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Geheimkommandos im Ukraine-Krieg: Ex-Offizier kritisiert Aktivitäten der CIA

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Von: Teresa Toth

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Geheimkommandos sollen das ukrainische Militär beim Training und Operationen unterstützen.
Geheimkommandos sollen das ukrainische Militär beim Training und Operationen unterstützen. © Russian Defense Ministry Press/dpa

Einem Medienbericht zufolge unterstützen westliche Kommandos das ukrainische Militär. Sowohl bei Waffentransporten als auch bei der Ausbildung.

Kiew – Immer wieder betonen die Nato-Staaten, dass sie keine Soldaten in die Ukraine schicken. Einem Bericht der New York Times zufolge sind allerdings Geheimkommandos der westlichen Unterstützerstaaten in der Ukraine tätig. Sie sollen das ukrainische Militär, das nach wie vor waffentechnisch unterlegen ist, um Ukraine-Krieg unterstützen – mit der Beschaffung von Informationen, bei Waffentransporten sowie beim Training. Insgesamt 20 Staaten sind laut Times-Bericht daran beteiligt.

Kurz nachdem Russland im Februar in die Ukraine einmarschiert war, richtete die Special Forces Group der US-amerikanischen Armee, die vor dem Krieg ukrainische Kommandos auf einem Stützpunkt im Westen des Landes ausgebildet hatte, demnach eine Planungszelle in Deutschland ein, um die militärische Unterstützung für ukrainische Kommandos und andere ukrainische Truppen zu koordinieren. Auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Deutschland unterstützt etwa ein Team der US-Luftwaffe und der Air National Guard mit dem Namen „Grey Wolf“ die ukrainischen Luftstreitkräfte in taktischen und technischen Fragen, erklärte ein US-Militärsprecher.

Geheimkommandos in der Ukraine: „Wir versuchen dabei zu helfen, Lieferungen von Waffen zu bewegen“

Im Mai gab die Armee-Staatssekretärin Christine E. Wormuth bei einer Veranstaltung des Atlantic Council zu nationalen Sicherheit einen Einblick in die Operation der Sondereinsatzzelle: „Wir versuchen dabei zu helfen, die verschiedenen Lieferungen von Waffen zu bewegen.“ Außerdem helfe man mit Informationen, welchen Angriffen Konvois der Ukraine ausgesetzt sein können. Neben Operationen außerhalb der Ukraine sind laut New York Times auch CIA-Offiziere vor Ort. Der größte Teil ihrer Arbeit finde in Kiew statt, wo sie für den Austausch von Geheiminformationen zwischen den USA und der Ukraine verantwortlich sind.

„Während die US-Regierung nicht zugibt, dass die CIA in der Ukraine oder einem anderen Land tätig ist, ist die Anwesenheit der Beamten Russland und anderen Geheimdiensten auf der ganzen Welt durchaus bekannt.“, heißt es in dem Artikel, der sich auf Berichte aktueller und ehemaliger Beamter beruft. Gleichzeitig sollen auch ein paar Dutzend Kommandos aus anderen Nato-Staaten, darunter Großbritannien, Frankreich, Kanada und Litauen, in der Ukraine arbeiten. Sie spielen vor allem bei der Ausbildung und Beratung der ukrainischen Truppen sowie der Organisation von Lieferungen von Waffen eine entscheidende Rolle.

Geheimkommandos im Ukraine-Krieg: Ex-Offizier kritisiert Aktivitäten der CIA

Die Zusammenarbeit und Unterstützung der Nato-Länder sei im Krieg von unschätzbarem Wert, betonte Jason Crow, ein Demokrat aus Colorado, der im Geheimdienst-Komitee sitzt und selbst ehemaliger Army Ranger ist. „Es war entscheidend zu wissen, mit wem man sich in chaotischen Situationen auf dem Schlachtfeld auseinandersetzen und an wen man Waffen liefern kann“, so Crow. Erst kürzlich bedankten sich mehrere ukrainische Befehlshaber bei den Vereinigten Staaten für die aus Satellitenbildern gewonnenen Informationen, die sie auf bereitgestellten Tablet-Computern abrufen können.

Alle aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg im News-Ticker

Gleichzeitig werden laut dem Bericht der New York Times jedoch auch Stimmen laut, welche die Aktivitäten der CIA in der Ukraine kritisieren. Der Geheimdienst sei auf Aufstandsbekämpfung und Terrorismusbekämpfung spezialisiert. Die Ukraine brauche jedoch eine klassische militärische Ausbildung im Umgang mit Raketenartillerie, wie dem so genannten High Mobility Artillery Rocket System (HIMARS). „Wir sprechen hier von einem groß angelegten Kampf“, so Douglas H. Wise, ein ehemaliger stellvertretender Direktor des Verteidigungsnachrichtendienstes und CIA-Offizier. „Wir sprechen von modernen Panzer-gegen-Panzer-Schlachten mit massiven Streitkräften. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die CIA den Ukrainern beibringt, wie man HIMARS abfeuert.“ (tt)

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