Rotes Kreuz

Nicht einmal jeder Zweite traut sich Wasserrettung zu

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sprach am Montag von besorgniserregenden Zahlen und appellierte, „die eigenen Schwimmfähigkeiten zu verbessern“.

Nicht einmal jeder Zweite in Deutschland traut sich einer Umfrage zufolge zu, jemanden aus einer Notsituation im Wasser zu retten. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als Auftraggeber der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey sprach am Montag von besorgniserregenden Zahlen und appellierte, „die eigenen Schwimmfähigkeiten zu verbessern“.

Auf die Frage „Fühlen Sie sich in der Lage, jemanden aus einer Notsituation im Wasser zu retten?“ antworteten 44,8 Prozent der Befragten mit „Ja, auf jeden Fall“ oder „Eher ja“. 43,1 Prozent sagten „Eher nein“ oder „Nein, auf keinen Fall“. Die restlichen 12,1 Prozent zeigten sich unentschieden. Während insgesamt 52,4 Prozent der Männer die entsprechende Frage bejahten, waren es bei den Frauen nur 34,9 Prozent. Außerdem fühlten sich jüngere Leute eher in der Lage zu helfen, als die älteren Befragten.

Mehr als zwei Drittel (68,6 Prozent) aller Befragten legen Wert darauf, dass eine Badestelle von Rettungsschwimmern bewacht wird, wie die Umfrage weiter ergab. „Rund 24 Prozent, darunter besonders die männlichen Befragten zwischen 18 und 39 Jahren, ist das nicht wichtig“, teilte das DRK mit.

Andreas Paatz, Bundesleiter Wasserwacht beim DRK, empfahl den Besuch eines Rettungsschwimmkurses. „Das gilt nicht nur für Eltern, sondern für alle, die sich am oder im Wasser aufhalten. Es ist wichtig, sich nicht vor der Hilfe in einer Notsituation zu scheuen und zu wissen, wie man über den Notruf hinaus Leben retten kann.“ Paatz appellierte zudem, nur überwachte Badestellen aufzusuchen.

Die Wasserwacht des DRK sichert nach eigenen Angaben mit etwa 140 000 Ehrenamtlichen in Deutschland 3000 Badegewässer. Jährlich würden dabei rund 250 Menschen vor dem Ertrinken gerettet.

Nach einer Zwischenbilanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ertranken in den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 in deutschen Gewässern mindestens 192 Menschen. Der Anteil der Frauen liege bei 23 Prozent, Männer seien die Risikogruppe. „Männer sind oft leichtsinniger und spielen gerne mal den Helden, was dann leider allzu oft tragisch endet“, hatte DLRG-Sprecher Achim Wiese zur Vorstellung der Zwischenbilanz Anfang August erklärt. (dpa)

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