1. Startseite
  2. Panorama

Nur noch „Ihre Exzellenz“?

Erstellt:

Von: Thomas Borchert

Kommentare

Lächeln fürs Familienalbum (v. l. n. r.): Prinz Felix, Prinzessin Marie, Prinz Joachim, Prinzessin Athena, Prinz Henrik und Prinz Nikolai. dpa
Lächeln fürs Familienalbum (v. l. n. r.): Prinz Felix, Prinzessin Marie, Prinz Joachim, Prinzessin Athena, Prinz Henrik und Prinz Nikolai. dpa © dpa

Nachdem Dänemarks Königin ihren Enkelkindern die Adelstitel entzogen hat, hängt der Haussegen ziemlich schief

Auch Royals können unangenehm werden, wenn es um die Identität geht. Der dänische Prinz Joachim (53) geht jetzt frontal auf die eigene Mutter, Königin Margrethe (82), los, weil diese seinen vier Kindern die Titel Prinz oder Prinzessin aberkennt. Ab dem 1. Januar dürfen sich Nikolai, Felix, Henrik und Athena (23 bis zehn Jahre alt) nur noch „Graf/Gräfin von Monpezat“ nennen und müssen nur noch mit „Ihre Exzellenz“ statt „Ihre Hoheit“ angesprochen werden.

„Abstrafung“ nennt das der mit der französischen Ehefrau Marie in Paris lebende Joachim. Den Tränen nahe erklärte er vor laufender Kamera, dass der Kopenhagener Hof ihm vor der Veröffentlichung ganze fünf Tage eingeräumt habe, um den Opfern die Neuigkeit schonend beizubringen. „Meine Kinder wissen jetzt nicht, auf welchem Bein sie stehen sollen. Woran sollen sie glauben? Warum nimmt man ihnen die Identität?“

Auf die Frage, ob das Verhältnis zur Mutter nun gestört sei, setzte beim jüngeren Bruder von Kronprinz Frederik (55) Schnappatmung ein, ehe er zu einer Antwort fähig war: „Das muss ich hier wohl nicht ausbreiten.“ Margrethe erklärt die Veränderungen mit Fürsorge für ihre Enkelinnen und Enkel eher gelassen: Ohne die Last der Titel werde es leichter, eine eigene Existenz aufzubauen.

Die schon als Models aktiven Prinzen Nikolai und Felix haben wohl eher die Erfahrung gemacht, dass der im kommenden Jahr wegfallende Titel hilfreich ist. „Die Kampagnenfotos für unsere neue Kollektion sind vor einem historischen Kopenhagener Palais geschossen. Den neuen Schmuck trägt hier Prinz Felix von Dänemark“, heißt es in einer Reklame für eine Reklame.

Das klingt eindeutig besser für dieses Geschäft als „… trägt hier Graf Felix von Monpezat“. Vielleicht schimpft auch deshalb die leibliche Mutter der Herabgestuften genauso ungehemmt öffentlich wie der Vater. Alexandra, seit ihrer Scheidung von Prinz Joachim selbst auch nicht mehr Prinzessin, sondern nur noch „Gräfin von Frederiksborg“, wirft dem Hof Lüge vor. Zu dessen kühler Feststellung, die Veränderung der Titel sei seit Mai abgesprochen, sagte sie im Boulevardblatt „B. T.“: „Sie ist für uns ein Blitz aus heiterem Himmel.“ Die Kinder fühlten sich ausgestoßen.

Eigentlich sei verabredet gewesen, dass alle vier ihre Titel jeweils bis zum 25. Geburtstag behalten dürfen, erklären die Eltern. Besonders für Prinzessin Athena sei die nun aus ungeklärter Ursache kräftig vorverlegte Degradierung schlimm, legt Prinz Joachim in bewegter Tonlage dar: „Athena wird im Januar erst elf!“ Es sei „alles andere als lustig, wenn die eigenen Kinder so traurig gemacht werden“.

Beim Kampf um die Sympathie in der dänischen Öffentlichkeit hat der Prinz wohl eher schlechte Karten gegenüber seiner nach 50 Thronjahren enorm populären Mutter. Margrethe überstand auch vollkommen unbeschadet bizarre öffentliche Klagen ihres 2018 gestorbenen Ehemannes Prinz Henrik über den ihm vorenthaltenen Königstitel und die für ihn als Mann unzumutbare Rolle als Nummer zwei am Hof.

Sein angeborener Name Henri Marie Jean André de Laborde de Monpezat (aus dem niederen französischen Adel) steht nun Pate bei den neuen Titeln für Joachims Kinder. Vielleicht finden sie Trost in dem Namen, den die Satireredaktion „ATS“ der Zeitung „Politiken“ mal für einen angeheirateten gräflichen Neffen von Königin Margrethe aus der deutschen Familie von Pfeil und Klein-Ellguth ausgedacht hat: „Graf Jefferson Airplane Friedrich der Grosse Graf Zeppelin von Pfeilfarbe zur Lufthansa und Kein Gutes.“

Auch interessant

Kommentare