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Nach der Hetze gegen das Nürnberger Christkind gab es nun Rückendeckung aus Münster.

Kreisvorsitzender empört über rassistische Entgleisung

AfD-Hetze gegen Nürnberger Christkind: Eröffnet 17-Jährige Weihnachtsmarkt in Münster?

Weil das neue Nürnberger Christkind indische Wurzeln hat, wurde es von einem AfD-Politiker rassistisch attackiert. Dies empörte einen Lokalpolitiker aus Münster. Er lud die 17-Jährige jetzt zum Weihnachtsmarkt in die Domstadt ein.

  • Vor Kurzem wurde das Nürnberger Christkind 2019 gewählt
  • Die 17-jährige Benigna Munsi wurde daraufhin von der AfD attackiert
  • CDU-Politiker aus Münster reagiert auf Hetze

Nürnberg/Münster – Seit 1969 wird alle zwei Jahre das Nürnberger Christkind gewählt, das nicht nur den Weihnachtsmarkt eröffnet, sondern auch Krankenhäuser und Obdachlosenheime in der Weihnachtszeit besucht. In diesem Jahr fiel die Wahl auf Benigna Munsi, wie msl24.de* berichtet.

Die 17-Jährige, die in Nürnberg geboren wurde, konnte die Jury mit "ihrer Frische, ihrer herzlichen Art und Ehrlichkeit" überzeugen, hieß es nach der Wahl. Das neue Nürnberger Christkind musste sich danach jedoch Anfeindungen von Rechts gefallen lassen. Der Grund: Sie hat einen indisch-stämmigen Vater.

Nürnberger Christkind von AfD rassistisch attackiert: Kritik nach Hetze

Die AfD nutzte die Gelegenheit, nach der Wahl des neuen Nürnberger Christkindes gegen die 17-Jährige zu hetzen, wie msl24.de* berichtet. "Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen", schrieb der Landesverband München-Land der rechtspopulistischen Partei auf Facebook. Danach gab es einen Shitstorm gegen die sogenannte Alternative für Deutschland. 

Daraufhin wurde der Facebook-Post der AfD wieder gelöscht mit dem Hinweis, dieser entspräche nicht den Werten der Partei. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich jedoch weitere Politiker der Partei in die rechte Hetze gegen das Nürnberger Christkind eingereiht. Dies brachte nun Hendrik Grau, frisch gewählter CDU-Kreisvorsitzender aus Münster, auf den Plan.

CDU-Politiker aus Münster reagiert auf Hetze gegen Nürnberger Christkind

"So etwas darf man einfach nicht im Raum stehen lassen. Das ist eine so schäbige und unanständige Geschichte, dass wir da reagieren müssen", kommentierte der CDU-Politiker die Hetze gegen das Nürnberger Christkind im Interview mit dem Radiosender Antenne Münster. 

Als Reaktion darauf schlug er vor, die 17-Jährige zum Weihnachtsmarkt in Münster einzuladen, um diesen zu eröffnen. Über den Vorschlag habe er bereits Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) informiert. Auch Benigna Munsi selbst reagierte bereits auf die rassistischen Anfeindungen der AfD: "Es tut mir leid für die Menschen, die mit so einer Sicht durch die Welt gehen und sich nicht mit offenen Augen auf das fokussieren können, was wichtig ist, vor allem in der Weihnachtszeit", so das Nürnberger Christkind.

In der Domstadt hat es die rechte Partei seit Jahren schwer: Bei der Europawahl gab es für die AfD in Münster nur vier Prozent der Stimmen. Das war der niedrigste Wert für die Partei in allen deutschen Landkreisen.

*msl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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