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Nach Flugzeug-Unglück in Nepal: Fast alle Opfer geborgen – Absturz-Ursache weiter unklar

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Von: Helena Gries, Sarah Neumeyer, Nadja Austel, Kilian Bäuml

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In Nepal stürzt ein Flugzeug mit 72 Personen an Bord in der Stadt Pokhara ab. Die Suche nach den Ursachen dauert an. Erste Opfer wurden bestattet.

Update vom 18. Januar, 11.06 Uhr: In Nepal wurden die ersten Todesopfer des Flugzeugabsturzes bestattet. Nach Angaben der Fluggesellschaft seien bislang die Leichen von 71 Menschen gefunden worden. Die Suche nach den Ursachen des Flugzeugabsturzes dauert an. Die Blackbox der verunglückten Maschine soll nun ausgewertet werden.

Rettungskräfte durchsuchen die Absturzstelle im Wrack eines Passagierflugzeugs. Nach dem Flugzeugabsturz in Nepal mit Dutzenden Toten dauert die Suche nach der Ursache des Absturzes an.
Rettungskräfte durchsuchen die Absturzstelle im Wrack eines Passagierflugzeugs. Nach dem Flugzeugabsturz in Nepal mit Dutzenden Toten dauert die Suche nach der Ursache des Absturzes an. © Yunish Gurung/dpa

Flugzeug-Absturz in Nepal: Passagier soll Absturz gefilmt haben

Update vom 16. Januar, 16.52 Uhr: Die Leichen von 69 der 72 Insassen wurden mittlerweile gefunden, die Hoffnung jemanden lebend zu finden schwindet in Nepal. In sozialen Netzwerken kursiert derzeit ein Video, das einer der Passagiere in der abstürzenden Maschine gefilmt haben soll. Es soll als Facebook-Video gestreamt worden sein und die letzten anderthalb Minuten vor dem Absturz zeigen. Zu sehen sind zunächst mehrere lachende Menschen im Flugzeug und ein Blick aus dem Fenster. Der Landeanflug scheint ruhig, dann ist plötzlich nur noch Feuer zu sehen.

Flugzeug in Nepal abgestürzt: Facebook-Stream aus Maschine kurz vor Absturz wohl echt

Laut Faktencheck-Team der dpa stimmt der Flugverlauf, soweit er bei dem Blick aus dem Flugzeugfenster erkennbar ist, mit den behördlichen Angaben überein. dpa hat außerdem einen Mann kontaktiert, dessen Name auf der behördlichen Liste der Kontaktpersonen stand. Er bestätigte, dass einer der Männer im Video sein Freund gewesen sei und die gleiche Kleidung wie vor dem Abflug getragen habe.

Bei Regionalfliegern wie bei der verunglückten Maschine sei es weltweit unüblich, dass man das Mobilnetz während des Fluges benutzen dürfe, sagte der Gründer und Geschäftsführer des Flugunfallbüros Jacdec in Hamburg, Jan-Arwed Richter, der eine Datenbank zu weltweiten Flugzeugunfällen führt. In den 90er-Jahren sei die Handynutzung in Flugzeugen verboten worden, weil es Zwischenfälle gegeben habe, bei denen die Bordelektronik von den Funkwellen der Handys beeinflusst worden sei. Seit den 90er-Jahren seien aber keine Fälle dieser Art gemeldet worden. Bei einigen Fluggesellschaften ist die Nutzung des Mobilfunknetzes während des Fluges inzwischen erlaubt.

Flugzeug-Absturz in Nepal: Blackbox der Maschine gefunden

Update vom Montag, 16. Januar, 13.42 Uhr: Die Hoffnung auf Überlebende des Flugzeugabsturzes in Nepal schwindet weiter. Nun wurde aber die Blackbox gefunden. Außerdem seien inzwischen die Leichen von 69 der 72 Menschen an Bord gefunden worden, sagte der Koordinator der Rettungsarbeiten am Montag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Leichen würden nach der Identifizierung an die Angehörigen übergeben. Die Rettungsarbeiten bei dem Wrack in und um einer 300 Meter tiefen Schlucht in der Stadt Pokhara sowie die Ermittlungen zur Unfallursache dauerten an.

Die Fluggesellschaft Yeti Airlines, für die die Unglücksmaschine im Einsatz war, steht wegen Sicherheitsbedenken auf einer schwarzen Liste der EU. Wegen Sicherheitsbedenken dürfen nepalesische Fluggesellschaften nicht im EU-Luftraum fliegen, die Sicherheitsaufsicht durch die nepalesischen Luftfahrtbehörden ist aus Sicht der Europäischen Union nicht ausreichend.

