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Gleichgeschlechtliche Ehe

Niederländische Kronprinzessin dürfte auch Frau heiraten

In den Niederlanden steht die gleichgeschlechtliche Ehe auch Königinnen, Königen und Thronfolgern offen. Kompliziert wird es nur bei der Thronfolge.

Den Haag – Wenn sie wollte, könnte die niederländische Kronprinzessin Amalia auch eine Frau heiraten. Die gleichgeschlechtliche Ehe stehe auch Königinnen, Königen und Thronfolgern offen, erklärte Ministerpräsident Mark Rutte in einem Brief an das Parlament in Den Haag. Sie müssten nicht auf den Thron verzichten. Die Thronfolge von möglichen Kindern aus einer gleichgeschlechtlichen Ehe müsse aber noch gesetzlich geregelt werden, sagte Rutte. Er betonte am Dienstagabend (12.10.2021) in einem TV-Interview, dass es eine „rein hypothetische Frage“ sei.

Anlass für den Brief des Premiers an das Parlament waren Fragen von Abgeordneten. In einem Buch über Kronprinzessin Amalia, die im Dezember 2021 18 Jahre alt wird, wird suggeriert, dass sie bei einer Hochzeit mit einer Frau auf den Thron verzichten müsste. Doch dem widerspricht die Regierung. „Die Regierung findet, dass ein Thronfolger auch eine Person des gleichen Geschlechts heiraten kann.“

Niederlande: Parlament muss royaler Hochzeit zustimmen

Allerdings müsse zuvor die Position möglicher Kinder geregelt werden, denn in der niederländischen Verfassung ist die Thronfolge strikt an die erbliche Abstammung gebunden. In den Niederlanden muss das Parlament der Hochzeit eines Thronfolgers oder einer Thronfolgerin zustimmen. Ohne diese Zustimmung kann der Prinz oder die Prinzessin nicht den Thron besteigen.

König Willem-Alexander und Königin Maxima (r) mit den Töchter, Kronprinzessin Amalia (2.v.r), Prinzessin Alexia und Ariane.

Im Jahr 2000 hatte der damalige Premier Wim Kok noch erklärt, dass der Kronprinz auf den Thron verzichten müsste, sollte er einen Mann heiraten. Doch ein Jahr später führten die Niederlande als weltweit erstes Land die gleichgeschlechtliche Ehe ein.

Gleichgeschlechtliche Ehe: Die normalste Sache der Welt

Der niederländische Verband COC, der für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Trans-Menschen eintritt, sprach diesbezüglich von der „normalsten Sache der Welt“. (ktho/dpa)

Rubriklistenbild: © Sylvia Lederer/dpa

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