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Harry und Meghan sind ab April keine „Königlichen Hoheiten“ mehr. (Archivbild)

Megxit

Noch ein Mal winken und lächeln

Dann sind Harry und Meghan keine Royals mehr: Am Commonwealth Day haben sie ihren letzten Auftritt als Prinz und Herzogin.

Ein Blitzlichtgewitter dürfte ihnen gewiss sein: Rund zwei Monate nach der Ankündigung, sich von ihren royalen Aufgaben zurückziehen zu wollen, sind Prinz Harry und Herzogin Meghan an diesem Montag voraussichtlich zum letzten Mal öffentlich im Auftrag der Queen in Großbritannien unterwegs.

Beim Commonwealth Day in der ehrwürdigen Westminster Abbey will das Paar gemeinsam mit anderen Mitgliedern aus dem engen Kreis der Königsfamilie an einer Messe teilnehmen. Bei ihrer kurzen Abschiedstour in den vergangenen Tagen hatten die beiden – solo oder als Paar – noch einen regelrechten Sprint hingelegt.

Sie besuchten gemeinsam kriegsversehrte Veteranen und ein Musikfestival in der Royal Albert Hall. Harry eröffnete ein Motorsport-Museum bei der legendären Silverstone-Rennstrecke, Meghan tauchte im National Theatre und in einer Londoner Schule auf, wo ein Jugendlicher ihr einen Wangenkuss gab. Stolz rief der 16-Jährige auf dem Podium: „Sie ist wirklich schön … Ich muss hier doch die Wahrheit sagen.“ Die Schülerinnen und Schüler tobten, Meghan scherzte und lachte.

Das Paar bekam auf seiner Abschiedsrunde viel Beifall. Aber es gab auch Buhrufe und böse Kommentare in Sozialen Medien, in denen vor allem Meghan beschimpft wurde. Sie habe einen schlechten Einfluss auf ihren Prinzen, hieß es, und mache die Queen traurig. Im Januar hatten die beiden angekündigt, sich von ihren royalen Aufgaben teilweise zurückzuziehen und „finanziell unabhängig“ werden zu wollen.

Später einigten sie sich mit dem Königshaus auf einen klaren Bruch: Demnach verzichtet das Paar von April an auf die Anrede „Königliche Hoheit“ und nimmt keine offiziellen Aufgaben mehr für die Royals wahr. Auch die Marke „Sussex Royal“, die Harry und Meghan seit ihrer Hochzeit verwendet haben, soll verschwinden.

Die Queen will in einem Jahr überprüfen lassen, ob alles in geordneten Bahnen verläuft. Für Harry und Meghan ist es ein Schritt ins Ungewisse. Unklar, ob sie ihren anspruchsvollen Lebensstil aufrecht erhalten können. Ein Auftritt bei einer Veranstaltung der US-Bank JP Morgan in Miami befeuerte Spekulationen, sie könnten künftig mit solchen Reden ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Die kanadische Regierung stellte klar, dass sie ab April nicht mehr für die Sicherheit von Harry, Meghan und ihrem Sohn Archie aufkommen wird. Allein der Personenschutz des Paares soll bis zu 20 Millionen Euro pro Jahr kosten. Sicher ist bislang nur, wo Meghan und Harry leben wollen. „Mille Fleurs“ heißt die Villa, die das Paar derzeit mietet, „Tausend Blumen“.

Schon über Weihnachten hatten sie sich dort aufgehalten – direkt an einem Fjord auf Vancouver Island gelegen. North Saanich heißt der Bezirk um das Luxusanwesen herum. Rund 11 000 Menschen leben dort – aber bei weitem nicht alle in Edelvillen mit großen Grundstücken.

Die ländlichen Straßen sind gesäumt von kleineren Häuschen, vor vielen grasen Schafe, Pferde oder Esel. Gemüse und Obst werden angebaut, auch Wein. Auf einem Schild werden „Eier aus Freilandhaltung“ angeboten. Es gibt Wanderwege und Fahrradfahrer, Autos kommen seltener vorbei.

In Plastikcontainern wird die Gratis-Zeitung „Peninsula News Review“ angeboten, die Sonderangebote der lokalen Supermärkte und Veranstaltungen des Schach-Clubs verkündet. Meghan und Harry sollen sich unter anderem schon auf dem lokalen Bauernmarkt haben blicken lassen. Ein schickes Restaurant in der Gegend hatte dem Paar allerdings aus Sicherheitsgründen eine Reservierung verweigert.

Die meisten Anwesen am dunkelblau glitzernden Fjord wirken größer als der Rest der Häuser der Gegend – aber keines nur annähernd so groß und edel wie „Mille Fleurs“, das angeblich einem russischen Milliardär gehört. Allein das Gästehaus soll einer Immobilien-Webseite, die es vor einigen Jahren für rund 18 Millionen Dollar anbot, drei Schlafzimmer und zwei Badezimmer haben.

Das Haupthaus im französischen Landhausstil hat demnach gleich fünf Schlafzimmer, acht Badezimmer und unter anderem einen Pizza-Ofen, ein Spiele-Zimmer und einen Raum für Weinproben. Um das Haus herum ist ein großer Garten mit vielen Tannen, es gibt zwei direkte Zugänge zu einem kleinen Strand am Fjord.

Seit Meghan und Harry dort wohnen, sind neue Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Der Zaun ist vielerorts mit weißen Plastikplanen verstärkt, zudem sind Überwachungskameras angebracht worden. Zwischen Anwesen und Strand wurde ein Behelfszaun aufgestellt. Abgelegen und uneinsehbar ist das Geländer allerdings nicht.

Direkt daneben führt ein öffentlicher Weg zum Strand, an dem auch eine kleine Bank steht. Durch Teile des Maschendrahtzauns und vom Strand aus sind die Terrasse und der Vorplatz des Hauses gut zu sehen. „Hier wohnen unsere neuen prominenten Nachbarn“, sagte ein älterer Mann, der gemeinsam mit seiner Frau nur wenige Häuser entfernt wohnt und Freunde zu Besuch hat.

Bislang seien Meghan und Harry angenehme Nachbarn, von denen man wenig mitbekomme. Um Weihnachten herum seien viele Journalistinnen und Journalisten sowie Schaulustige da gewesen, danach habe das abgenommen. „Glücklicherweise. Wir mögen hier nämlich unsere Ruhe. Und wir lassen unsere Nachbarn in Ruhe – auch die prominenten.“ (dpa)

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