Update vom Montag, 16. Januar, 11.08 Uhr: Die Hoffnung nach dem Flugzeugabsturz noch Überlebende zu finden, wird immer geringer. „Wir beten für ein Wunder, aber die Hoffnung, jemanden am Leben zu finden, liegt bei Null“, sagte ein hochrangiger Behördenvertreter am Montag. Die Einsatzkräfte arbeiteten bis spät in die Nacht. Von den 72 Passagieren wurden bisher 68 tot geborgen. Die anderen vier Passagiere sollen noch geborgen werden. In Nepal wurde den Opfern mit einer eintägigen Staatstrauer gedacht.

Die Co-Pilotin des Flugzeugs, stand kurz davor selbst Kapitänin zu werden, wie das Magazin India Today berichtet. Sie habe 100 Stunden Flugerfahrung benötigt. Bis zu dem Absturz seien alle Flüge der Co-Pilotin gut verlaufen, heißt es. Das sollte ihr letzter Flug werden, bevor sie die Lizenz als Kapitänin erhält. Laut India Today war sie nur „Sekunden davon entfernt“ die 100 Stunden zu absolvieren, als das Flugzeug abstürzte. Besonders tragisch ist, dass auch ihr Mann vor 16 Jahren bei einem Flugzeugabsturz starb. Er war ebenfalls Co-Pilot bei Yeti-Airlines und stand kurz davor, Flugzeug-Pilot zu werden.

Flugzeug mit 72 Menschen in Nepal abgestürzt: Fast alle Passagiere tot geborgen

+++ 15.25 Uhr: Bei dem Flugzeugabsturz in Nepal kamen laut neuesten Erkenntnissen mindestens 69 Menschen der 72 Passagiere ums Leben. Ihre Leichen wurden an der Absturzstelle mitten in der Stadt Pokhara geborgen, wie die nepalesische Yeti Airlines mitteilte. Die Stadt ist ein beliebter Ausgangspunkt für Trekkingtouren im Himalaya. Es ist eines der schlimmsten Flugzeugunglücke seit Jahren in Nepal .

Die Maschine verunglückte am Morgen auf dem rund eine halbe Stunde dauernden Flug zwischen der Hauptstadt Kathmandu und der zweitgrößten Stadt Pokhara beim Landeanflug, hieß es von der nepalesischen Luftfahrtbehörde. Den letzten Kontakt mit dem Flughafen habe es um 10.50 Uhr Ortszeit gegeben. 

Das Wrack blieb laut Angaben der dpa in einer Schlucht inmitten der Stadt liegen. Hunderte Polizisten und Armeeangehörige kamen bei den Rettungsarbeiten zum Einsatz, sagte ein Polizeisprecher. Laut örtlichen Medien halfen zudem Einheimische beim Löschen des Feuers. Die Ermittlungen zu der Absturzursache dauern an.

Flugzeug mit 72 Menschen in Nepal abgestürzt – Zahl der Toten steigt

+++ 13.39 Uhr: Nach dem Absturz eines Inlandsflugzeugs mit 72 Menschen an Bord sind in Nepal mindestens 68 Leichen geborgen worden. Das teilte die Flughafenbehörde am Sonntag mit. Der Flieger der örtlichen Yeti Airlines verunglückte demnach am Sonntagmorgen auf der Strecke zwischen der Hauptstadt Kathmandu und Pokhara kurz vor der Landung.

Die Rettungsarbeiten und Ermittlungen zur Absturzursache dauerten an. Die Fluggesellschaft Yeti Airlines befindet sich wie andere nepalesische Fluggesellschaften wegen Sicherheitsbedenken auf einer schwarzen Liste der EU für Airlines und darf nicht im europäischen Luftraum fliegen.

Flugzeug mit 72 Menschen in Nepal abgestürzt – keine Informationen zur Ursache

+++ 10.10 Uhr: Bei einem Flugzeugabsturz in Nepal sind laut Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mindestens 40 Menschen gestorben, die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) spricht aktuell von 32 Toten. Laut AP-Informationen stürzte das Flugzeug beim Landeanflug auf einen neu eröffneten Flughafen in Pakhora in eine Schlucht.

