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Was wäre Weihnachten ohne Ommas Plätzchen. (Symbolbild)
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Was wäre Weihnachten ohne Ommas Plätzchen. (Symbolbild)

DER FR-ADVENTSKALENDER

Nicht ohne Ommas Plätzchen

Von einem Rezept, das bleibt – und sich doch ständig wandelt. Teil 15 unserer Adventsgeschichten

Es gibt Dinge, die sind schlicht undenkbar. Weihnachten ohne Baum? Meinetwegen. Ohne Krippe: Okay, zur Not. Ohne Schnee? Eh die Regel. Es kann Katzen und Hunde regnen – egal. Aber Weihnachten ohne Plätzchen nach Omas Rezept? Vollkommen undenkbar. Das wäre wie praktisch nicht stattgefunden.

Das Rezept ist ein Familienrezept. Wie viele Generationen es das Rezept schon gibt? Keine Ahnung, wir nutzen es mindestens in der dritten. Vermutlich überdauert es keine Generation ohne leichte Anpassungen. Meine Mutter hat die Mengen einst auf die Leistungsfähigkeit ihrer Küchenmaschine umgerechnet. Und vermutlich ist die Mengenangabe „nicht zu knapp“ von ihr.

Überhaupt macht Ausprobieren die Erfahrung. Nelken und Zimt verleihen dem Teig je nach Menge eine bestimmte Farbe und einen bestimmten Geruch. Irgendwann hat man raus, wie der ideale Teig aussehen und riechen muss, damit die Plätzchen gelingen – wenn man sie nicht verbrennen lässt.

Um dem ärgsten Weihnachtsplätzchenhunger Herr zu werden, hat meine Mutter mindestens zwei Küchenmaschinen von dem Teig gemacht. Der übrigens direkt aus der Schüssel fast noch besser schmeckt als später gebacken, was nicht selten zu kleineren Scharmützeln an der Teigschüssel geführt hat.

Beim Blick auf die Zutatenliste könnte man zu der Vermutung kommen, dass das Rezept ursprünglich mal ein Spekulatiusrezept war. Vermutlich war unseren Vorfahren die Herstellung der Weihnachtsplätzchen für die ganze verfressene Bagage mit dem Spekulatiusmodel schlicht zu aufwendig. Bei uns wurde und wird der Teig immer entweder durch den Wolf gedreht (sternförmig und gedreht oder als Streifen) oder ausgewalzt und ausgestochen. So kennen wir es.

Am Wichtigsten an dem Rezept ist aber ohnehin nicht der allerletzte Rezeptkniff, die kunstfertigste Form oder die feinste Verzierung, sondern dass die Plätzchen nach Heimat schmecken, nach Zuhause, nach menschlicher Wärme und Mutterliebe – und ein bisschen nach Tradition.

Ganz schlecht scheinen die Plätzchen aber auch außerhalb der Familie nicht anzukommen. Das Rezept haben wir schon diverse Male in Freundeskreis weitergegeben. Auch unter Verwandten, die meinten, „XY sacht, ihr habt noch dat Plätzchenrezept vonne Omma?“ (Ja, die Familiengeschichte spielt im Ruhrgebiet). Und deshalb heißt es heute auch „Spritzgebäck Omma Kurtenbach“ – unabhängig von seinem tatsächlichen Weg durch die Zeit.

Weihnachtsrituale

Für die einen ist es die Gans an Heiligabend, für die anderen muss es „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ im Nachmittagsprogramm sein. Wir alle haben bestimmte Geschichten, Filme oder auch Rituale, die zu Weihnachten gehören – und ohne die unsere Adventszeit nur halb so festlich wäre. In diesem Jahr finden Sie im FR-Adventskalender nicht nur die beliebten persönlichen Geschichten, sondern hin und wieder auch Verlosungen. Viel Glück und auf jeden Fall: Frohes Fest! FR

Spritzgebäck Omma Kurtenbach

Zutaten (für eine Küchenmaschine):

200 g Zucker

250 g Butter

2 Eier (Größe M)

625 g Mehl

Zimt, Nelken (nach Geschmack, nicht zu knapp)

Muskatpulver (maximal eine Messerspitze)

1/2 TL Hirschhornsalz

Zubereitung:

In der Reihenfolge in die Küchenmaschine, Mehl peu à peu. Am Ende sollte ein schwerer, fester Teig entstanden sein. Über Nacht kühl stellen.

Am nächsten Tag nach Wunsch verarbeiten (vorzugsweise durch den Wolf, aber auch Ausstechen).

Bei 160 Grad backen, circa 15 Minuten, Bräunungsgrad nach Geschmack.

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