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Vielflieger und Freund der einfachen Dinge: US-Präsident Donald Trump verlässt mit Ehefrau Melania die Air Force One.

Boeing 737 Max 8

Albert Einstein als Pilot – nichts für Donald Trump

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Was lernen wir aus den Abstürzen zweier Boeing-Maschinen? Dass Fliegen zu kompliziert für Donald Trump ist.

Nach zwei tragischen Abstürzen von Flugzeugen des Typs Boeing 737 Max 8 innerhalb von nur fünf Monaten ist eine Debatte über die Sicherheit von Maschinen dieser Bauart entbrannt. Zahlreiche Länder wie China, Großbritannien und Deutschland sperrten ihren Luftraum für das Modell des US-amerikanischen Flugzeugbauers.

Dort läuft die Fehlersuche auf Hochtouren. Experten vermuten ein Problem mit der Software namens „Maneuvering Characteristics Augmentation System” (MCAS). Entwickelt von Boeing soll das MCAS die Ausrichtung des Flugzeugs stabilisieren und die Nase der Maschine im Falles eines Strömungsabrisses nach unten drücken. Doch nach jüngsten Untersuchungen seitens des Flugzeugbauers übernahm die Software fälschlicherweise die Kontrolle der Maschine und setzte die Steuerung durch den Piloten außer Kraft. Das könnte ein Grund für den Absturz der beiden Maschinen und für den Tod von fast 350 Menschen gewesen sein. Boeing versprach, bei allen Flugzeugen des Typs 737 Max 8 in den kommenden Wochen ein Update durchzuführen.

Selbstredend ist ein Sicherheitsproblem beim größten Flugzeugbauer der Welt in dessen Heimatland ein Gesprächsthema. Es geht um Gefahren für die US-Bevölkerung, die sich mehr in Flugzeugen von A nach B bewegt als jede andere Gesellschaft auf der Welt. Es geht um Prestige, Geld und um tausende von Arbeitsplätzen in den Boeing-Werken in Everett im Bundesstaat Washington, und anderswo.

Donald Trump hat eine Meinung

Donald Trump, Vielflieger und Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, hat auch eine Meinung dazu, und teilte diese am Dienstag der Weltöffentlichkeit wie gewohnt via Twitter mit. Fliegen sei zu komplex. Man bräuchte ja gar keine Piloten mehr, sondern Computerspezialisten. Und er, der selbst sehr häufig in einer Boeing 747 mit dem Namen Air Force One unterwegs ist, beobachte das in vielen Produkten, die immer komplizierter werden würden. All das passiere unter hohen Kosten und mit sehr wenig Nutzen.

Nun ist das – wenig überraschend – vollkommen falsch. Die Zahl der Todesfälle bei Flugzeugabstürzen sinkt seit den 1970ern konstant und befindet sich 2018 auf einem Rekord-Tiefstand. Das dürfte vor allem an immer komplexeren Flughilfesystemen liegen, die sicherlich nicht perfekt sind und deshalb ständig überprüft und im Fall einer Fehlfunktion überarbeitet werden müssen.

Doch Donald Trumps geringes Interesse an Fakten ist legendär. Ihm geht es um andere Dinge. Er wolle keinen Albert Einstein als Pilot. Alt und simpel sei viel besser, schreibt der 72 Jahre alte Ex-Star einer Reality-Fernsehshow.

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