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Die neu getestete Rakete in Nordkorea. Laut UN-Resolution darf das Land keine ballistischen Raketen besitzen.
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Die neu getestete Rakete in Nordkorea. Laut UN-Resolution darf das Land keine ballistischen Raketen besitzen.

Trotz UN-Verbot

Nordkorea zelebriert Raketentest und den „Ausbau der Militärmacht“

  • Anna Charlotte Groos
    VonAnna Charlotte Groos
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  • Joel Schmidt
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Nordkorea führt erstmals seit einem Jahr wieder Raketentests durch. Das sorgt für internationale Kritik. Doch Nordkorea feiert die „technischen Fortschritte“.

  • Zum ersten Mal seit einem Jahr hat Nordkorea wieder einen Raketentest unternommen.
  • US-Präsident Joe Biden sieht darin zunächst keine Provokation der USA. Andere sehen darin eine Bedrohung für den Frieden in Nordostasien.
  • Nordkorea-News: Alle Infos zu Kim Jong-un auf unserer Themenseite.

Update vom Freitag, 26.03.2021, 12.45 Uhr: Nach der international kritisierten Erprobung von zwei Kurzstreckenraketen hat Nordkorea technische Fortschritte bei der Entwicklung dieser Waffensysteme für sich reklamiert. Bei dem Test am Donnerstag sei der „neue Typ eines taktischen, gesteuerten Projektils“ erfolgreich zum Einsatz gekommen, berichteten Staatsmedien am Freitag.

Die Entwicklung der Waffe sei „von großer Bedeutung für den Ausbau der Militärmacht des Landes und die Abschreckung gegen alle Arten militärischer Bedrohungen auf der koreanischen Halbinsel“, wurde das Politbüromitglied der in Nordkorea herrschenden Arbeiterpartei, Ri Pyong Chol, zitiert.

Nordkorea entwickelt Waffe zur „Abschreckung“

Nach Angaben Südkoreas und Japans hatte Nordkorea am Donnerstag zwei ballistische Kurzstreckenraketen im Osten des Landes in Richtung offenes Meer abgefeuert. Es war der erste Test solcher Raketen des Landes seit etwa einem Jahr. Tests mit ballistischen Raketen jeglicher Reichweite sind Nordkorea durch UN-Resolutionen untersagt. Derartige Flugkörper sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die je nach Bauart auch einen atomaren Sprengkopf befördern können. Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen.

Nordkorea beschrieb die erprobte Rakete weiter als „Waffensystem, dessen Sprengkopfgewicht auf 2,5 Tonnen verbessert“ worden sei. Die entsprechende Schlüsseltechnologie sei bereits entwickelt worden. Der Flugkörper habe wie geplant ein angepeiltes Ziel im Wasser in 600 Kilometer Entfernung von der nordkoreanischen Ostküste getroffen. Laut Angaben des südkoreanischen Militärs flogen beide Raketen 450 Kilometer, bevor sie ins Meer stürzten.

Nordkorea feuert erneut Raketen ab – Japan ist alarmiert kurz vor Olympischen Spielen

Update vom Donnerstag, 25.03.2021, 10.52 Uhr: Nordkorea hat am Donnerstag zwei mutmaßlich ballistische Raketen in der Nähe von Japan in das Meer abgefeuert. Dies zeigt nicht nur die bedrohlichen Waffenressourcen des Landes auf, sondern verstärkt auch die Spannungen in Tokio kurz vor den Olympischen Spielen und erhöht den Druck auf die neue Regierung von US-Präsident Joe Biden

Es soll sich um Raketentests gehandelt haben, die von Behörden in den USA, Japan und Südkorea gemeldet wurden, wie die Agentur Reuters berichtet. Dies wären die ersten ballistischen Raketentests Nordkoreas seit fast einem Jahr und die ersten, die unter US-Präsident Joe Biden gemeldet wurden, der im Januar sein Amt antrat.

Nordkoreas Raketentests während des Starts des olympischen Fackellaufs in Japan

Die Raketentests überschatteten den Start des olympischen Fackellaufs in Japan. Im Juli 2021 sollen die Olympischen Spiele in Tokio beginnen. „Der erste Start in weniger als einem Jahr stellt eine Bedrohung für Frieden und Stabilität in Japan und der Region dar und verstößt gegen die Resolutionen der Vereinigten Staaten“, sagte der japanische Premierminister Yoshihide Suga in Kommentaren des öffentlich-rechtlichen Rundfunks NHK.

