Neue Corona-Maßnahmen

Söder mit „bayerischer Strategie“ gegen Corona: Alkoholverbote und Maskenpflicht an Hotspots - Pressekonferenz live

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  • Lukas Rogalla
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Trotz aller Bemühungen ist München weiterhin Corona-Hotspot in Deutschland. CSU-Chef Markus Söder kündigt nun weitere Maßnahmen für ganz Bayern an.

  • Markus Söder spricht um 13.00 Uhr über die Coronavirus-Krise in Bayern.
  • München und Würzburg sind aktuelle Corona-Hotspots in Bayern.
  • Selbst eine generelle Maskenpflicht war wegen der hohen Corona-Infektionszahlen im Gespräch.

+++ 14.25 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

+++ 14.25 Uhr: Von allen Maßnahmen gegen das Coronavirus sei die Maske „die einfachste“, sagt Markus Söder. Er wundert sich, dass sich so viele Menschen wegen eines Stück Stoffs aufregen.

+++ 14.17 Uhr: Markus Söder berichtet von Morddrohungen mit „satanischen“ Zügen, die er von „Hardcore"-Corona-Leugnern erhalten haben soll. Er sei sehr besorgt, dass jemand an den Satan glaube.

+++ 14.14 Uhr: Melanie Huml teilt mit, dass viele der Neuinfektionen in München auf feiernde junge Leute zurückzuführen sind. Man müsse den jungen Leuten beibringen, dass das Coronavirus weiter eine Gefahr ist. Es betreffe nicht nur ältere Leute, sondern auch Menschen mit Vorerkrankungen. Besuchsverbote in Altenheimen seien nicht vorgesehen. Mit einer Maske sei die Ansteckungsgefahr „massiv geringer“, sagt Markus Söder. Mit Alkohol steige der Leichtsinn, näher zusammenzurücken.

+++ 14.09 Uhr: Markus Söder weist einen anwesenden Journalisten zurecht, der bestimmte Corona-Maßnahmen zu Beginn der Pandemie als „menschenunwürdig“ bezeichnete und begründet die Verordnungen mit dem Retten von Menschenleben und der Eindämmung des Virus.

+++ 14.03 Uhr: Huml teilt mit, dass zehn Millionen Corona-Schnelltests von Bayern beschaffen werden. Aiwanger erklärt, dass sich in der Praxis nicht sonderlich viel ändern werde. Für Kommunen mit einem Inzidenzwert von über 50, seien die Maßnahmen dann jedoch schneller umsetzbar. Söder sagt, dass das Coronavirus zu einem Großstadtproblem geworden sei und weist erneut darauf hin, dass die Situation heute das Infektionsgeschehen vor zwei Wochen wiedergebe. Ein Bruch der Quarantäne-Verordnung bedeutet weiterhin ein Bußgeld von 2.000 Euro und soll den Leuten weiterhin zeigen, wie wichtig die Einhaltung ist. Er lobt die Eindämmung des Ausbruchs in Garmisch-Patenkirchen, da nicht die ganze Stadt abgeriegelt worden sei, sondern man die Infektionen zurückverfolgen konnte.

+++ 13.52 Uhr: Söder verweist auf eine Wissenschaftlerin, die behauptet haben soll, dass das Coronavirus ansteckender geworden sei. Er appelliert erneut an die Geduld und die Eigenverantwortung eines jeden und fordert auf, sie auch wahrzunehmen. Die Umsetzung der Corona-Maßnahmen müsse sauber sein. Das Entscheidende sei, die Verhältnismäßigkeit zu prüfen und zu bewahren. Vieles wisse man noch nicht. Dieses Unwissen könne man nicht durch Optimismus oder Leichtsinn ersetzen.

