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Straßen in Flüsse verwandelt

Verheerende Sturzfluten in New York: Mehr als 40 Tote, apokalyptische Bilder

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Die Ausläufer des Hurrikans Ida wüten im Nordosten der USA. Mindestens 44 Menschen verlieren ihr Leben.

Update vom Freitag, 03.09.2021, 08.20 Uhr: Bei den Verheerende Sturzfluten in New York und Umgebung sind nach neuen Behördenangaben mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen. Allein aus dem Bundesstaat New Jersey meldeten die Behörden 23 Tote, in New York City starben mindestens 13 Menschen. Bei den meisten der 23 Todesopfer in New Jersey handele es sich um Menschen, die in ihren Fahrzeugen von den Wassermassen überrascht worden seien, sagte Gouverneur Phil Murphy.

Elf der 13 Todesopfer in der Stadt New York starben nach Angaben der Polizei bei Überschwemmungen von Kellergeschossen. Drei Todesopfer wurden aus dem New Yorker Vorort Westchester gemeldet. Im benachbarten Bundesstaat Connecticut starb ein Polizeibeamter. Im Bezirk Montgomery in der Nähe von Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania gab es nach Angaben eines örtlichen Behördenvertreters vier Todesopfer.

„Ich bin 50 Jahre alt und ich habe noch nie so viel Regen gesehen“, sagte Metodija Mihajlov, dessen Restaurant in einem Erdgeschoss in Manhattan überflutet wurde. „Alles ist so seltsam dieses Jahr.“ Der Automechaniker Marcio Rodrigues sagte unter Tränen in seiner überschwemmten Werkstatt im New Yorker Vorort Mamaroneck: „Ich habe das Gefühl, alles verloren zu haben.“

Das Ausmaß der Katastrophe hängt Wissenschaftlern zufolge mit dem Klimawandel zusammen. „Die globale Erwärmung kommt über uns und es wird schlimmer und schlimmer und schlimmer werden, es sei denn, wir tun etwas dagegen“, warnte auch der demokratische US-Senator Chuck Schumer.

Fahrzeuge stehen im Hochwasser auf einer Straße New Yorks.

Hurrikan Ida: Schlimme Bilder aus New York

Update, 14:10 Uhr: Erschreckende Bilder aus dem New Yorker U-Bahn Tunnel: Hurricane Ida sorgte in der Nacht für gewaltige Regenmengen. In der Folge fließen strömende Wassermassen ungehemmt in die „Subways“ hinein. Eine U-Bahn steht komplett unter Wasser. Das Wasser fließt in Häuser hinein, verwandelt Straßen in Flüsse und schwemmt Autos weg. Acht Menschen - darunter ein zweijähriger Junge - sterben in vier unterschiedlichen Überschwemmungen in der Innenstadt.

Update, 11.55 Uhr: Wie schlimm die Situation nach dem Unwetter vom Mittwoch (01.09.2021) in New York tatsächlich ist, lässt sich noch nicht sagen. Schon jetzt aber steht fest, dass bei den schweren Überschwemmungen mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen sind. Das verlautete aus Polizeikreisen der US-Metropole. Die verheerenden Überschwemmungen wurden vom Wirbelsturm Ida ausgelöst, der seit einigen Tagen die US-Küste heimsucht (s. Erstmeldung).

Unterdessen hat ein Tornado im US-Bundesstaat New Jersey mehrere Häuser schwer beschädigt. Auf Videos waren abgedeckte Dächer, zerstörte Fassaden und herumfliegende Trümmerteile zu sehen. Der Tornado habe vor allem den Bezirk Gloucester hart getroffen, berichtete der örtliche Sender 6abc. Zwei Menschen seien dort leicht verletzt worden. In der Ortschaft Kearny sei zudem das Dach eines Postgebäudes eingestürzt, hieß es in anderen Berichten. Ebenfalls in New Jersey starb ein Mann infolge des Unwetters. Er war in der Stadt Passaic in seinem Auto von den Wassermassen überrascht worden und ertrunken, wie Bürgermeister Hector Lora dem Sender CNN sagte.

