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Der S-Bahnhof Frankenstadion in Nürnberg: Hier starben die beiden Jugendlichen.

Tödlicher Streit

Nürnberg: Jugendliche vor Bahn gestoßen - Haftbefehl

Zwei Jugendliche sterben auf einem Nürnberger Bahnhof. Gegen zwei 17-Jährige wird Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.

Bei einem Streit auf einem Nürnberger Bahnhof sind zwei Jugendliche von einem Zug überfahren und getötet worden. Nach einer Auseinandersetzung innerhalb einer Gruppe Jugendlicher stürzten am Samstag kurz nach Mitternacht drei 16-Jährige vom Bahnsteig auf das S-Bahn-Gleis - nur einer konnte sich nach Polizeiangaben vor dem gerade einfahrenden Zug retten.

Wenige Stunden nach der tödlichen Tragödie auf der S-Bahn-Station nahm die Kripo zunächst einen 17 Jahre alten Verdächtigen fest. Später wurde ein weiterer Jugendlicher gleichen Alters ermittelt und ebenfalls festgenommen. Gegen die beiden jungen Deutschen wurde am Sonntag von einem Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits am Samstag den Haftbefehl beantragt.

Die Gruppe Jugendlicher hatte nach einer Party auf dem Bahnhof gewartet. Die beiden 17-Jährigen sollen dafür verantwortlich sein, dass ihre drei Kontrahenten vom Bahnsteig in die Gleise fielen. Die Ermittler ließen zunächst offen, ob die mutmaßlichen Täter die drei Jüngeren geschubst, geschlagen oder getreten haben. Dies müssten die weiteren Ermittlungen noch zeigen, sagte Polizeisprecher Wolfgang Prehl.

Die Mordkommission des Nürnberger Polizeipräsidiums nahm noch in der Nacht nach dem Unglück die Ermittlungen auf und befragte Zeugen. Nach ersten Erkenntnissen habe ein "völlig nichtiger Anlass" zu dem Streit zwischen den mindestens fünf Jugendlichen am S-Bahnhof Frankenstadion geführt, erläuterte der Polizeisprecher.

Am Morgen wurde der erste Tatverdächtige aufgrund von Zeugenaussagen identifiziert und festgenommen. Später wurde auch der Junge gefunden, der von den Schienen entkommen konnte. Anschließend gab es Hinweise auf den zweiten Verdächtigen. Die Aussagen der drei Jugendlichen sollen nun dazu beitragen, die Tat genau rekonstruieren zu können. (dpa)

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