anderen Städten funktioniert das. Klar, da wäre die Politik gefragt. Bei der Kultur geht es auch um das Bewusstsein unserer Mitbürger. Da sind wir wieder bei der Dame die sagt: „Wenn Sie ihn füttern, wird er nie verschwinden.“ Es gibt da einige Missstände in unserer Gesellschaft. Man kann nur hoffen, dass sich das Gute verbreitet.

Um auf Marc zurückzukommen. Wie oft sehen Sie sich noch?

Durch Corona ist es nun etwas eingeschränkt, aber Marc ist inzwischen ein Freund der Familie. Vor Corona kam er alle zwei Wochen am Wochenende oder einfach mal so zum Mittagessen vorbei. Wir telefonieren ein- oder zweimal die Woche. Zur Zeit gibt es auch nicht so viel zu erzählen, es passiert nicht viel im Alltag. Aber ich gehe davon aus, dass wir die Corona-Zeit irgendwann überstanden haben und dann werden wir uns wieder regelmäßiger sehen. Er wohnt in einer betreuten WG, hat sein Zimmer, sein Bett, bekommt dreimal täglich etwas zu essen und nimmt seine Medikamente. Es geht ihm gut.

Interview: Andreas Sieler

„Okay, danke, ciao! Eine Geschichte über Freundschaft und Obdachlosigkeit“.

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