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Jahreswechsel

Das neue Jahr 2022 startet ruhig: „Hier und da ein paar Böller und eine kleine Schlägerei“

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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In vielen Teilen der Welt begrüßen die Menschen das neue Jahr 2022. Wieder war der Silvesterabend anders als vor der Pandemie.

Berlin - Jetzt ist es also da, das neue Jahr 2022. Erneut ein Jahreswechsel, der vielerorts im Zeichen der noch immer die Nachrichtenlage dominierenden Corona-Pandemie steht. Und somit bedeutend ruhiger auffällt als in den Jahren zuvor.

Das australische Sydney, das sich selbst als „Silvesterhauptstadt der Welt“ bezeichnet, begrüßte das Jahr 2022 am Freitag mit seinem berühmten Feuerwerk. Es kamen jedoch auffallend wenige Schaulustige zum Hafen. In Deutschland musste die traditionelle Silvester-Party am Brandenburger Tor in Berlin komplett ohne Publikum auskommen - das ZDF strahlte eine Silvester-Sendung vom Berliner Wahrzeichen ganz ohne Zuschauer aus. Die Polizei musste trotzdem wiederholt Menschenansammlungen von Feiernden am Rande der Veranstaltung auflösen.

Silvesterfeier am Brandenburger Tor - ganz ohne Publikum.

Die Berliner Polizei hatte vor Mitternacht auf Twitter darauf hingewiesen, dass die Fernsehshow „Willkommen 2022“ des ZDF von außen nicht einsehbar sei. Auf der Bühne traten mehrere Musikerinnen und Musiker auf - wegen der Pandemie ohne Publikum. Mit dabei waren unter anderem Bonnie Tyler, Adel Tawil und die Band Glasperlenspiel.

Karl Lauterbach verbreitet ein wenig Optimismus

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) war per Video zugeschaltet und sagte mit Blick auf die Pandemie, für 2022 sehe er „Licht am Ende des Tunnels“. In Deutschland galt für private Silvester-Feiern von Geimpften und Genesenen in der Regel eine Obergrenze von zehn Menschen, bei einer Teilnahme von Ungeimpften waren es höchstens ein Haushalt und zwei weitere Menschen. Feuerwerkskörper durften nicht verkauft und vielerorts auch nicht gezündet werden.

Zwischenfälle mit selbstgebauten Böllern

Eine tödliche Tragödie in Hennef ereignete sich laut Polizei bei einer privaten Silvesterfeier von zehn Leuten. Kurz nach Mitternacht habe es einen sehr lauten Knall gegeben und zwei Männer hätten schwer verletzt am Boden gelegen. Für einen 37-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, ein 39-Jähriger kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik. Ein 23-jähriger Österreicher kam bei der Explosion einer Kugelbombe in der Gemeinde Klausen-Leopoldsdorf ums Leben, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Drei weitere Menschen erlitten Verletzungen.

In Leipzig wurde ein Mann beim Zünden eines vermutlich ebenfalls selbstgebauten Böllers lebensbedrohlich verletzt, wie ein Polizeisprecher sagte. In Berlin mussten alle zwölf bei der Explosion verletzten Menschen zur Behandlung in Kliniken gebracht werden, wie die Feuerwehr am Neujahrsmorgen mitteilte. Der jüngste Verletzte ist laut Feuerwehr ein elfjähriger Junge.

Stuttgart: Polizei setzt Pfefferspray ein

In Stuttgart kam es gegen Mitternacht beim zentralen Schlossplatz zu Auseinandersetzungen zwischen Feierwütigen und der Polizei. Einige aggressive Partygänger hätten die Beamten bedrängt und mit Böllern beworfen. Die Polizei ging nach eigenen Angaben mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Menge vor. Ein Polizist habe ein Knalltrauma erlitten, zwei weitere seien leicht verletzt worden.

Tendenziell blieb es in Deutschland aber eher ruhig: „Hier und da gab es ein paar Böller, hier und da eine kleine Schlägerei. Im Verhältnis zum Anlass war das aber minimal“, sagte ein Polizeisprecher in Hamburg am frühen Neujahrsmorgen. Zu Beginn des Jahres 2022 war es auch im Leipziger Viertel Connewitz laut Polizei verhältnismäßig ruhig - „ruhiger als sonst“. Dort hatte es vor zwei Jahren Ausschreitungen gegeben. Im Berliner Unfallkrankenhaus wurden unter anderem fünf „Bölleropfer mit Verbrennungen und Handverletzungen operativ versorgt“. Zwei Menschen würden behandelt, die sich Körperteile abgesprengt hätten, sagte eine Sprecherin am frühen Morgen.

Silvester in Europa. Viele Partys wurden abgesagt

Manche Straßen in Deutschland wirkten wie leer gefegt. Für viele verwirklichte sich zu Hause im Wohnzimmer der seit Jahrzehnten zu Silvester gesendete TV-Sketch „Dinner for One“ (Abendessen allein), bei dem sich zwei Menschen mit Freunden betrinken, die gar nicht anwesend sind. Diesmal spielten den alten Sketch auch Joko und Klaas bei ProSieben zur besten Sendezeit nach.

Auch in anderen Ländern der Welt wurden viele große Partys und Feuerwerke abgesagt, darunter Festivitäten in Paris und London. In der französischen Hauptstadt war es verboten, auf dem Prachtboulevard Champs-Élysées mit Sekt anzustoßen. Trotzdem versammelte sich dort eine große Menschenmenge. Die Polizei patrouillierte die ganze Nacht auf der Suche nach Menschen ohne Maske. Die meisten wurden nur aufgefordert, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, aber einige, die sich dagegen wehrten, mussten eine Geldstrafe zahlen. Wegen der Pandemie waren allerdings viel weniger Touristen als sonst in der französischen Metropole unterwegs.

In Großbritanniens Hauptstadt London gab es statt Feuerwerks eine Lasershow an der Themse. Im spanischen Madrid konnten auf dem Platz Puerta del Sol um Mitternacht nur etwa halb so viele Menschen wie sonst an der Neujahrstradition des Traubenessens teilnehmen. Zwölf Mal - zu jedem Glockenschlag - steckten sich die rund 7000 Feiernden eine Traube in den Mund.

Anderswo auf der Welt mussten sich die Menschen mit dem Willkommen für das Jahr 2022 noch etwas gedulden: In New York ist es erst um 6.00 Uhr MEZ so weit, um 9.00 Uhr folgt Los Angeles und erst um 11.00 Uhr Honolulu in Hawaii. Bis 13.00 Uhr MEZ am 1. Januar dauert es, bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist. Ganz zum Schluss sind die unbewohnten Eilande Bakerinsel und Howlandinsel im Pazifik dran. (skr mit dpa und afp)

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa

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