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Lecker: 14 Sorten verführen in diesem Advent zum Naschen.
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Lecker: 14 Sorten verführen in diesem Advent zum Naschen.

DER FR-ADVENTSKALENDER

Mutter und Tochter zwischen Mehlstaub und Schokoduft

  • Astrid Kopp
    VonAstrid Kopp
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Über eine Weihnachtstradition, die 1983 ihren Anfang nahm.

Es war ein Nachmittag im November 1983, als eine Tradition begann, die für meine Mutter und mich bis heute den Beginn der Adventszeit markiert. Ich saß mit einem Klumpen Butterplätzchenteig unter dem Küchentisch auf dem Boden, knetete, drückte platt, stach irgendwas aus, knatschte alles wieder zusammen und klatschte schließlich glücklich einen gräulichen Klumpen klebrigen Teigs auf ein Backblech. Meine Mutter versichert bis heute, sie habe mein erstes Plätzchen tatsächlich gebacken – und nach meiner Bettgehzeit im Mülleimer versenkt.

Dieses Schicksal droht unseren Weihnachtsplätzchen heute zum Glück nicht mehr. Seit nun 38 Jahren verbringen wir einen Tag Mitte November in der Weihnachtsbäckerei. Das Datum liegt immer rund um den Buß- und Bettag, der in meiner Kindheit noch ein Feiertag war.

Weihnachtsrituale

Für die einen ist es die Gans an Heiligabend, für die anderen muss es „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ im Nachmittagsprogramm sein. Wir alle haben bestimmte Geschichten, Filme oder auch Rituale, die zu Weihnachten gehören – und ohne die unsere Adventszeit nur halb so festlich wäre. In diesem Jahr finden Sie im FR-Adventskalender nicht nur die beliebten persönlichen Geschichten, sondern hin und wieder auch Verlosungen. Viel Glück und auf jeden Fall: Frohes Fest! FR

Ausgefallen ist der Backtag nur, als ich im Praxissemester in Prag war – und vergangenes Jahr, als das Risiko neun Stunden gemeinsam in einer kleinen Küche zu sitzen während der Pandemie auf einmal zu groß erschien und ich meine Eltern monatelang nur draußen sah. Aber auch 2020 wurde zumindest eine Sorte gemeinsam gebacken – Butterplätzchen nach dem ursprünglichen Rezept von 1983, die meine Mutter jetzt als Oma mit ihren Enkeln auf unserer Terrasse ausstach.

In diesem Jahr haben wir wieder zu zweit stundenlang mit fünf Backblechen jongliert, kiloweise Butter, Zucker, Mehl und Nüsse verarbeitet und uns unterhalten. Beim monotonen Rollen von Bethmännchen und geduldigen Bestreichen von Zimtsternen ist der hektische Alltag mal ganz fern, dann ist Zeit, sich auszutauschen. Über Belangloses und Wichtiges, über Altes und Neues, über Erlebnisse und Ansichten. Diese Gespräche zwischen Mehlstaub und Schokoladenduft sind es, die die Weihnachtsbäckerei zu meinem wichtigsten Adventsritual machen. Und natürlich die Freude, die unsere Plätzchen jedes Jahr schenken.

Sorgfältig in kleine Tütchen verpackt, werden sie an Familie, Freundinnen und Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen und die Postbotin verteilt. Päckchen gehen nach Berlin und Bielefeld, spätestens ab dem Herbst lassen Bekannte mehr oder minder dezente Hinweise fallen: „Also falls ihr wieder backt… Die Plätzchen sind alle toll, aber um die Spitzbuben haben wir uns vergangenes Jahr gestritten“, heißt es dann und natürlich landen in diesem Jahr von dieser Sorte einige mehr im Tütchen. Bei Mandelfans sehr beliebt waren jahrelang Bethmännchen, die nun aber starke Konkurrenz durch Marzipanwölkchen bekommen.

Wir haben unsere Klassiker, probieren aber in jedem Jahr eine neue Sorte aus. Meistens fällt dafür eine alte weg – doch das kann zu Ärger führen. Mein Vater besteht auf Mini-Nussecken, die beste Freundin auf Zimtschnecken, der Sohn auf Nougat-Glocken, der Mann braucht sein Spritzgebäck, die Tochter ist ein Spitzbubenfan und wir Bäckerinnen selbst? Meine Mutter hängt an den schlichten Haselnussplätzchen, wie sie schon meine Oma immer gebacken hat. Für mich gibt es keine Adventszeit ohne Butterplätzchen, mit ihnen hat schließlich damals alles angefangen.

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