Forschung zu Schwarzen Löchern

Physik-Nobelpreis auch für Forscher aus Bayern - Merkel gratuliert

Der Nobelpreis für Physik ist vergeben. Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat drei Preisträger bekannt gegeben, darunter ist auch ein Deutscher.

  • Der Nobelpreis für Physik ist die höchste Auszeichnung für Physiker.
  • Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften hat am Dienstag die Preisträger des Physik-Nobelpreises 2020 bekannt gegeben.
  • Es sind drei Preisträger, darunter ein Forscher aus Bayern.

Update vom 6. Oktober, 16.40 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem deutschen Astrophysiker Reinhard Genzel zu seiner Auszeichnung mit dem Physik-Nobelpreis gratuliert. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag auf Twitter mitteilte, lobte die Kanzlerin Genzels „bahnbrechende Leistung bei der Erforschung Schwarzer Löcher“.

Der Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching erhält den Nobelpreis zusammen mit dem britischen Forscher Roger Penrose und der US-Wissenschaftlerin Andrea Ghezin. Merkel gratulierte laut Seibert auch ihnen ausdrücklich zu ihrem Erfolg.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek gratulierte den Preisträgern ebenfalls. Es sei „für uns alle ein ganz besonderer Tag“, sagte sie in Berlin. Die Ehrung für Genzel sei letztlich auch „für den gesamten Wissenschaftsstandort Deutschland eine Auszeichnung“.

Die Forschungen rund um Schwarze Löcher bezeichnete Karliczek als „faszinierend“. Während Penrose theoretische Grundlagen geliefert habe, hätten Genzel und Ghezin über 25 Jahre hinweg Teleskope „mit ungeheurer Darstellungskraft“ genutzt, um den Geheimnissen der astronomischen Phänomene näher zu kommen. Durch die Auszeichnung aller drei Forscher habe das Nobelpreiskomitee auch gewürdigt, dass Wissenschaft am besten mit Hilfe von Kooperation und Arbeitsteilung funktioniere.

Erstmeldung: Stockholm - Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr zur einen Hälfte an Roger Penrose (Großbritannien) sowie zur anderen Hälfte an Reinhard Genzel (Deutschland, Garching bei München) und Andrea Ghez (USA) für Forschungen zu Schwarzen Löchern.

Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit.

Reinhard Genzel ist Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München.

Roger Penrose (geboren 1931) bekommt den Preis für die Entdeckung, dass die Bildung von Schwarzen Löchern eine robuste Vorhersage der Allgemeinen Relativitätstheorie ist. Penrose erfand geniale mathematische Methoden, um Albert Einsteins allgemeine Relativitätstheorie zu erforschen, wie das Nobelkomitee mitteilte. Er habe gezeigt, dass diese Theorie zur Bildung von Schwarzen Löchern führt, jenen Monstern in Zeit und Raum, die alles erfassen, was ihnen nahe kommt.

Reinhard Genzel (geboren 1952) und Andrea Ghez (geboren 1965) werden ausgezeichnet für die Entdeckung eines supermassiven kompakten Objekts im Zentrum unserer Galaxie. Genzel und Ghez entdeckten, dass ein unsichtbares und extrem schweres Objekt die Umlaufbahnen der Sterne im Zentrum unserer Galaxie beherrscht. Ein supermassives Schwarzes Loch sei dafür die einzige derzeit bekannte Erklärung.

Physik-Nobelpreis - Höchste Auszeichnung für Physiker

Die höchste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 950.000 Euro) dotiert - eine Million Kronen mehr als im Vorjahr.

Seit der ersten Vergabe im Jahr 1901 haben jetzt 215 Forscher den Physik-Nobelpreis erhalten, darunter nun vier Frauen.

  • 2020 Andrea Ghez
  • 2018 Donna Strickland
  • 1963 Maria Goeppert-Mayer
  • 1903 Marie Curie (die auch 1911 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde)

Der US-Amerikaner John Bardeen bekam ihn zweimal.  Im vergangenen Jahr hatten sich der US-Kosmologe James Peebles sowie die Schweizer Exoplaneten-Entdecker Michel Mayor und Didier Queloz die Auszeichnung für ihre bahnbrechenden Beiträge zum Verständnis des Kosmos geteilt.

Den ersten Physik-Nobelpreis hatte 1901 der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen für die Entdeckung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen erhalten. (dpa,AFP)

Rubriklistenbild: ©  M.Weiss/NASA/Chandra X-ray Observatory/AP/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare