Der Film „Cuties“ soll bald auf Netflix erscheinen. Die Vermarktung des Streaming-Dienstes sorgte für einen medialen Aufschrei.
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Der Film „Cuties" soll bald auf Netflix erscheinen. Die Vermarktung des Streaming-Dienstes sorgte für einen medialen Aufschrei.

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Entsetzen über Netflix-Plakat zu „Cuties“: Film soll entfernt werden

  • Sophia Lother
    vonSophia Lother
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Für Entsetzen sorgt das Film-Plakat von Netflix zum prämierten Film „Cuties“. Kritiker fordern, den Film aus dem Online-Angebot des Streaming-Dienstes zu entfernen.

  • Netflix hat mit einem Filmplakat für Furore gesorgt.
  • Eigentlich sollte das Plakat nur den französischen Film „Cuties" bewerben, der bald beim Streaming-Dienst erscheint.
  • Doch die Werbemaßnahmen von Netflix sorgten für einen Aufschrei in den sozialen Netzwerken.

Nachdem Netflix das Film-Plakat zu „Cuties“ (im französischen „Mignonnes“) veröffentlicht hatte, breitete sich schnell pures Entsetzen in den sozialen Netzwerken aus. Die Reaktionen reichten von „widerlich“ bis „Netflix hat hier wirklich versagt“. Doch wie muss ein Film-Plakat aussehen, um einen solchen Skandal zu verursachen, für den sich ein Streaming-Gigant letztlich sogar entschuldigt?

Netflix: Der Streaming-Dienst bewirbt den Film „Cuties" und verursacht einen Skandal

Der Film „Cuties“ der französischen Regisseurin Maïmouna Doucouré ist zwar nicht einfach, aber durch den geschickten Umgang der Regisseurin so skandalträchtig nicht, auch nicht für einen Film auf Netflix. Handelt er doch von der Coming-Of-Age-Geschichte einer Elfjährigen, die sich an ihrer neuen Schule einer Mädchengruppe anschließt. Gemeinsam bereiten sie sich auf einen Tanzwettbewerb vor.

Die Offenheit der Mädchen, das Problem der Hypersexualisierung in ihrer Peer-Gruppe und ihre eigene aufkeimende Weiblichkeit stehen dabei deutlich im Kontrast zu dem konservativen Werten ihrer aus dem Senegal stammenden, muslimischen Familie. Seine Premiere feierte „Cuties“ auf dem Sundance Filmfestival und wurde dort für die Regie ausgezeichnet.

Der Skandal zum Film entzündete sich nicht am Film, sondern an der Vermarktung durch Netflix. Denn auf dem Plakat des Streaming-Dienstes sind die vier Mädchen in knappen Outfits und anzüglichen Posen zu sehen. Damit wird der Film „Cuties“ aus seinem Coming-Of-Age-Zusammenhang gerissen und auf die Sexualisierung elfjähriger Mädchen reduziert.

Das benennen auch viele Twitter Nutzerinnen und Nutzer. So vergleicht einer das originale Filmplakat, mit der Version von Netflix und ergreift Partei für Film und Regisseurin: „Die Regisseurin ist selbst eine Schwarze mit französischen und senegalesischen Wurzeln, die von ihren eigenen Erfahrungen als Immigrantin berichtet und ihre Sicht zur Hypersexualisierung junger Mädchen abgibt.“

Netflix: Streaming-Dienst entschuldigt sich für Filmplakat von „Cuties“

Und ist es nicht geradezu ironisch, dass ein Film, der die Hypersexualisierung junger Mädchen kritisch beleuchtet, beim Marketing eines Streaming-Dienstes wie Netflix genau darauf reduziert wird? Kritiker lobten das Fingerspitzengefühl der Regisseurin beim Umgang mit dem Thema. Viele Nutzerinnen und Nutzer in den sozialen Medien fanden ebenfalls, dass das Plakat den Film nicht richtig wiedergebe. Einige forderten den Streaming-Dienst auf, Stellung zu beziehen und sogar, sich bei der Regisseurin zu entschuldigen. Dem leistete Netflix schließlich auch Folge und twitterte: „Wir entschuldigen die unangemessene Illustration des Filmplakates für „Mignonnes/Cuties“. Es war nicht in Ordnung und es steht auch nicht für den auf dem Sundance prämierten, französischen Film.“

„Cuties“ auf Netflix: Petition will Film nach Skandal komplett von Streaming-Plattform verbannen

Wie viel das dem Film „Cuties“ jetzt noch nützt, ist unklar. Unlängst wurde eine Petition ins Leben gerufen, die fordert, den Film komplett aus der Netflix-Datenbank zu entfernen. Darin wird von einer ekelhaften Sexualisierung kleiner Mädchen gesprochen, und davon dass der Film Pädophile anziehe und kleine Mädchen schlecht beeinflusse. Bereits 150.000 Menschen haben die Petition unterschrieben. Am 9. September soll der Film auch von Deutschland aus auf Netflix zu streamen sein. (Von Sophia Lother)

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