Stuttgart

Mord-Anklage nach tödlichem Unfall mit Sportwagen

Knapp vier Monate nach dem Sportwagenunfall mit zwei Toten in Stuttgart hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes gegen den Fahrer erhoben.

Nun wird auch in Baden-Württemberg ein Autofahrer nach einem tödlichen Unfall bei hoher Geschwindigkeit wegen Mordes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat rund vier Monate nach dem Tod zweier Menschen in der Stuttgarter Innenstadt Anklage gegen den 20-Jährigen erhoben. Er soll mit einem PS-starken Mietwagen mit 160 bis 165 Stundenkilometern unterwegs gewesen sein. „Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wäre damit um das Dreifache überschritten worden“, teilte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch mit. Der Fahrer habe den Tod anderer zumindest billigend in Kauf genommen. Zuerst hatten die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“ darüber berichtet.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der 20-Jährige das Gaspedal voll durchgedrückt, um die höchstmögliche Geschwindigkeit des Sportwagens auszutesten. Als er einem anderen Fahrzeug an einer Kreuzung ausweichen wollte, verlor er die Kontrolle über sein Auto mit 550 PS. Anschließend prallte er mit rund 100 bis 110 Stundenkilometern in einen Kleinwagen, so die Anklagebehörde. Dessen 25 Jahre alter Fahrer und seine 22 Jahre alte Beifahrerin starben.

Anfang März hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe erstmals ein Mordurteil gegen einen rücksichtslosen Raser bestätigt. Der Mann hatte 2017 in Hamburg mit einem gestohlenen Taxi einen Menschen getötet und zwei schwer verletzt. Das Landgericht Hamburg verurteilte den zur Tatzeit 24 Jahre alten Mann im Februar 2018 zu lebenslanger Haft.

Das deutschlandweit erste Mordurteil im Februar 2017 hatte der BGH hingegen kassiert. Die Richter sahen den bedingten Tötungsvorsatz bei den beiden Angeklagten nach einem tödlichen Autorennen in der Berliner Innenstadt nicht ausreichend belegt. Im neu aufgerollten Prozess wurden die Männer im März dann erneut wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Diese Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. (dpa)

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