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Bei „Ms. Monopoly“ bekommen die Frauen mehr Geld - und investiert wird in weibliche Erfindungen und Innovationen.

„Ms. Monopoly“

Im neuen Monopoly bekommen Frauen mehr Geld als Männer

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Der Spielmechanismus von Monopoly ist altbekannt. Doch nun stellt eine neue Ausgabe alles auf den Kopf - und bringt ganz nebenbei das Thema Gender Pay Gap an den Spieltisch.

Den Brettspielklassiker Monopoly gibt es seit 1933 und mittlerweile in unzähligen Varianten. Neben der normalen Version, in der Spieler Straßen und Grundstücke kaufen und anschließend an die Mitspieler vermieten, wurden im Laufe der Jahre zahlreiche weitere Editionen veröffentlicht. Es gibt Ausgaben für unterschiedliche Städte (unter anderem Frankfurt), begleitend zu Filmen oder auch den Vintage-Look. Doch eins haben alle Ausgaben bisher gemeinsam: Alle Spieler bekommen zu Beginn den gleichen Geldbetrag und starten so alle mit den gleichen Voraussetzungen ins Spiel.

Doch in der Realität ist das häufig anders - wie jede Frau weiß. Frauen verdienen häufig weniger als Männer und müssen gleichzeitig für viele Dienstleistungen und Produkte mehr bezahlen als Männer. Da kommt die Neuauflage von Monopoly gerade richtig.

Gegen Gender Pay Gap und Co: Bei „Ms. Monopoly“ werden die Frauen bevorzugt

Denn noch bevor das Spiel so richtig begonnen hat, werden die weiblichen Spieler von „Ms. Monopoly“ bevorzugt: Sie erhalten mehr Startkapital als ihre männlichen Spielpartner. Männer bekommen zum Start 1500 Dollar Spielgeld, Frauen 1900 Dollar. Auch beim Zug über „Los“ erhalten Frauen (240 Dollar) mehr Geld als Männer (200 Dollar). Und auch im Spiel selbst sind Frauen überall präsent: Die Spieler kaufen keine Straßen und Grundstücke, sondern bahnbrechende Erfindungen von Frauen. Statt Häuser zu bauen, errichtet man Geschäftszentralen.

„Mit Ms. Monopoly werden sowohl wissenschaftliche Meilensteine als auch Dinge, die den Alltag ganz praktisch erleichtern, gewürdigt“, heißt es in einer Mitteilung von Hasbro. Unter den Dingen, die man in „Ms. Monopoly“ erwerben kann, sind wichtige Erfindungen von Frauen, wie die Solarheizung (Mária Telkes) und die Vorläufertechnologie zum heute unverzichtbaren WLAN (Hedy Lamarr). Auch der Kaffeefilter - eine Erfindung von Melitta Bentz - ist ein Thema in der neuen Version von Monopoly.

„Ms. Monopoly“ fördert mit ihren Investitionen Erfinderinnen und Unternehmerinnen

Die Verpackung von „Ms. Monopoly“ ziert außerdem erstmals eine Frauenfigur statt des Immobilienmoguls „Mr. Monopoly“. „Ms. Monopoly“ soll nach Angaben von Hasbro die Nichte von „Mr. Monopoly“ sein und mit ihren Investitionen vornehmlich Erfinderinnen und Unternehmerinnen fördern.

„Es ist eine gute Möglichkeit für Eltern, ihren Kindern zu erklären, was ihnen passiert ist und was sie erlebt haben“, zitiert „USA Today“ die globale Markenverantwortliche für Monopoly, Jen Boswinkel. Mit der Einführung des Spiels wolle man die vielen Beiträge feiern, „die Frauen für unsere Gesellschaft geleistet haben und weiterhin täglich leisten“.

Monopoly thematisiert das Thema Gender Pay Gap

Und sicherlich wird die neue Version des beliebten Brettspiels auch für die eine oder andere Diskussion unter den Spielern sorgen und mehr Menschen dafür sensibilisieren, dass Frauen heute im Schnitt immer noch weniger verdienen als Männer. Gleichzeitig müssen sie beispielsweise beim Friseur oder in der Reinigung aber auch in der Drogerie meist mehr Geld ausgeben als Männer. Dieses Phänomen wird Gender Pricing genannt.

Der unbereinigte Gender Pay Gap liegt in Deutschland bei 21 Prozent (statistisches Bundesamt 2016). Bereinigt um strukturelle Unterschiede wie die unterschiedliche Berufswahl der Geschlechter, den Beschäftigungsumfang und die Berufserfahrung liegt der Gender Pay Gap in Deutschland immer noch bei sechs Prozent.

Monopoly - ein Spiel begeistert in aller Welt

200 Monopoly-Spieler aus Frankfurt konnten sich bereits vor mehr als zehn Jahren über einen Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde freuen. Sie hatten mit mehreren Tausend Menschen in aller Welt gleichzeitig Monopoly gespielt - und so den Rekord geholt.

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