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„Für ein Glas Champagner fliegt niemand nach Berlin“ - aber vielleicht für ein paar mehr?

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Ich glaub, es geht schon wieder los

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Wieder findet die Fashion Week in Berlin parallel zur Haute Couture in Paris statt, und internationale Einkäufer müssen sich entscheiden.

Das kann doch wohl nicht wahr sein: Die Fashion Week geht mit einer schlechten Nachricht los. Einer alten noch dazu: Wieder findet die Woche, bei der sich deutsche Marken auf Schauen und Messen präsentieren, parallel zur Haute Couture in Paris statt. Das war seit ihrer ersten Ausgabe 2007 immer wieder so. Und wohin die internationalen Einkäufer dann lieber fliegen, kann sich auch der Modelaie denken. Scott Lipinski hat also recht, wenn er mir im Interview „zwei Wochen später“ als simple Lösung nennt – nur weiß der Geschäftsführer des Fashion Council Germany auch, dass es die eine simple Lösung gar nicht gibt. Wie bitter das ist, hat die Szene im März erleben müssen: Da wurde das Ende des Berliner Salons bekanntgegeben, eine Ausstellung der besten Designer des Landes, überaus klug kuratiert. Nur: „Für ein Glas Champagner fliegt niemand nach Berlin“, sagte mir der Chef eines großen Concept Stores neulich im Privatgespräch. Ohnehin brauche die Modewoche also mehr Termine, die Entscheider in die Stadt locken. Gefragt wären da nicht nur große Marken wie Hugo Boss und Adidas, die lieber in New York und London zeigen. Auch jene jungen Berliner, die international gefragt sind, sich aber aus der Modewoche ihrer Stadt raushalten, könnten ordentlich was ändern. Warum das bisher nicht passiert, erfahren Sie in einigen Tagen hier.

Die ganz große Schau muss es ja nicht gleich sein: Wie sinnvoll gerade intimere Events sein können, beweisen schließlich immer mehr Marken – und ich Ihnen morgen an dieser Stelle. Notizen zu den schönsten Schauen werden Sie hier ohnehin die ganze Woche finden. Und dass viele von ihnen ihren Erfolg auch einer Frau zu verdanken haben, ist am Freitag zu erfahren: Chefredakteurin Christiane Arp spricht im Interview über ihre Unterstützung des Nachwuchses und den 40. Geburtstag der deutschen „Vogue“, den sie am Freitagabend in Berlin begießt. Das wird schön - und auch gefährlich: Denn für Samstag steht meine große Rückschau an – in bester Hoffnung, dass ich die Zeilen dann gut zusammenkriege. Denn für einen Champagner mag niemand nach Berlin fliegen. Für ein paar mehr dann vielleicht schon. Und die hat’s bei der „Vogue“ bisher immer gegeben.

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