Kanada

Mutmaßliche Mörder tot gefunden

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Unerwartet lange Suche nach flüchtigen Männern in Kanada beendet.

In Kanada ist die Suche nach zwei jungen Männern, denen die Ermordung von drei Menschen vorgeworfen wird, beendet. In einem unwegsamen Gebiet im Norden der Provinz Manitoba entdeckte die Bundespolizei RCMP die Leichen von zwei Männern. „Wir sind zuversichtlich, dass es die Leichen der beiden Verdächtigen sind, nach denen im Zusammenhang mit den Tötungsdelikten in British Columbia gefahndet wurde“, erklärte die RCMP. Endgültige Klarheit über die Identität der beiden tot aufgefundenen Männer und die Todesursache soll eine Autopsie bringen.

Aber bereits jetzt ist sich die stellvertretende Chefin der Bundespolizei, Jane MacLatchy, sicher, dass die mehr als zweiwöchige Suche, die sich quer durch das Land von der Pazifikküste bis in die Prärieprovinz Manitoba zog, beendet ist. Sie wisse, wie schwer diese Zeit für alle Familien gewesen sei, die von den Ereignissen betroffen seien. „Ich hoffe, dass die heutige Mitteilung für die Familien eine Art Abschluss bringt“, sagte sie am Mittwochnachmittag in Winnipeg, der Provinzhauptstadt Manitobas.

Schauplatz der dramatischen Suche nach dem 19-jährigen Kam M. und seinem 18 Jahren alten Freund Bryer S., die in British Columbia drei Menschen getötet haben sollen und dann über Tausende Kilometer flohen, war das Gebiet rund um die etwa 1000 Einwohner große Gemeinde Gillam und die 200 Bewohner zählende Siedlung der indigenen Fox Lake Cree Nation im Norden von Manitoba. Gillam liegt etwa 1000 Kilometer nördlich von Winnipeg. Der Ort ist nur über eine Straße mit dem Süden verbunden. 50 Kilometer nordöstlich der Gemeinde endet diese Straße dann im Busch. Bis zur Hudson Bay sind es von dort nur noch etwa 100 Kilometer.

Anwohner atmen auf

Am vergangenen Freitag waren am Ufer des Nelson River, der in die Hudson Bay mündet, nicht näher bezeichnete Gegenstände gefunden worden, die nach Polizeiangaben „in direktem Zusammenhang mit den Verdächtigten“ stehen. Daraufhin wurden weitere Spezialteams der Bundespolizei in das Sumpf- und Buschgebiet geschickt. Am Mittwochmorgen wurden dann die beiden Leichen entdeckt.

Die beiden jungen Männer sind seit ihrer Kindheit Freunde und lebten in Port Alberni auf der Vancouver-Insel. Vor fast vier Wochen, am 12. Juli, hatten sie Port Alberni verlassen. Nach Angaben ihrer Familien wollten sie in Whitehorse im Yukon-Gebiet eine neue Arbeitsstelle finden, nachdem sie beide in ihrem Wohnort bei Walmart gearbeitet hatten. Drei Tage später, am 15. Juli, wurden im Norden von British Columbia am Alaska-Highway die Leichen des 23 Jahre alten Australiers Lucas F. und seiner 24 Jahre alten US-amerikanischen Freundin Chynna D. und ihr Auto gefunden. Sie wurden, wie die Polizei mitteilte, am 14. oder 15. Juli erschossen.

Einige Tage später wurde der ausgebrannte Wagen der Tatverdächtigen etwa 500 Kilometer entfernt aufgefunden und in der Nähe die Leiche eines Mannes, der später als der 64 Jahre alte Leonard D., ein Lehrbeauftragter für Botanik an der Universität von British Columbia, identifiziert wurde. Schon bald danach stellte die Polizei eine Verbindung zwischen den jungen Männern und den Tötungsdelikten her. Als das Auto, mit dem sie aus British Columbia flohen, brennend in der Nähe von Gillam gefunden wurde, konzentrierte die Polizei ihre Suche auf diese Region.

Die Chancen, dass die Flüchtigen aus der moskitoverseuchten, sumpfigen Region entkommen könnten, wurden als gering eingeschätzt, zumal es nur eine Straße nach Süden und eine Eisenbahnverbindung nach Norden gibt. Aber unerwartet lang zog sich die Suche hin und belastete die Bewohner der beiden kleinen Gemeinden. Nun können sie aufatmen. „Viele von euch lebten in Unsicherheit und Angst“, sagte die RCMP-Kommissarin. Sie dankte auch den Einheiten des kanadischen Militärs, die die Suche unterstützten.

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