+++ 13.47 Uhr: Die Corona-Maßnahmen in München werden ab Donnerstag gelten. Söder teilt mit, dass die Verordnungen dementsprechend „Stück für Stück“ umgesetzt werden sollen. Er kündigt erneut Bußgelder an, glaubt aber auch, dass es eine Art „Sozialkontrolle“ gebe, wenn jemand ein Geschäft ohne eine Maske betritt. Einen „Schnüffelstaat“ werde es durch Kontrollen nicht geben.

+++ 13.43 Uhr: Auf die Frage eines Journalisten, ob es in den Hotspots zu einem „Flickenteppich“ aus Zonen mit und ohne Maskenpflicht kommen könnte, verweist Söder auf die Kommunen selber. Man gebe nur die Regelungen vor, die die Städte in den Hotspots selber umsetzen. Aiwanger will die Beschilderung an Hotspots, die zum Tragen einer Maske auffordern.

+++ 13.38 Uhr: Huml teilt mit, dass man die junge Bevölkerung zur Vernunft mahnen müsse. Man wolle kein „Spaßverderber" sein, die Regelungen seien aber wichtig, da es vor allem bei privaten Feiern zu vielen Infektionen kam.

+++ 13.36 Uhr: Gesundheitsministerin Melanie Huml spricht das Infektionsgeschehen in Bayern an. Der Großteil der Infektionen sei nicht mehr auf Reiserückkehrer zurückzuführen, sondern „diffuser". Handlungsempfehlungen für die Kommunen sollten nun auch durchgesetzt werden. Sie betont jedoch, dass man Maßnahmen lokal und nicht in ganz Bayern anwenden solle. Die Hälfte der Infizierten sei in der Altersgruppe von 15 bis 34 Jahren. Zwar zeigen die meisten keine Symptome des Coronavirus, allerdings müsste man ihren Zustand längerfristig beobachten. Die Gefahr sei immernoch real. Der Schutz der älteren Bevölkerung in Pflege- und Seniorenheimen müsse besonders gewährleistet sein.

+++ 13.30 Uhr: Aiwanger fordert, die angewandten Konzepte zur Eindämmung des Coronavirus auch zu nutzen und nicht aus Sorge vor einer Infektion zu Hause zu bleiben. In Bayern habe man zudem mehrere Unternehmen, die Schnelltests anbieten. Schnelle Testergebnisse würden noch mehr Möglichkeiten bieten. Gesellschaft und Wirtschaft sollen vor allem verschont werden und trotzdem einen Infektionsschutz bieten.

+++ 13.27 Uhr: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger spricht. Er fordert lokale und „keine pauschalen“ Regelungen. Man müsse sich vor allem auf die Corona-Hotspots, wie derzeit Würzburg und München konzentrieren. Der Großteil Bayerns sei von den hohen Inzidenzwerten dort allerdings nicht betroffen. Kneipen und Restaurants, die gerade erst wieder geöffnet hätten, soll nicht „der Todesstoß“ versetzt werden. „Party-Hotspots“ müssten stattdessen entschärft werden. Technische Schutzmaßnahmen zur Verringerung des Infektionsrisikos sollen gefördert werden. Sogenannte Heizpilze sollen nicht mehr verboten sein. Er appelliert an die Kompetenz der Städte, Gemeinden und Landkreise.

+++ 13.23 Uhr: Markus Söder fordert in ganz Deutschland Geduld. Die Priorität heiße „Wirtschaft, Schule, Kita“. Vergnügen und Spaß sollen hinterher kommen. Man wolle keinem den „Spaß verderben“, sondern diene als „Leitplanken“, nicht als „Stoppschilder“. Deutschland solle nicht den Weg seiner Nachbarländer gehen. Man solle niemanden einsperren, sondern das gesellschaftliche Leben möglichst beibehalten.

+++ 13.19 Uhr: Mit einem „Lüftungsprogramm" von fünfzig Millionen Euro soll die Durchlüftung in Schulen und Kitas verbessert werden. Für den UEFA Supercup am Donnerstag verweist Söder auf die UEFA als Ansprechpartner. Der Ministerpräsident Bayerns kündigt ebenfalls eine zusätzliche Finanzierung des Gesundheitsdienstes und Kontrollen durch die Polizei an. Einen Neujahrsempfang Söders auf traditionelle Weise wird es nicht geben.

