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„Wirklich heftig“: Meteorologe ist wegen Änderung in Wetter-Modell besorgt

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Von: Naima Wolfsperger

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Das Wochenende sollte Regen bringen. Doch nun ist von den ursprünglichen Prognosen wenig übrig. In Deutschland bleibt es weiterhin trocken.

Frankfurt – Es ist nicht nur die Hitze. Vielmehr: Es ist vor allem die Dürre, die den Pflanzen und in der Folge auch dem Menschen in diesem Sommer zu schaffen macht. Staubtrocken wird die Erde von landwirtschaftlichen Maschinen vielerorts in Deutschland aufgewirbelt. Das bisschen, das an Wasser herunterkommt, kann die verkrustete Oberfläche nicht erweichen und spült höchstens ein wenig vom Oberboden weg. Und es bleibt, das Wetter in Deutschland - es will immer noch nicht recht regnen.

Dabei hatte man gerade auf dieses Wochenende gehofft. „Das ist wirklich heftig. Viel angekündigter Regen ist aus den Wettermodellen verschwunden“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung, Geschäftsführer beim Wetterdienst Q.met (www.qmet.de), gegenüber dem Wetterportal wetter.net. Das berichtet Merkur.de.

Wetter in Deutschland: Die Prognose von Diplom-Meteorologe Dominik Jung

Mit dem nötigen flächendeckenden Regen hatte der Experte sowieso nicht gerechnet. Doch jetzt wird noch weniger Niederschlag erwartet als vorerst in den Prognosen berechnet. Besonders betroffen seien die Regionen im Westen Deutschlands. In Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Hessen und Rheinland-Pfalz soll es nur noch wenige Liter Regen geben. „Ganz vereinzelt können dort Gewitter mal etwas mehr bringen, aber sonst ist der meiste Regen aus den Berechnungen verschwunden. Schwerpunkt ist nun nur noch der Alpenrand, der Südosten Bayerns und teilweise der Osten Deutschlands rund um Sachsen, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern“, so Jung. Die Höchstwerte liegen am Donnerstag im Osten 27 bis 34 Grad, sonst 22 bis 29 Grad.

Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt eine Deutschlandkarte, überwiegend dunkelrot eingefärbt.
Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung meldet „außergewöhnliche Trockenheit“. © Screenshot: ufz.de (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)

„Wir sind buchstäblich gefangen im Wärme/Hitze- und Dürre-Dauermodus. Ein neues Hoch kommt nächste Woche mit viel Sonnenschein und Trockenheit. Dazu steigen die Höchstwerte schon wieder verbreitet auf 30 Grad und darüber, in der Spitze bis 35 oder 36 Grad. Eine nachhaltige Abkühlung ist nicht in Sicht, ebenso wenig wie reichlich Landregen und das könnte bis Anfang September so bleiben“ sagt Wetterexperte Jung.

WochentagTemperaturenPrognose
Donnerstag25 bis 34 Gradteils dichte Wolken und wenig Sonne, aus Südwesten einzelne Schauer und Gewitter
Freitag19 bis 31 GradMix aus Sonne und Wolken, im Osten und an den Alpen sehr nass, sonst viel Sonne und teilweise wieder heiß
Samstag24 bis 29 Gradoft freundlich mit Sonnenschein, kaum noch Gewitter oder Schauer
Sonntag24 bis 29 Gradviel Sonnenschein und trocken
Montag23 bis 30 Gradoft trocken und freundlich
Dienstag25 bis 31 Gradmeist freundlich und trocken
Mittwoch25 bis 33 Gradviel Sonnenschein, trocken
Donnerstag27 bis 36 Gradsehr sonnig und trocken
Freitag26 bis 34 Gadmeist viel Sonne und ein paar Wolken

Dürre in Deutschland: Pflanzenverfügbares Wasser im Boden geht weitgehend gegen Null

Auch der Dürremonitor des Helmhotz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) liefert erschreckende Ergebnisse. Dunkelrot sind darauf weite Teile Deutschlands als „außergewöhnliche Dürre“ (Höchststufe) gekennzeichnet. Die wenigen restlichen Flächen sind bestenfalls „ungewöhnlich trocken“. Auch das für Pflanzen verfügbare Wasser im Boden geht in fast ganz Deutschland gegen Null - und somit den Welkepunkt.

Das sieht auch Jung so: Es kommt „kaum noch was vom großen Regen an. Zeitweise wurden rund um das Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen schon mal bis zu 100 Liter Regen berechnet. Davon ist kaum noch etwas geblieben. Im Osten und an den Alpen liegt nun der Regenschwerpunkt. Dort kann es durch den Starkregen zu Überschwemmungen kommen bzw. eng begrenzten Sturzfluten. Gegen die große Dürre wird der Regen wenig ausrichten. Der Erdboden ist so trocken und hart, er kann kaum Wasser aufnehmen und danach geht es ab dem Wochenende schon wieder vielfach trocken, sonnig und sehr warm weiter. Der Sommer 2022 ist weiterhin voll auf Rekordkurs.“

Sommer auf Rekordkurs: Es könnte der trockenste seit 1881 werden

Der Sommer 2022 könnte der trockenste Sommer seit 1881 werden. Das hat Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Ernteerzeugnisse. Aber auch auf die deutschen Wälder. Dabei sind es vor allem die Schädlinge, die bei dieser massiven Trockenheit leichtes Spiel haben, erklärt das UFZ auf seiner Webseite. Die Folgen des Waldsterbens sind noch nicht ausreichend abzusehen. (Naima Wolfsperger)

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