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Die umstrittene Illustration auf der „Goldenen Kutsche“ des niederländisches Königshauses zeigt eine weiße Frau auf einem Thron sowie dunkelhäutige, halbnackte Menschen, die zu ihren Füßen knien. (Archivfoto)
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Die umstrittene Illustration auf der „Goldenen Kutsche“ des niederländisches Königshauses zeigt eine weiße Frau auf einem Thron sowie dunkelhäutige, halbnackte Menschen, die zu ihren Füßen knien. (Archivfoto)

Rassismus in den Niederlanden

Niederlande: König Willem-Alexander lässt rassistische Kutsche stehen

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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König Willem-Alexander wird die umstrittene Kutsche einmotten lassen, deren Gestaltung die koloniale Vergangenheit der Niederlande verherrlicht.

Amsterdam/Den Haag – Die „Goldene Kutsche“ ist ein Symbol der niederländischen Monarchie. Die Königin oder der König, derzeit Willem-Alexander, begibt sich darin am dritten Dienstag im September zum Parlament, um die jährliche Thronrede am Prinsjesdag zu halten. Auch bei royalen Hochzeiten findet die Kutsche des Monarchen oder des Thronfolgers Verwendung.

Doch die „Gouden Koets“ ist umstritten – und soll bis auf Weiteres nicht mehr eingesetzt werden.

Niederlande: König lässt Goldene Kutsche stehen – Symbol für Rassismus und Kolonialismus

Seit Jahren wird in den Niederlanden intensiv über das Monarchie-Symbol diskutiert. Anlass des Streits ist die Illustration „Huldigung der Kolonien“ auf einer Seitenwand. Zu sehen ist unter anderem eine weiße Frau auf einem Thron, zu ihren Füßen knien schwarze halbnackte Menschen und bieten Geschenke an. Daneben gibt ein weißer Mann einem dunkelhäutigen Jungen ein Buch. Der Maler Nicolaas van der Waay hatte darstellen wollen, wie die Niederlande „Zivilisation“ in die Kolonien bringen. Für viele Leute ist die Kutsche daher ein Symbol für Rassismus und Unterdrückung in mehr als 200 Jahren Kolonialgeschichte. Ein Aktivist hatte vor Jahren sogar gefordert, die Kutsche zu verbrennen.

König Willem-Alexander teilt nun mit, dass er die Kutsche vorerst stehen lassen wird. Solange die koloniale Vergangenheit noch umstritten sei, werde er nicht in der Kutsche fahren, gab der 54-Jährige in einer Videobotschaft bekannt. „Solange in den Niederlanden Leute leben, die den Schmerz von Diskriminierung täglich spüren, wird die Vergangenheit stets einen Schatten auf unsere Zeit werfen“, sagte der König. „Wir können die Vergangenheit nicht neu schreiben. Wir können aber gemeinsam versuchen, damit ins Reine zu kommen“, fügte er hinzu. Er sprach dabei auch von einem „Weg der Versöhnung“.

Niederlande: Goldene Kutsche wegen rassistischer Vergangenheit umstritten

Die Kutsche, die von Pferden gezogen wird, war zuletzt 2015 benutzt worden. Danach wurde das fast 125 Jahre alte Gefährt umfassend restauriert. Sie war ein Geschenk der Amsterdamer Bevölkerung 1898 an Königin Wilhelmina. Seit vergangenem Sommer ist die Goldene Kutsche im Museum für Stadtgeschichte von Amsterdam zu sehen. Die Ausstellung endet im kommenden Februar.

Mit der Bewegung Black Lives Matter ist die Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit europäischer Nationen wieder verstärkt in den Fokus gerückt. In Großbritannien hatten Demonstrant:innen die Statue eines Sklavenhändlers gestürzt – nun ist dort ein kontroverses Urteil gefallen. (lrg/dpa)

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