+++ 13.16 Uhr: Markus Söder kündigt eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen an. Alkohol verstärke das Infektionsgeschehen, daher werde es nächtliche Alkoholverbote in den schwer betroffenen Städten, wie München und Würzburg, sowie Ausgangssperren geben. Bei Nichteinhaltung drohen heftige Bußgelder. Bei privaten Treffen wird die Anzahl der erlaubten Personen auf maximal fünf und zwei verschiedene Haushalte beschränkt.

+++ 13.13 Uhr: Auch müsse man auf „professionelle Veranstalter“, wie beispielsweise Wirte setzen, die geeignete Konzepte gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben. „Weder Stadt noch Staat“ seien Schuld an einer Infektion. Man müsse nicht nur mit Regeln, sondern mit Vernunft steuern. Tradition und Lebensfreude gehören in Bayern dazu und sind Teil der „bayerischen DNA", sagt Söder. Bei einer 7-Tage-Inzidenz von mindestens 35 bleibt die Maske im Unterricht Pflicht. Bei einem Wert von 50 auch in Grundschulen.

+++ 13.09 Uhr: Die Schule und Arbeit sollen möglichst normal weitergehen. Für den Schutz älterer Leute brauche man mehr Vorsicht der Jüngeren. Die Maßnahmen sollen vor allem regional und lokal angeordnet werden. Schnelles Testen sei wichtig, um festzustellen, ob Ausbrüche kontrollierbar sind oder nicht. Vor allem in München sei das schwer.

+++ 13.05 Uhr: Die Pressekonferenz mit Markus Söder beginnt. Bayerns Ministerpräsident warnt vor einer hohen Zahl junger Infizierter in München. Zwar gebe es keinen großen Anstieg in den Krankenhäusern, jedoch müsse das Coronavirus weiter eingedämmt werden. Es bestehe die Gefahr, dass das Virus zeitversetzt wieder ältere Generationen befällt. Es wird „keine schwedische Strategie“ geben, sondern eine „bayerische“, um einen zweiten „Generallockdown“ zu vermeiden

Corona in München: Pressekonferenz mit Markus Söder

Update vom 22.09.2020, 11.50 Uhr: CSU-Chef Markus Söder will die Maskenpflicht an allen Corona-Hotspots im öffentlichen Raum. Davon wären aktuell neben der Landeshauptstadt Mündchen auch Würzburg betroffen. Als besonders kritisch wird die Lage in München angesehen, weil die hohe Zahl an Coronavirus-Infektionen nicht auf einzelne Ereignisse oder Orte zurückgeführt werden kann. Deshalb besteht die Sorge, dass Infektionsketten nicht mehr nachvollzogen werden können und eine landesweite Ausbreitung möglich ist. Laut Markus Söder soll das Gesundheitsamt daher bei der Nachverfolgung von der Bundeswehr unterstützt werden.

Markus Söder fordert härtere Coronavirus-Maßnahmen für Bayerns Hotspots.

In München betrug die 7-Tage-Inzidenz am Montag 56,13 und in Würzburg 61,78. Die kritische Grenze, ab der über neue Maßnahmen beraten werden solle, ist 50. München hat inzwischen eine Maskenpflicht für stark besuchte Orte angeordnet und Einschränkungen für Gastronomie und private Feiern veranlasst. Markus Söder forderte die Maskenpflicht auch an anderen bayerischen Corona-Hotspots. Zudem schlug regionale Lösungen auch bei Weihnachtsmärkten vor, was bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 50 zu einem Verbot der Märkte führen würde.