In der Regel bestätigt Nordkorea einen Tag später in den staatlichen Medien solche Raketentests, die von Nordkorea als Teil des souveränen Rechts auf Selbstverteidigung angesehen werden. Laut Analyst:innen bedeuten die jüngsten Raketentests allerdings nicht, dass Nordkorea Gesprächen über Denuklearisierung den Rücken gekehrt hat. Doch erhöhten sie so ihre potentielle Verhandlungsmacht gegenüber den USA, sollte es zu einem Dialog kommen.

Kritik an Joe Bidens Reaktion auf Nordkoreas Raketentests – „wird Nordkorea nur ermutigen“

Joe Biden hatte die Raketentests zuletzt nicht als Bedrohung angesehen. „Das Herunterspielen nordkoreanischer Raketentests wird der US-Diplomatie mit Nordkorea in keiner Weise helfen und Nordkorea nur ermutigen, die Grenzen dessen, was die neue Regierung akzeptieren kann, weiter zu testen“, sagte Markus Garlauskas, ein führendes Mitglied des Atlantic Council und ehemaliger US-Geheimdienstoffizier für Nordkorea.

Der japanische Premierminister Suga sagte, er werde für eine sichere Olympiade sorgen und den Start mit Biden während seines Besuchs in Washington im nächsten Monat besprechen. Japan erhob durch seine Botschaft in China einen formellen Einspruch, während der südkoreanische Nationale Sicherheitsrat seine tiefe Besorgnis zum Ausdruck brachte.

Konflikt um Nordkorea: Wettrüsten und militärische Aktivitäten sollen eingestellt werden

Nach einem Treffen mit dem südkoreanischen Außenminister Chung Eui-yong in Seoul sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow, die Gespräche hätten aufgezeigt, dass es notwendig sei, Frieden und Stabilität in Nordostasien, einschließlich der koreanischen Halbinsel, herzustellen. „Dies bedeutet, dass alle verwandten Länder das Wettrüsten und die Eskalation militärischer Aktivitäten jeglicher Art aufgeben müssen“, sagte er in einer Pressekonferenz.

Leif-Eric Easley, Professor an der Ewha-Universität in Seoul, sagte, Nordkoreas militärische Aktivitäten nach der Bestätigung der Beziehungen zu Peking würden Fragen darüber aufwerfen, wie China an der Umgehung von Sanktionen beteiligt sei und möglicherweise die Bedrohung des Kim-Regimes für die Region ermögliche: „Dies wird die Forderungen in den USA und anderswo erhöhen, chinesische Firmen zu sanktionieren, die am illegalen Handel beteiligt sind.“

Joe Biden in der Endphase zur Klärung der Nordkorea-Politik

Zuletzt hatten die USA eine harte Linie gegenüber Nordkorea signalisiert, vor allem in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen, Denuklearisierung und Sanktionen. Die Gesprächsangebote wurden von Nordkorea zurückgewiesen. Die USA sollten erst ihre „feindliche Politik“ und ihre militärischen Übungen in Südkorea abstellen. Auch wurde nicht, wie in früheren Verhandlungen, von einer Denuklearisierung der gesamten koreanischen Halbinsel, sondern von einer Denuklearisierung Nordkoreas gesprochen, was von Nordkorea laut Analyst:innen als höchst problematisch angesehen wird.

Die Biden-Regierung soll sich nun in der Endphase ihrer Klärung der Nordkorea-Politik befinden, sagten Beamt:innen. „Jeder Tag, der ohne ein Abkommen vergeht, das versucht, die Risiken des nordkoreanischen Nuklear- und Raketenarsenals zu verringern, wird größer und schlimmer“, sagte Vipin Narang, Experte für Nuklearangelegenheiten am Massachusetts Institute of Technology in den Vereinigten Staaten über die Situation.

Repliken der nordkoreanischen Scud-B-Raketen im Kriegsmuseum in Seoul. Nordkorea hat erneut Raketen auf das offene Meer gefeuert.

Nordkorea feuert erneut Raketen ab – Südkorea beruft Dringlichkeitssitzung ein

Update vom Donnerstag, 25.03.2021, 06.26 Uhr: Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs zwei nicht identifizierte Geschosse in Richtung offenes Meer abgefeuert. Die Flugkörper seien am Donnerstagmorgen im Osten des Landes abgeschossen worden, teilte der Generalstab in Südkorea mit. Ob es sich um ballistische Raketen handelte, war zunächst unklar. Weitere Untersuchungen würden zusammen mit dem US-Militär vorgenommen, hieß es. Südkoreas Nationaler Sicherheitsrat wollte sich nach Angaben des Präsidialamts in Seoul in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Waffentest befassen.

Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete unter Berufung auf einen Regierungsbeamten, Nordkorea habe an seiner Ostküste möglicherweise zwei ballistische Raketen in Richtung Japanisches Meer abgefeuert. Sie seien außerhalb des japanischen Gewässers ins Meer gestürzt. UN-Resolutionen verbieten dem wegen seines Atomwaffenprogramms isolierten Land den Test solcher Raketen, die je nach Bauart auch einen Nuklearsprengkopf tragen können.

Nordkorea hatte Südkorea zufolge erst am vergangenen Sonntag (21.03.2021) zwei mutmaßliche Marschflugkörper von kurzer Reichweite an der Westküste abgefeuert. Auch die USA bestätigten den Test, doch spielte ihn US-Präsident Joe Biden herunter. Tests von Lenkflugkörpern unterliegen nicht den Sanktionen gegen das abgeschottete Land. Anders als ballistische Raketen verfügen Marschflugkörper über einen permanenten eigenen Antrieb.

Nordkorea: Kim Jong-un zündet neue Raketen - Joe Biden hat „damit kein Problem“

Erstmeldung vom Mittwoch, 24.03.2021, 14.17 Uhr: Seoul – Längere Zeit schon hatte Nordkorea keinen neuen Raketentest unternommen – nun soll das Land kürzlich bei einem Waffentest zwei Marschflugkörper in Richtung des Gelben Meeres abgefeuert haben. Der Raketentest gilt als der erste, seit dem Amtsantritt von US-Präsident Joe Biden. Dieser zeigt sich in einer ersten Reaktion jedoch unbesorgt.

Bei dem Waffentest am vergangenen Sonntag (21.03.2021) an der Westküste Nordkoreas seien vermutlich zwei Marschflugkörper von kurzer Reichweite abgefeuert worden, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte am Mittwoch (24.03.2021) mit. Auf die Frage von Journalist:innen, ob der Test als Provokation gegenüber den USA gesehen werde, sagte Präsident Joe Biden mit Verweis auf das US-Verteidigungsministerium am Dienstagabend (23.03) in Washington: „Nein... alles wie gehabt. Da gibt es kein neues Problem bei dem, was sie getan haben.“

Erster Raktentest seit einem Jahr in Nordkorea: Joe Biden sieht keine Provokation durch Kim Jong-un

UN-Resolutionen verbieten der selbst erklärten Atommacht Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch atomare Sprengköpfe tragen können. Tests von Marschflugkörpern unterliegen dagegen nicht den Sanktionen gegen das Land. Anders als ballistische Raketen verfügen Marschflugkörper (Cruise Missile) über einen permanenten eigenen Antrieb.
Wie weit die beiden Lenkflugkörper am Sonntag flogen, war zunächst unklar. Es war der erste bekannt gewordene Raketentest des Landes seit April des vergangenen Jahres. Der Test scheine Teil des Wintertrainings der nordkoreanischen Streitkräfte zu sein, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Militärvertreter.

Der Test erfolgte nach gemeinsamen Militärübungen der Streitkräfte Südkoreas und der USA. Die neuntägige Kommandoübung, die kein Feldtraining umfasste, war am Donnerstag der vergangenen Woche zu Ende gegangen. Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong, hatte die Militärübungen verurteilt und der neuen US-Regierung vorgeworfen, als ersten Schritt Ärger machen zu wollen.

Nordkorea-Politik: Washington hat macht sich keine Illusionen übert diplomatische Beziehungen

Bei seinem Besuch in Seoul in der vergangenen Woche hatte US-Außenminister Antony Blinken China dazu aufgefordert, seinen Einfluss auf die Regierung in Pjöngjang im Streit über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm stärker geltend zu machen. Derzeit befindet sich die US-Regierung gemeinsam mit Südkorea und weiteren Verbündeten in einem Aushandlungsprozess über eine neue Nordkorea-Politik. Die umfassende Überprüfung der bisherigen Strategie sowie perspektivische weitere Optionen sei fast abgeschlossen, sagte ein ranghoher Regierungsbeamter der Deutschen Presseagentur zufolge.

Dennoch habe die Politik in Washington bezüglich der diplomatischen Bemühungen zu Nordkorea keine „Illusionen darüber, wie schwierig das wird“. Bereits seit vielen Jahren treibt nordkorea sein Raketenprogramm voran, deren Schwerpunkt auf der Entwicklung von ballistischen Raketen liegen soll. Parallel dazu soll das Land laut „dpa“ ebenfalls die Entwicklung weiterer Waffensysteme, darunter auch Lenkwaffen, verfolgen. Etwa seit zwei Jahren stocken die Verhandlungen zwischen Pjöngjang und Washington über das Atomprogramm von Nordkorea. (jsc/dpa/ag/Reuters)

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