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SpaceX-Chef Elon Musk kann den nächsten großen Triumph feiern: Sein Raumfahrtunternehmen hat den Nasa-Auftrag für die nächste Mondlandung gewonnen. (Archivbild)
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SpaceX-Chef Elon Musk kann den nächsten großen Triumph feiern: Sein Raumfahrtunternehmen hat den Nasa-Auftrag für die nächste Mondlandung gewonnen. (Archivfoto)

Auftrag über 2,9 Milliarden Dollar

Streit um Nasa-Auftrag für nächste Mondlandung: Elon Musk stichelt – Jeff Bezos „außer sich vor Wut“

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Wer transportiert für die Nasa die nächsten Astronaut:innen zum Mond? SpaceX hat den prestigeträchtigen Auftrag erhalten – doch Blue Origin kämpft weiter.

Frankfurt – Wer darf im Auftrag der Nasa die nächsten Astronaut:innen auf dem Mond landen? Eigentlich hatte die US-Raumfahrtorganisation diese Frage in der vergangenen Woche beantwortet: SpaceX, das private Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, hat den 2,9 Milliarden US-Dollar schweren Auftrag erhalten, die nächste Mondlandefähre zu bauen und damit die nächsten Menschen auf den Mond zu transportieren.

Die Nachricht kam für einige überraschend – und nun wird Kritik aus den Reihen der Konkurrenten um den begehrten Nasa-Auftrag laut: Das Unternehmen Blue Origin, gegründet von Amazon-Chef Jeff Bezos, hat nun Widerspruch gegen die Entscheidung beim US-Rechnungshof GOA (Government Accountability Office) eingereicht. „Die Nasa hat ein fehlerhaftes Vergabeverfahren durchgeführt und die Anforderungen in letzter Minute verändert“, begründet Blue Origin den Widerspruch.

Lukrativer Nasa-Auftrag: Elon Musk und Jeff Bezos kämpfen um Mondlandung

Das Vorgehen der Nasa verhindere Wettbewerb, enge die Angebote ein und gefährde Amerikas Rückkehr zum Mond, heißt es in dem 50-seitigen Dokument von Blue Origin. „Es ist sehr untypisch für die Nasa, solche Fehler zu machen“, erklärte Bob Smith, Geschäftsführer von Blue Origin, gegenüber der „New York Times“. Jeff Bezos sei „außer sich vor Wut“ und sehe es als wichtige Aufgabe, den Nasa-Auftrag zu gewinnen, berichtet ein Raumfahrt-Experte auf Twitter.

Das Unternehmen von Jeff Bezos hatte für die eigene Bewerbung um den Auftrag drei Schwergewichte der US-Raumfahrt um sich geschart und dem Zusammenschluss den Namen „National Team“ gegeben: Lockheed Martin, Northrop Grumman und Draper waren bereits am „Apollo“-Programm der Nasa beteiligt, das 1969 die ersten und 1972 die letzten Menschen zum Mond und zurück beförderte. Ein dritter Mitbewerber um den Nasa-Auftrag war das Rüstungsunternehmen Dynetics, das ebenfalls leer ausging – und ebenfalls Beschwerde beim GOA eingereicht hat.

Mondlande-Vorschlag von Blue Origin und Jeff Bezos erinnert an „Apollo“-Landefähre

Der Vorschlag des „National Team“ unter der Leitung von Blue Origin hatte große Ähnlichkeit mit den Mondlandefähren der „Apollo“-Ära, während der Vorschlag von SpaceX nahezu revolutionär ist: Das Unternehmen von Elon Musk schlug vor, das riesige SpaceX-Raumschiff „Starship“ für die Mondlandung umzurüsten und zu nutzen. Ein Vorteil von SpaceX: Erste Prototypen des „Starship“ sind bereits geflogen – zwar noch nicht ins Weltall, aber immerhin einige Kilometer in die Höhe. Mit der Landung gibt es noch Probleme, doch die Entwicklung geht mit rasantem Tempo voran.

Gleichzeitig ist SpaceX bereits für die Nasa tätig: Gerade erst hat eine Recycling-Rakete des Unternehmens vier Astronaut:innen im Auftrag der Nasa zur ISS transportiert, vier weitere Raumfahrer:innen kehren in einem SpaceX-Raumschiff von dort zurück. Auch reine Frachtflüge zur Internationalen Raumstation führt SpaceX routinemäßig durch.

SpaceXBlue Origin
Gründung6. Mai 20028. September 2000
GründerElon MuskJeff Bezos
HauptsitzHawthorne, Kalifornien, USAKent, Washington, USA
Mitarbeitendeca. 9.5003.500
aktiv genutzte Raumschiffe/RaketenFalcon 9, Falcon Heavy, Crew Dragon, Dragon, (Starship im Test)New Shepard

Elon Musk stichelt gegen Jeff Bezos: Erreicht nicht einmal den Orbit

Bei Blue Origin sieht die Situation etwas anders aus: Die Rakete „New Shephard“ fliegt zwar bei Tests regelmäßig über die 100-Kilometer-Linie ins Weltall und wird auch erfolgreich recyelt – hat jedoch noch nie Menschen transportiert. Außerdem handelt es sich bei den Testflügen nicht um Orbitalflüge, also Flüge, bei denen die Raumkapsel in eine Erdumlaufbahn gebracht wird. Das betont auch SpaceX-Chef Elon Musk in einem Seitenhieb auf Twitter: „Can’t get it up (to orbit)“ schrieb Musk dort zweideutig – zu deutsch: „Bekommt es nicht hoch (in den Orbit)“.

Gegenüber der „Washington Post“ erklärte Elon Musk: „Das Gebot von Blue Origin war einfach viel zu hoch.“ Es sei doppelt so hoch wie das von SpaceX gewesen – „und die Hardware von SpaceX ist weiter fortgeschritten“. Auch zu Jeff Bezos hat Musk eine Meinung: „Ich denke, er muss Blue Origin in Vollzeit leiten, um es erfolgreich zu machen. Ehrlich gesagt hoffe ich, dass er das tut.“

So könnte es aussehen, wenn das „Starship“ von SpaceX Astronaut:innen zum Mond befördert hat. (künstlerische Darstellung)

Der Kampf um den lukrativen Nasa-Auftrag für die nächste Mondlandung dürfte weitergehen – und auch an anderer Front dürften die Streitereien der beiden Raumfahrt-Milliardäre Jeff Bezos und Elon Musk eine Fortsetzung finden: Die Unternehmen Blue Origin und SpaceX streiten sich seit einiger Zeit um Platz für ihre Internet-Satelliten im Erdorbit. (Tanja Banner)

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