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Mordserie auf Zypern: Taucher suchen in dem künstlichen See in der Nähe des Dorfes Mitsero nach Opfern.

Mordserie auf Zypern

Polizei findet viertes Opfer des mutmaßlichen Serienmörders auf Zypern

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Die Überreste einer Frau lagen in einem Koffer. Soldat gesteht die Tötung von sieben ausländischen Frauen und Mädchen.

Ermittler haben auf Zypern das vierte Opfer eines mutmaßlichen Serienmörders gefunden. Die Überreste einer Frau seien am Sonntag in einem Koffer auf dem Grund eines Baggersees südwestlich der Hauptstadt Nikosia entdeckt worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Verdächtige, ein 35-jähriger Offizier der zyprischen Armee, soll die Tötung von sieben ausländischen Frauen und Kindern eingeräumt haben. Der Koffer enthielt nach Polizeiangaben neben den Überresten der Frau auch einen Zementblock. Nun soll die Identität der Leiche ermittelt werden. 

Die Suche nach weiteren Opfern wurde am Montag fortgesetzt. Da der Fall äußerst komplex ist, haben die Ermittler Hilfe aus Großbritannien angefordert. Die Polizei rechnet nach eigenen Angaben damit, dass sich in dem See ein weiterer Koffer sowie eine Reisetasche befinden.

Mordserie in Zypern: Mehrere Opfer waren seit Monaten vermisst gemeldet

Die Ermittlungen begannen am 14. April, als zwei ausländische Touristen in einer verlassenen Eisenerzmine bei der Ortschaft Mitsero eine gefesselte Frauenleiche entdeckten. Tags darauf wurde die Frau als Mary Rose Tiburcio identifiziert, eine Haushaltshilfe von den Philippinen. Die 39-Jährige war 2018 mit ihrer sechsjährigen Tochter Sierra als vermisst gemeldet worden. Mit dem Fund der Leiche begann auch die Suche nach dem sechsjährigen Mädchen. 

Mordserie auf Zypern: Ein Taucher (l.) und ein Ermittler ziehen den Koffer mit den sterblichen Überresten einer Frau aus dem See.

Vier Tage später nahm die Polizei einen 35 Jahre alten Hauptmann der zyprischen Nationalgarde unter Tatverdacht fest. Er gestand, Tiburcio ermordet zu haben. Zwei Tage nach der Festnahme fanden die Ermittler in der verlassenen Mine eine weitere Frauenleiche. Sie wurde bisher nicht zweifelsfrei identifiziert. Es könnte sich aber um die 28-jährige Philippinerin Arian Palanas Lozano handeln, ebenfalls eine Haushaltshilfe, die seit Juli 2018 vermisst wurde. Der Soldat bestritt zunächst, etwas mit dieser Tat zu tun zu haben, gestand aber in den weiteren Verhören schließlich Morde an fünf Frauen und zwei Mädchen.

Der Mann soll die Opfer über eine Online-Plattform kontaktiert, in seine Wohnung gelockt, dort stranguliert und die Leichen dann in der Mine versteckt haben. Über das Motiv gibt es noch keine Klarheit. Aber dass die Frauenleichen nackt und gefesselt gefunden wurden, deutet auf sexuellen Missbrauch hin.

Mordserie in Zypern: Angehörige erheben schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Nach Hinweisen des mutmaßlichen Serienkillers fanden die Ermittler vergangenen Donnerstag eine weitere, bereits stark verweste Leiche in der Nähe eines Schießplatzes bei der Ortschaft Orounta. Am Freitag setzte die Polizei die Suche nach weiteren Opfern in der Mine fort. Die Sucharbeiten konzentrieren sich auf einen etwa 130 Meter tiefen Schacht, der nach der Aufgabe der Mine Ende der 1960er Jahre von Grundwasser überflutet wurde. Die Polizei setzte Taucher und Unterwasserkameras ein. Auch der See Memi bei der Ortschaft Xyliatos wurde untersucht. Dort wurde nun der Koffer mit der Leiche der noch uniidentifizierten Frau gefunden. Angeblich soll der mutmaßliche Täter dort auch die Leiche der sechsjährigen Sierra versenkt haben.

An diesem Samstag soll der Tatverdächtige dem Haftrichter vorgeführt werden. Derweil versuchen die Fahnder zu klären, ob der 35-Jährige möglicherweise noch weitere Opfer auf dem Gewissen hat. Ein Polizeisprecher sagte im zyprischen Staatsfernsehen RIK: „Wir wissen noch nicht, welches Ausmaß dieser Fall tatsächlich hat.“

Die zyprische Polizei sieht sich unterdessen mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Angehörige der ermordeten Frauen beschuldigen die Polizei, sie sei den Vermisstenanzeigen nie ernsthaft nachgegangen. Eine polizeiinterne Untersuchung soll mögliche Versäumnisse klären. (mit afp)

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