Gouverneur Phil Murphy, der für New Jersey den Notstand ausrief, sagte den Betroffenen Hilfe beim Wiederaufbau zu. Die Unwetter infolge des Hurrikans Ida hätten auch zu massiven Stromausfällen geführt, schrieb der Gouverneur. Rund 80.000 Haushalte seien bislang betroffen. Weitere Tornados wurden aus dem Bundesstaat Maryland gemeldet.

New York ruft wegen Sturm Ida Notstand aus 

Erstmeldung: New York - So ein Unwetter hat New York noch nicht gesehen. Die Lage ist so schlimm, dass der Bürgermeister sogar den Notstand ausrufen musste. „Wir erleben heute Abend ein historisches Wetterereignis mit Rekordregen in der ganzen Stadt, brutalen Überschwemmungen und gefährlichen Bedingungen auf unseren Straßen“, schrieb Bill de Blasio bei Twitter.

Die Menschen sollten in Häusern Schutz suchen und nicht auf die Straße gehen, um den Rettungskräften die Arbeit zu ermöglichen. „Bleiben Sie weg von der U-Bahn. Halten Sie sich von den Straßen fern. Fahren Sie nicht in dieses schweren Überschwemmungen“, so de Blasio weiter. Etwa 5300 Kunden Haushalte seien ohne Strom. Es blieb zunächst unklar, ob Menschen bei dem Unwetter verletzt wurden oder ums Leben kamen.

Ausläufer von Ida in New York: Nasseste Stunde der Geschichte

Schuld an dem extremen Unwetter in New York sind die Ausläufer des Hurrikans Ida, der zuvor in den US-Bundesstaaten Louisiana und Mississippi schwere Schäden in Milliardenhöhe verursacht hatte. Wie der Nationale Wetterdienst der USA mitteilte, fielen am Mittwoch (01.09.2021) innerhalb von nur einer Stunde im Central Park in Manhattan rund 80 Millimeter Regen.

Damit pulverisierte das Unwetter den bisherigen Rekord, den Tropensturm Henri erst vor gut einer Woche mit 49 Millimeter für 60 Minuten aufgestellt hatte. Insgesamt ist der Sommer 2021 in New York nicht nur sehr heiß und sonnig, sondern auch der regenreichste in der New Yorker Geschichte.

Behörden in New York warnen sogar vor Tornados

Die Behörden in New York und seinem Umland hatten zuvor vor schweren Unwettern, lebensgefährlichen Überflutungen und sogar Tornados gewarnt. Kurze Zeit später ging so viel Regen über der Großstadt nieder, dass Straßen sich in Flüsse verwandelten und Menschen teilweise knietief im Wasser standen. Fast alle U-Bahnlinien mussten den Dienst zwischenzeitlich einstellen - viele Menschen saßen in den Waggons fest.

Ein Video von Unicef-Sprecher Joe English zeigte den Queens Boulevard im gleichnamigen Stadtteil, der so überflutet war, dass Fahrgäste in einem Linienbus auf die Sitze steigen mussten: „Der Queens Boulevard in Maspeth/Corona ist im Moment ein buchstäblicher Fluss. Bus voll durchflutet, mehrere Autos im Wasser stecken geblieben. Absolut verrückt“, schrieb English auf Twitter. Auch in eine U-Bahnstation drang Wasser mit der Kraft einer Springflut ein, wie Bilder zeigten.

Extremwetter in New York bringt Spielplan der US Open durcheinander

Das Extremwetter traf dabei auch die gerade stattfindenden US Open und die deutsche Tennisspielerin Angelique Kerber, deren Spiel verschoben wurde. In das Louis-Armstrong-Stadion, in dem Kerber am Mittwochabend ihr Zweitrundenspiel gegen Anhelina Kalinina aus der Ukraine bestreiten sollte, regnete es trotz Dachs seitlich so stark hinein, dass der Spielbetrieb auf unbestimmte Zeit ausgesetzt werden musste. Auch das Gelände in Flushing Meadows war teilweise überflutet, sodass Tausende Besucher entweder Schutz suchen oder durchs Wasser waten mussten. (cs/dpa)

Rubriklistenbild: © Wang Ying/XinHua/dpa

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