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Cessna-Kleinflugzeug in Ostsee gestürzt: Wrack gefunden – keine Black Box an Bord

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Von: Constantin Hoppe, Sophia Lother, Tanja Koch

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Nachdem ein Kleinflugzeug mit vier Insassen in die Ostsee gestürzt ist, sind viele Fragen offen. Eine internationale Rettungsmission ist im Einsatz.

Update vom Donnerstag, 08.09.2022, 11.37 Uhr: Das Wrack des in die Ostsee gestürzten Kleinflugzeugs ist offenbar gefunden worden. Das bestätigte die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) gegenüber Focus Online. Demnach befand sich keine Black Box an Bord, was die Untersuchung der Unfallursache erschwert. Die Cessna 551 war am Sonntag (4. September) mit vier Insassen abgestürzt.

Cessna-Kleinflugzeug in Ostsee gestürzt – keine Hoffnung auf Überlebende

Update von Mittwoch, 07.09.2022, 12.24 Uhr: Nach Einschätzung der lettischen Behörden sind bei dem rätselhaften Absturz eines Privatfliegers über der Ostsee alle vier Insassen ums Leben gekommen. „Es ist nun klar, dass keine Hoffnung mehr besteht, Überlebende zu finden. Denn die gestrigen Funde zeugen davon, dass der Absturz besonders heftig war“, sagte der Leiter des lettischen Seerettungskoordinationszentrums, Peteris Subbota, am Dienstagabend (6. September) im lettischen Fernsehen. „Die Geschwindigkeit zum Zeitpunkt des Aufpralls war sehr hoch und das Flugzeug ist in viele kleine Teile zerbrochen.“

Das von Flightradar24 zur Verfügung gestellte Bild zeigt die Flugbahn einer Cessna 551 vor ihrem Absturz in die Ostsee.
Das von Flightradar24 zur Verfügung gestellte Bild zeigt die Flugbahn einer Cessna 551 vor ihrem Absturz in die Ostsee. © picture alliance/dpa/Flightradar24 | Flightradar24

Bei ihrer Suchaktion auf See hatten die Rettungskräfte zunächst mehrere Wrackteile und Trümmer der verunglückten Maschine aus dem Meer geborgen. Am Dienstag wurde die Suche mit Spezialausrüstung auch unter Wasser fortgesetzt. Am Montagabend wurden vor Einbruch der Dunkelheit auch menschliche Körperteile nahe der Absturzstelle gefunden. Die Identität der Passagiere wurde noch nicht offiziell bestätigt. Die Anlagentechnik-Firma Griesemann aus Wesseling bei Köln hat gegenüber der dpa mitgeteilt, dass es sich bei den vier Vermissten um den Unternehmensgründer Peter Griesemann sowie zwei Familienmitglieder und eine weitere Person handele.

Rätselhafter Absturz über der Ostsee – menschliche Körperteile an der Absturzstelle entdeckt

Update von Dienstag, 06.09.2022, 12.15 Uhr: Lettische Rettungskräfte haben nach dem rätselhaften Absturz eines Flugzeugs in der Ostsee bei ihrer Suche nach Unglückmaschine und Insassen möglicherweise menschliche Körperteile im Meer gefunden. Die Überreste seien am Montagabend in der Ostsee vor Einbruch der Dunkelheit entdeckt worden, sagte die Sprecherin der lettischen Marine, Liva Veita, am Dienstag der lettischen Agentur Leta. Der Chef des lettischen Seerettungskoordinationszentrums, Peteris Subbota, bestätigte im lettischen Radio den Fund, der nach Ventspils gebracht und der Kriminalpolizei zur Untersuchung übergeben worden sei. 

Cessna-Kleinflugzeug über der Ostsee abgestürzt – Rätselhafter Irrflug auf dem Weg von Spanien nach Köln

Erstmeldung von Montag, 05.09.2022: Riga/Köln – Nach dem Absturz eines Privatfliegers über der Ostsee sind weiterhin viele Fragen offen. Die Cessna 551 mit vier Menschen an Bord war am Sonntag (4. September) auf dem Weg vom südspanischen Jerez de la Frontera nach Köln. Unvermittelt änderte sie dann aber aus unbekanntem Grund den Kurs und stürzte schließlich vor der Küste Lettlands ab, wie die lettische Luftfahrtbehörde mitteilte. Zuvor war jeglicher Kontakt zu dem Flieger abgerissen, woraufhin zur Rettung Militärjets losgeschickt wurden.

Die Zeitung „El País“ berichtete unter Berufung auf spanische, mit dem Vorfall vertraute Quellen von einer deutschen Familie, der die Maschine gehört haben soll – einem älteren Mann, seiner Frau, einer Tochter des Paares und einem Mann in deren Alter. Nach Informationen der österreichischen Nachrichtenagentur APA war der Jet in Österreich registriert und auf ein deutsches Unternehmen zugelassen.

Flugzeugabsturz: Cessna hätte in Köln-Bonn landen sollen – „können nur spekulieren“

Die Cessna hatte den schwedischen Luftraum über der Ostsee überflogen, bevor sie kurz vor 20.00 Uhr MESZ vor dem lettischen Hafen Ventspils ins Meer stürzte. Der Flug verlief relativ stetig, dann verlor die Maschine kurz vor der lettischen Küste an Höhe. Dem Leiter der schwedischen Such- und Rettungsmission, Lars Antonsson zufolge stürzte sie ab, „als der Tank leer war“. Eigentlich hätte das Flugzeug am frühen Abend am Flughafen Köln-Bonn landen sollen. Warum die Maschine aber dann vom Kurs abwich, blieb unklar. „Wir haben überhaupt keine Erklärung dafür, wir können nur spekulieren“, sagte Antonsson. „Aber sie waren eindeutig nicht handlungsfähig an Bord.“

Ersten Erkenntnissen zufolge war der Pilot womöglich bewusstlos geworden. Ein Experte für Luftsicherheit, Hans Kjäll, sagte der schwedischen Nachrichtenagentur TT, Druckprobleme könnten dazu geführt haben, dass die Passagiere das Bewusstsein verloren hätten. Gerade in Höhen, in denen Kleinflugzeuge unterwegs seien, könne dies schnell passieren.

Rettungsmission sah niemanden im Cockpit der Cessna – keine sterblichen Überreste gefunden

Am Abend lief eine Rettungsmission mit internationalen Kräften – Boote, Hubschrauber und Kampfjets der Bundeswehr sowie anderer europäischer Länder wie Frankreich, Dänemark und Schweden. Im Luftraum über Frankreich übernahm zunächst eine Rotte der französischen Armee, bevor im deutschen Luftraum eine Rotte aus Neuburg an der Donau und später aus Rostock-Laage aufstieg.

Nach Angaben sowohl der französischen als auch der schwedischen Armee konnten ihre Piloten niemanden im Cockpit der Cessna sehen. Auch die Versuche der Kontaktaufnahme per Funk seien fehlgeschlagen. Der Leiter des lettischen Seerettungskoordinationszentrums sagte im lettischen Fernsehen, es würden Suchaktionen koordiniert und das Gebiet durchkämmt. Sterbliche Überreste wurden zunächst nicht gefunden, wie der Leiter der schwedischen Such- und Rettungsmission, Lars Antonsson, der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. (tk mit afp/dpa)

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