1. Startseite
  2. Panorama

Nach Tankstellen-Mord in Idar-Oberstein: Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Helena Gries

Kommentare

Im Prozess um den tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter im Streit um die Corona-Maskenpflicht vor einem Jahr ist das Urteil gefallen.

Update vom Dienstag, 13. September, 9.22 Uhr: Im Prozess um den tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter im Streit um die Corona-Maskenpflicht ist der Angeklagte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Bad Kreuznach wertete in seinem Urteil am Dienstag (13. September) die Tat als Mord und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Nach Tankstellen-Mord in Idar-Oberstein: Prozess-Urteil wird heute erwartet

Erstmeldung vom Dienstag, 13. September: Bad Kreuznach – Fast ein Jahr nach dem tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) im Streit um die Corona-Maskenpflicht wird an diesem Dienstag (13. September) das Urteil im Prozess verkündet. Die Staatsanwaltschaft hat lebenslange Haft für den Angeklagten gefordert. Die Verteidigung hat den Tatvorwurf des Mordes zurückgewiesen.

Nach dem Tankstellen-Mord in Idar-Oberstein im September 2021 ist heute ein Urteil gefallen. (Archivbild)
Nach dem Tankstellen-Mord in Idar-Oberstein im September 2021 fällt heute das Urteil. (Archivbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Die Anklage wirft dem 50-Jährigen neben Mord an dem 20-jährigen Tankstellenmitarbeiter das unerlaubte Führen der Tatwaffe und den unerlaubten Besitz einer weiteren Schusswaffe vor. Das Landgericht Bad Kreuznach soll außerdem die besondere Schwere der Schuld feststellen. Sollte das Gericht dem folgen, wäre eine Haftentlassung des Angeklagten bei einer Verurteilung zu einer lebenslangen Haft nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, aber in der Praxis so gut wie ausgeschlossen.

Nach Tankstellen-Mord in Idar-Oberstein: Keine Gründe für mildernde Umstände

Nach Schätzung eines Gutachters soll der Angeklagte bei der Tat am 18. September 2021 rund zwei Promille Alkohol im Blut gehabt haben. Die beiden Anwälte des Deutschen plädierten auf Totschlag mit erheblich eingeschränkter Schuldfähigkeit des Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft sehe jedoch keine Gründe für mildernde Umstände. Die Bewertung der Steuerungsfähigkeit wird in dem Urteil eine wichtige Rolle spielen

Der Angeklagte hatte gestanden, sich aus Wut darüber, dass der junge Kassierer ihm ohne Corona-Maske kein Bier verkaufen wollte, zu Hause eine Waffe geholt und bei einem erneuten Besuch in der Tankstelle abgedrückt zu haben. Zudem gab es Videoaufnahmen von der Tat. Für den Revolver hatte er keinen Waffenschein. Strittig blieb dagegen, ob der 50-Jährige aus niedrigen Beweggründen und Heimtücke gehandelt hat und ob eine besondere Schwere der Schuld vorliegt. In seiner letzten Erklärung vor der Urteilsverkündung hatte der 50-Jährige noch einmal betont, wie sehr ihm die Tat leid tue. (hg/dpa)

Auch interessant

Kommentare