Ein Junge vertreibt Wüstenheuschrecken mit einem Stock. Der Osten Afrikas wird von der schwersten Heuschreckenplage seit 25 Jahren heimgesucht.
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Ein Junge vertreibt Wüstenheuschrecken mit einem Stock. Der Osten Afrikas wird von der schwersten Heuschreckenplage seit 25 Jahren heimgesucht.

UN schlägt Alarm

„Beispiellos in ihrer Größe“:  Ostafrika droht Heuschreckenplage in einer neuen Dimension

  • Anna Grösch
    vonAnna Grösch
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Im Osten von Afrika bahnt sich eine Hungersnot an. Schuld sind Heuschrecken und ein Wetterphänomen.

  • Ostafrika wird von riesigen Heuschrecken-Schwärmen heimgesucht
  • Die Insekten hinterlassen Schäden auf Feldern
  • Der Region droht eine Hungersnot

Nairobi/Addis Abeba - Ostafrika droht eine Hungersnot, ausgelöst durch die schlimmste Heuschreckenplage seit Jahrzehnten. Das berichtet die dpa. Seit Monaten fallen Schwärme von Wüstenheuschrecken und Insekten über Teile Äthiopiens, Kenias und Somalias her.  Laut der UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) seien sie „beispiellos in ihrer Größe und ihrem Zerstörungspotenzial“. 

Afrika: Dürre und Überschwemmungen - jetzt auch noch Heuschrecken und Hungersnot

Die armen Regionen sind ohnehin von Dürre und Überschwemmungen betroffen, die Heuschreckenplage könnte zu einer Hungersnot führen. Davor warnte Jasper Mwesigwa, der Analyst beim Klimazentrum der ostafrikanischen Regionalgemeinschaft IGAD ist. Der Ausbruch habe eine „Dimension, die weit über die Norm hinausginge und dir wir seit 25 Jahren nicht gesehen haben“, so Daniele Donati, der stellvertretende Leiter der Abteilung für Notfälle bei der FAO.

Afrika: Heuschrecken werden zur Plage - Hungersnot befürchtet

Einer der Schwärme in Kenia sei rund 2400 Quadratkilometer groß - das ist fast so groß wie das Saarland. Ein einziger Quadratkilometer der Insekten könne an einem Tag so viel Nahrung zu sich nehmen wie 35.000 Menschen. Einer dieser Heuschreckenschwärme könne außerdem bis zu 150 Kilometer am Tag zurücklegen. 

Auch ein Wetterphänomen trägt zu der heiklen Lage bei, es ist das gleiche, das auch in Australien zu den verheerenden Bränden beigetragen hat. Dabei handelt es sich um den Indische-Ozean-Dipol, die natürlich vorkommende Schwankungen der Wassertemperatur hat Ostafrika viel Regen beschert.

Von den Überschwemmungen in der Region sind rund 3,4 Millionen Menschen betroffen, wie das UN-Nothilfebüro (Ocha) mitteilt. Die Nässe hat sehr gute Bedingungen für die Wüstenheuschrecke geschaffen. Die Insekten können sich von der Vegetation ernähren, die feuchte Erde ist ideal für die Reproduktion und die Winde unterstützen die Verbreitung der Heuschrecken, wie Mwesigwa vom IGAD erklärte. „Wäre der Regen nicht so intensiv gewesen, wäre der Ausbruch aus unserer Sicht unterdrückt worden.“

Hungersnot befürchtet: Überschwemmungen und Heuschrecken im Osten von Afrika

In Ostafrika herrscht ohnehin eine große Nahrungsmittelunsicherheit, was die Lage besonders verheerend macht. Ocha zufolge haben dort fast 25,5 Millionen Menschen nicht genug Nahrung. Bewohner kämpfen mit einer schlimmen Dürre, dann mit Überschwemmungen. 

In der Bevölkerung sind viele Menschen Kleinbauern oder hirten, also stark vom Land abhängig. Hinzu kommen Konflikte, wie zum Beispiel in Somalia, wo die Miliz Al-Shabaab Terror verbreitet. 

Ostafrika: Konfliktreiche Region - Angst vor Heuschrecken und Hungersnot

Die Behörden sind mit der Plage überfordert. Laut Mwesigwa seien die Länder auf diese Dimension des Aufbruchs nicht vorbereitet gewesen. Das Sprühen von Pestiziden aus der Luft sei die einzige effektive Maßnahme gegen die Ausbreitung der Heuschrecken in Afrika

Die FAO braucht nach eigenen Angaben 70 Millionen Dollar für die Bekämpfung der Insekten und die Unterstützung der Betroffenen in Kenia, Somalia und Äthiopien. Sollte der Ausbruch nicht unter Kontrolle gebracht werden, könne die Zahl der Heuschrecken bis Juni auf das 500-fache anwachsen, warnte Donati. 

Afrika: Hungersnot und Heuschrecken - unklar wie schlimm es kommt

Das Ausmaß vorherzusagen ist schwierig, aber Heuschrecken richten Schaden an, die ähnlich wie Brände seien, so der Experte. Manche Felder seien nach dem Einfall der Tiere komplett verwüstet, andere dagegen unberührt. Klar ist jedoch: Der März ist die wichtigste Erntezeit in der Region. Die Plage könne "zu einem hundertprozentigen Verlust der Ernte führen", wenn die Heuschrecken angreifen, während die Pflanzen noch jung seien, sagte Mwesigwa.

dpa/agr

Buchautor Stephen Smith über Afrika als einen Kontinent, auf dem 40 Prozent der Menschen jünger als 15 Jahre alt sind. Sie wollen sich nicht mehr von alten Männern regieren lassen und brechen nach Europa auf.

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