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Armer Hund: Der Allgemeinzustand der Tiere verändert sich, der Krankheitsverlauf ist schnell und schmerzhaft.

Norwegen

Norweger rätseln über seltsame Hundekrankheit

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Bei rund 200 Vierbeinern wurden bereits Symptome bemerkt, mehr als 20 von ihnen starben an der mysteriösen Seuche bisher. Norwegische Tierärztinnen und -ärzte sind völlig ratlos.

Kläffende Vierbeiner sieht man derzeit kaum noch auf den Straßen von Oslo. In der norwegischen Hauptstadt herrscht Panik bei Hundebesitzern. Denn am Wochenende warnte das Veterinäramt vor einer mysteriösen, teils tödlich um sich greifenden Hundekrankheit.

Die breitete sich zunächst vor allem in der Hauptstadtregion aus. Inzwischen wird jedoch von kranken Hunden im ganzen norwegischen Königreich berichtet. Mehr als 200 Hunde wurden dem Amt über Tierärzte als erkrankt gemeldet. Mehr als 20 sind bereits am Wochenende gestorben. Aktuellere Zahlen gab es am Dienstag nicht.

Blutiger Stuhlgang und das Erbrechen von Futter und teilweise auch Blut sowie ein sich deutlich verschlechternder Allgemeinzustand der Tiere gehören zu den Anfangssymptomen. Der Krankheitsverlauf ist schmerzhaft und schnell. Mehrere Hunde starben der Tierklinik Anicura zufolge bereits 24 Stunden nach dem ersten Auftreten der Symptome. Das meldete die Osloer Klinik bereits am Donnerstag vergangener Woche.

„Das ist eine sehr ernste Sache. Wir haben kaum Anhaltspunkte. Hunde sämtlicher Rassen und Größen, in jedem Alter, egal ob männlich oder weiblich, egal, ob sie wie Jagdhunde vor allem im Freien sind oder daheim als Schosshündchen gehalten werden, erkranken derzeit an etwas völlig Unbekanntem“, sagte Asle Haukaas vom norwegischen Veterinäramt der FR. Er wirkt gestresst und „hat eigentlich keine Zeit“.

Sein interdisziplinäres Team aus rund 20 Wissenschaftlern, darunter „alles was es gibt“ von „Veterinärmedizinern, über Serologen, Biologen, Epidemiologen, Molkularforscher, Toxikologen, Genetiker, Chemiker und Bakteriologen zerbrechen sich derzeit den Kopf“ über die mysteriöse Hundeseuche. „Ist sie von Hund zu Hund übertragbar und wie? Woher kommt sie?“, erklärt Haukaas. Man wisse dank mehrerer Obduktionen nur, dass gewisse Bakterien, die Durchfall und eine Giftstoffproduktion in Gang setzen können, gefunden wurden.

Clostridium perfringens und Providencia alcalifaciens heißen die Bakterien. Ob sie mit der Krankheit in Zusammenhang stehen, sei wie das meiste andere allerdings noch unklar. Übliche Hundekrankmacher wie Salmonellen, ausgelegtes Rattengift und alle weiteren typischen Ursachen wurden bereits ausgeschlossen. Auch historische Hundeseuchenberichte aus anderen Ländern wurden analysiert, um zu sehen, ob es Gemeinsamkeiten gibt. Bislang erfolglos.

Ob die Hundekrankheit auch nach Deutschland kommen kann, etwa durch Norwegenurlauber mit Hund? „Ausschließen können wir es nicht. Oder anders gesagt, wir wissen es nicht“, sagte Haukaas vom Veterinäramt gegenüber der FR. „Wir wissen so gut wie nichts über die Krankheit, deshalb können wir keine Aussagen treffen, das ist momentan das Frustrierende.“ Auch Ratschläge könne man eigentlich nicht geben, um die Ansteckungsgefahr für den eigenen Hund zu minimieren. Grundsätzlich habe man aber Hundebesitzern empfohlen, den Außenkontakt ihrer Hunde so weit wie möglich zu reduzieren, bis mehr über die Krankheit bekannt sei. „Wir hoffen bald mit neuen Erkenntnissen“, so Haukass.

Peter Kvalsvik hat die mysteriöse Krankheit an seiner Hündin Nomi miterlebt. Das Drama begann bereits am Mittwoch der vergangenen Woche. Zunächst erbrach seine Hündin nur ihr Futter. „Aber im Laufe des Tages erbrach sie immer häufiger. Im Laufe von zwei Stunden begann sie auch Blut auszuspucken“ so Kvalsvik. Er brachte Nomi zum Tierarzt und nun geht es ihr wieder gut. „Es ist wohl wichtig, so schnell wie möglich zum Tierarzt zu kommen, bei den ersten Symptomen“, rät er anderen Hundebesitzern im norwegischen Rundfunk NRK.

Auch die 46-jährige Osloer Schriftstellerin Hilde Solheim ist wie alle norwegischen Hundebesitzer mehr als beunruhigt, „Ich habe richtig, richtig Angst. Für uns gehören unsere Hunde zur Familie, wir haben Angst sie zu verlieren“, sagte Hilde Solheim, während sie mit ihrem Jämthund Jonas und den zwei Dackeln Enra und Trine spielt. „Ich halte sie jetzt immer an der Leine und sie dürfen keinen Umgang mit anderen Hunden haben“, sagte auch sie gegenüber dem Sender NRK. „Für mich sind sie wie Menschen und nicht einfach nur Hunde.“

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