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Prinz Harry und Herzogin Meghan.

Royals

Der nächste große Nicht-Skandal

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Geschrei im Königreich: Prinz Harry und Herzogin Meghan wollen Weihnachten in den USA anstatt mit der Queen feiern. Dabei sollte etwas anderes für Empörung sorgen.

Endlich wieder ein Nicht-Skandal. Beinahe vier Wochen schon ist der letzte her und so langsam gingen dem britischen Boulevard die Blickwinkel aus, aus denen sie den Herzog und die Herzogin von Sussex attackieren konnten. Längst war nämlich alles und viel mehr über Prinz Harry und Herzogin Meghan gelästert, gesagt und gegeifert. Jetzt also neues Futter für die gierigen bunten Blätter: Das Paar inklusive Baby Archie werde Weihnachten mit Meghans Mutter in den USA verbringen, anstatt das Fest mit Königin Elizabeth II. und dem royalen Tross auf dem Landsitz Sandringham zu feiern.

Und nun? Geschrei im Königreich. Wehe dem freien Entscheidungswillen eines royalen Mitglieds. Auch wenn die Queen laut Palastmitteilung die Entscheidung der beiden unterstützt, waren sich die strenge Presse und die Königs-Verehrer via soziale Medien darin einig, dass es sich bei dem Schritt um eine Brüskierung der Monarchin handele, dazu seitenlange Ausführungen, Kommentare im Fernsehen und ein enttäuschtes Fußvolk im Netz. Etliche Briten drückten ihr Mitleid mit der „armen Queen“ aus, sei sie doch zuerst Großmutter von Harry – und welche Oma will nicht die Feiertage mit den Angehörigen verbringen?

Geschenkt, dass Prinz William und Herzogin Catherine in der Vergangenheit ebenfalls einmal an Weihnachten bei den Middletons weilten. Nun darf darauf hingewiesen werden, dass die Herzogin und der Herzog von Sussex sich nicht gerade damit zurückhalten, äußerst unköniglich über ihre Schwierigkeiten zu klagen, die das Leben im Palast-Zirkel und die steife Oberlippe der Upperclass angeblich verursachen. Das Problem für viele Briten: Einerseits genießen Meghan und Harry die Vorzüge des royalen Lebens und nutzen diese aus – Mama Diana lässt grüßen. Andererseits stöhnen sie über zu viel Aufmerksamkeit und vor allem prüfende Blicke der Öffentlichkeit – Mama Diana grüßt auch hier. Welchen Weg will das Paar gehen? Derzeit jedenfalls scheinen sich die Sussexes nicht nur mehr und mehr von den Royals zu entfremden, sondern auch von den kritischen Briten. Die Vorzeige-Strahlefamilie des Herzogs und der Herzogin von Cambridge schwebt derweil auf einem Podest über der Insel, auf dem sie angehimmelt wird, während Harry nach dem Bruderzwist die Prügel einsteckt. William lächelt und winkt im Übrigen schön weiter. Was sonst?

Natürlich dürfen einige Kritikpunkte an Meghan und Harry im Kern als berechtigt erachtet werden, der Ton aber klingt zu giftig. Abermals wird überdeutlich in diesem Drama, warum die Windsors am besten ihr eigenes Motto beherzigen sollten: nichts erklären, sich nie beschweren. Dann klatscht auch brav die royale Jubelpresse auf der Insel, die beinahe unterwürfig Ihre Majestät hofiert.

Warum sollten die Medien über den eigentlichen Riesenskandal berichten, wenn sie doch die zugegebenermaßen für die Thronfolge völlig irrelevanten Sussexes als Opfer niederschreiben können? Ein Ablenkungsmanöver. Denn für Wut und Empörung sollte eigentlich sorgen, wie die Royals und vorneweg die Königin weiterhin hinter Prinz Andrew stehen. Der zweite Sohn der Queen soll zusammen mit dem inzwischen toten Milliardär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein eine Minderjährige als Sexsklavin gehalten und die damals 17-Jährige zum Sex gezwungen haben. Nicht bewiesen, schreien die einen. Was muss noch kommen, um Konsequenzen zu ziehen, fragen die anderen.

Reicht nicht schon die Tatsache aus, dass Prinz Andrew Zeit bei und mit seinem Freund in den USA verbracht hat, selbst nachdem Epstein, zu dessen Freunden auch US-Präsident Donald Trump gezählt hatte, bereits als verurteilter Sexualstraftäter seine Haftstrafe abgesessen hatte? Vielleicht wollten die Sussexes ja schlichtweg nicht mit Harrys äußerst fragwürdigem Onkel Weihnachten feiern.

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