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Nordkorea: Neues Gesetz erlaubt Kim Jong-un atomaren Erstschlag gegen „feindliche Kräfte“

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Von: Moritz Serif

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Kim Jong Un
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un bei einem Termin (Archivfoto). © Uncredited/KCNA/KNS/dpa/picture alliance

Weiterhin bestehen Spannungen zwischen Nord- und Südkorea. Machthaber Kim Jong-un kann einen atomaren Erstschlag ausführen, um „feindliche Kräfte“ zu zerstören.

Pjöngjang – Nordkorea hat per Gesetz einen atomaren Präventivschlag für zulässig erklärt. Zugleich stufte das isolierte Land seinen Status als Atomwaffen-Staat als „irreversibel“ ein, wie staatliche Medien am Freitag (9. September) berichteten. Die Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Nord- und Südkorea.

Das neue Gesetz erlaubt es nach Angaben der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA, dass Pjöngjang „automatisch“ einen atomaren Erstschlag ausführt und „sofort feindliche Kräfte zerstört“, wenn ein anderer Staat eine unmittelbare Bedrohung für Nordkorea ist.

Nordkorea laut Kim Jong-un irreversibler Atomwaffen-Staat

Machthaber Kim Jong-un sagte demnach, mit dem neuen Gesetz „ist der Status unseres Landes als ein Atomwaffen-Staat irreversibel geworden“. Seit Januar hat Nordkorea eine ganze Reihe von Waffentests ausgeführt, darunter auch der Abschuss einer Interkontinental-Rakete. Zugleich machte Nordkorea das verfeindete Südkorea für den Corona-Ausbruch in dem abgeschotteten Land verantwortlich.

Zuvor hatte das Land Vorschläge der südkoreanischen Regierung für wirtschaftliche Hilfen im Tausch gegen seine atomare Abrüstung als absurd zurückgewiesen. Kim Yo-jong, Schwester von Kim Jong-un, bezeichnete den südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol als „richtig simpel und kindisch“.

Nordkorea: Kims Schwester geht Südkorea an

Yoon hätte besser seinen Mund gehalten, wurde die Funktionärin der herrschenden Arbeiterpartei von den staatlich kontrollierten Medien am Freitag zitiert. Yoon hatte dem streng abgeschotteten Nachbarland am Mittwoch in einer Rede zu seinen ersten 100 Tagen im Amt massive Wirtschaftshilfe angeboten, falls es mit dem Abbau seines Atomwaffenprogramms beginnt.

Kim bezeichnete die Atomwaffen ihres Landes als eine Angelegenheit der Ehre. „Niemand tauscht seine Bestimmung gegen Maisküchlein.“ Yoon sei von der falschen Voraussetzung ausgegangen, seine Pläne könnten ihr Land dazu bewegen, Maßnahmen für eine Denuklearisierung zu ergreifen. Seine Initiative sei daher die „Höhe der Absurdität“.

USA und Südkorea fordern Denuklearisierung von Nordkorea

Mit „Denuklearisierung“ meinen die USA und Südkorea den kompletten Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms, das in den vergangenen Jahren international immer wieder für Schlagzeilen sorgte. Indem es an dem Programm festhält, nimmt Nordkorea auch harte internationale Sanktionen in Kauf, die seine wirtschaftliche Entwicklung schon seit Jahren hemmen. (mse/afp/dpa)

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