Die Rettungskräfte erwarten, weitere Tote zu finden, sagte ein Beamter gegenüber der AP. Sie durchsuchen die Absturzstelle in der Nähe des Seti-Flusses, der weniger als zwei Kilometer vom internationalen Flughafen Pokhara entfernt ist. Zur Ursache des Flugzeugabsturzes ist bislang nichts bekannt. An Bord der ATR 72 der nepalesischen Fluggesellschaft Yeti Airlines befanden sich 68 Passagiere, darunter 15 Ausländer:innen, und vier Besatzungsmitglieder, wie die nepalesische Zivilluftfahrtbehörde in einer Erklärung mitteilte.

Flugzeug mit 72 Menschen in Nepal abgestürzt: Auch ausländische Passagiere an Bord

Update vom Sonntag, 15. Januar, 08.51 Uhr: Nach dem Absturz eines Flugzeugs in der nepalesischen Stadt Pokhara sind 40 Leichen geborgen worden. Das sagte ein Beamter der nepalesischen Luftfahrtbehörde der Nachrichtenagentur Reuters. Videos im lokalen Fernsehen und auf Social Media zeigen dichten schwarzen Rauch, der von der Absturzstelle aufsteigt, während sich Rettungskräfte und Menschenmassen um das Flugzeugwrack versammelten.

An Bord des zweimotorigen Flugzeugs ATR 72, das am Sonntag von Yeti Airlines betrieben wurde, befanden sich 72 Personen, darunter zwei Kleinkinder und vier Besatzungsmitglieder, sagte der Sprecher der Fluggesellschaft gegenüber Reuters. Demnach befanden sich auch ausländische Passagiere an Bord. Darunter fünf Menschen aus Indien, vier aus Russland, zwei Menschen aus Südkorea, sowie jeweils eine Person aus Australien, Frankreich, Irland und Argentinien, sagte ein nepalesischer Flughafenbeamter.

„Flugzeug ist in Stücke gebrochen“: Passagiermaschine mit 72 Menschen in Nepal abgestürzt

Erstmeldung vom Sonntag, 15. Januar: Kathmandu – In der nepalesischen Stadt Pokhara ist ein Passagierflugzeug abgestürzt. An Bord der Maschine der Fluggesellschaft Yeti Airlines seien 68 Passagiere und 4 Crew-Mitglieder gewesen, berichtete die Zeitung Kathmandu Post unter Berufung auf einen Airline-Sprecher.

Mindestens 16 Menschen sind bei dem Flugzeugunglück ums Leben gekommen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf den Armeesprecher Krishna Bhandari. „Das Flugzeug ist in Stücke gebrochen“, so der Sprecher. „Wir erwarten, dass noch mehr Leichen geborgen werden.“

Das Flugzeug stürzte zwischen dem alten und dem neuen Flughafen der Stadt Pokhara in Zentralnepal ab. Das Wrack stand in Flammen. Es werde versucht, das Feuer zu löschen und die Passagiere zu retten, sagte ein örtlicher Beamter. Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sind rund 300 Polizeikräfte und zusätzlich Armeeangehörige für Rettungsarbeiten vor Ort. Das sagte ein Polizeisprecher der dpa am Sonntag (15. Januar).

Flugzeugunglück in Nepal: Maschine mit 72 Personen abgestürzt

Die Sicherheitsstandards in Nepals Luftverkehr sind angesichts unzureichender Ausbildung des Personals und mangelhafter Wartung der Maschinen niedrig. Die Europäische Union hat daher alle nepalesischen Fluggesellschaften aus ihrem Luftraum verbannt. Hinzu kommt, dass sich in dem Himalaya-Staat einige der abgelegensten und schwierigsten Landebahnen befinden. Das Wetter in Nepals Bergen kann schnell umschlagen und gefährliche Flugbedingungen schaffen.

Im vergangenen Mai starben alle 22 Passagiere bei dem Absturz eines Flugzeugs der nepalesischen Fluggesellschaft Tara Air auf dem Weg von Pokhara zum Bergsteiger-Ziel Jomsom, darunter zwei Deutsche. Im März 2018 waren beim Absturz einer Maschine der bangladeschischen Fluggesellschaft US-Bangla in der Nähe des internationalen Flughafens der Hauptstadt Kathmandu 51 Menschen ums Leben gekommen.

Das folgenschwerste Flugzeugunglück in Nepal hatte sich 1992 ereignet. Damals starben 167 Menschen an Bord einer Maschine von Pakistan International Airlines, als diese im Anflug auf den Flughafen Kathmandu abstürzt. (sne/dpa/afp)

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