Bayerischer Ministerpräsident:Markus Söder
Geboren: 5. Januar 1967 (Alter 53 Jahre), Nürnberg
Größe: 1,94 m
Ehepartnerin:Karin Baumüller (verh. 1999)
Partei:Christlich-Soziale Union in Bayern
Ausbildung:Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (1987–1998)
Eltern:Renate Söder, Max Söder

Markus Söder appellierte ebenfalls an die Fans des FC Bayern München. Diese sollen ihre Reise nach Budapest verschieben. Am Donnerstag, 24. September spielt der FC Bayern München dort im europäischen Supercup gegen den FC Sevilla. Das Spiel findet mit Zuschauern statt. Wer dennoch reist, müsse in Bayern in Quarantäne und würde bei Verstößen gegen diese Pflicht bestraft, sagte Söder. Laut AFP wollen 2.100 Bayern-Fans ins ungarische Budapest reisen.

München verschärft Corona-Regeln - Maskenpflicht fast überall

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) verschärft die Corona-Regeln. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte dies angeregt (Archivbild).

Erstmeldung vom 21.09.2020, 13.40 Uhr: München - In den vergangenen Tagen sind die Corona-Infektionszahlen in München immer weiter angestiegen. Nun reagiert die Stadt darauf und verkündet Einschränkungen für Zusammenkünfte, die Gastronomie und private Feiern. Ab Donnerstag dürfen sich im öffentlichen Raum nur noch fünf Menschen treffen, sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag nach einem städtischen Krisengipfel. Ausnahmen sind demnach, wenn sich zwei Haushalte treffen, die zusammen mehr Menschen umfassen, oder Verwandte in gerader Linie. Also diejenigen, die voneinander abstammen (zum Beispiel Mutter und Tochter).

Reiter sagte, die Idee sei, „dass wir die Zahlen der Menschen, die sich treffen, drastisch reduzieren müssen“. Als weitere Maßnahme gilt künftig für private Feiern wie Geburtstage, Hochzeiten oder auch für Beerdigungen eine Höchstgrenze von 25 Menschen in geschlossenen Räumen und 50 Menschen bei Treffen draußen. Reguläre Veranstaltungen wie Theater oder Konzerte sind von dieser Einschränkung nicht betroffen.

München: Maskenpflicht für stark besuchte Orte wie den Marienplatz und Viktualienmarkt

Außerdem ordnete die Stadt eine Maskenpflicht für stark besuchte Orte wie den Marienplatz und den Viktualienmarkt an. Reiter sagte, es sei auch eine generelle Maskenpflicht im gesamten Stadtgebiet diskutiert worden - diese werde es aber zunächst nicht geben. Die zu den bereits geltenden Beschränkungen hinzukommenden Einschränkungen sollen als Allgemeinverfügung am Mittwoch erlassen werden und dann ab Donnerstag für zunächst sieben Tage gelten.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) verschärft die Corona-Regeln. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte das gefordert. (Archivbild).

Für einzelne Stadtbereiche galt vorher bereits ein nächtliches Alkoholverbot. Reiter sagte, hier habe die Stadt keine weiteren Verschärfungen beschlossen, weil die Entscheidungen des bayerischen Kabinetts am Dienstag zu Themen wie Alkoholverbot oder Sperrzeitverkürzung abgewartet werden sollten.

Corona-Infektionszahlen: Siebentageinzidenz bei 55,9 in München

Seit Ende der Sommerferien vor zwei Wochen stiegen die Infektionszahlen in München stark an, derzeit liegt die Siebentageinzidenz laut Reiter bei 55,9. Das bedeutet, dass es in einer Woche je 100.000 Einwohner rechnerisch 55,9 Neuinfektionen gab. Die Lage in München gilt als besonders besorgniserregend, weil hier kein einzelner Ort wie etwa eine Schule oder ein Fest für den Anstieg verantwortlich gemacht wird, sondern die Infektionen in unterschiedlichen Gruppen auftreten. (mse mit afp)

Rubriklistenbild: © CHRISTOF STACHE/AFP

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