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Ein alter Mann steht vor einer Meeresküste und blickt in die Kamera.
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Mauro Morandi muss seine Insel nach mehr als 30 Jahren verlassen.

Insel-Eremit wird verdrängt

Nach mehr als 30 Jahren: Italiens Robinson Crusoe muss „seine“ Insel verlassen

  • Zülal Acar
    VonZülal Acar
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Mehr als 30 Jahre lang lebte Mauro Morandi auf der einsamen Insel Budelli. Nun muss er sie zwangsläufig verlassen.

Budelli - Auf einer einsamen Insel vor der Küste Sardiniens, wo der Sand rosafarben ist und die Touristen längst nicht mehr kommen, lebte seit mehr als 30 Jahren Mauro Morandi. Der von vielen als „Italiens Robinson Crusoe“ bezeichnete Eremit war gewissermaßen der Wächter der Insel Budelli.

Er passte auf, dass keine illegalen Touristen auf die Insel zwischen Korsika und Sardinien (*FR berichtete) schwimmen, um den rosafarbenen Sand mitzunehmen, oder den Strand zuzumüllen. Und falls sie doch auftauchten, wies Morandi sie in die Schranken. Morandi landete, genau wie die Romanfigur Robinson Crusoe, einst auf seiner einsamen Insel und blieb.

Er war damals frisch von seiner Frau getrennt und wollte die Welt umsegeln, als er laut theguardian.com die damals noch in Privatbesitz befindliche Insel Budelli wegen einer Bootspanne entdeckte. Schließlich wurde er der Nachfolger des Inselwächters. Seit 1989 lebte er auf Budelli als quasi autarker Selbstversorger und ernährte sich von den Früchten seiner Insel und alles was sie sonst noch hergab.

Hin und wieder brachten ihm Freunde Proviant vom Festland mit. Eine Hütte wurde zu seinem Zuhause. Solarpaneele versorgten ihn stets mit dem nötigen Strom. Die Rente des ehemaligen Lehrers reichte zum Überleben. Morandi fühlte sich wohl, obwohl, oder vielleicht weil es dort nur ihn und die Natur gab. Doch nun muss der inzwischen 82-Jährige gehen - trotz aller Widerstände.

Morandi muss seine Insel verlassen: „Ich habe den Kampf aufgegeben“

Denn lange hat Morandi um Budelli gekämpft. Die Nationalparkverwaltung hatte schon 2016 versucht, den Mann zum Gehen zu animieren. Ihm wurde sogar mit Räumung gedroht und vorgeworfen, er habe seine Steinhütte ohne die notwendigen Genehmigungen baulich verändert. Deswegen soll er jetzt tatsächlich gehen. „Ich habe den Kampf aufgegeben“, sagte er gegenüber The Guardian. „Nach 32 Jahren auf der Insel bin ich traurig sie zu verlassen.“

Der gebürtig aus Modena stammende Mann will jetzt in eine kleine Wohnung in La Maddalena ziehen, ganz in der Nähe seiner ehemaligen Insel. „Mein Leben wird sich nicht besonders verändern, ich werde immer noch das Meer sehen“, so Morandi. Für Budelli wünscht er sich eines: Dass jemand die Insel „so gut beschützen kann, wie ich es getan habe“. *FR ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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