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Die Temperaturen im pakistanischen Karatschi sind nah an der 50-Grad-Marke, die Springbrunnen eine willkommene Abkühlung.

Hitze

Miteinander, frei und gleich

Wir können eine ganz neue Welt erschaffen, wenn wir die heutige hinter uns lassen.

Nicht für einen Moment weht vom Arabischen Meer her ein kühlender Hauch. Die Hitze lastet nicht nur tagsüber, sie lastet auch nachts über der Stadt. Die Thermometer nähern sich der 50 Grad-Marke. Die Stadt heißt Karatschi und ist ein Land für sich, Pakistans Tor zur Welt, Heimstatt für 20 Millionen Menschen. Auch in diesem Jahr mussten dort wieder Notfallzentren eingerichtet werden, um Menschen zu retten, die unter der Hitze zusammengebrochen sind. 

2015 waren 2000 Tote zu beklagen, in diesem Jahr waren es weniger. In den nächsten Jahren wird ihre Zahl sprunghaft steigen. Die Stadt Karatschi und das Land Pakistan können daran wenig ändern: Die Klimakrise wird global oder sie wird gar nicht bewältigt.

Teil des Problems aber ist, dass die Menschen in Karatschi mit ihrem Hitzetod den Preis einer Produktionsweise zahlen, deren Gewinne andernorts ausgezahlt werden: an andere. 

Klimakrise ist kein Naturphänomen 

Das Weltweit-werden der Welt im Zeitalter der Globalisierung hat den Unterschied zwischen ihrem globalen Süden und ihrem globalen Norden nicht vermindert, sondern vertieft. Umso wichtiger ist es, die einfache Wahrheit auszusprechen, dass die Klimakrise kein Naturphänomen, sondern Folge einer Politik ist, die lieber das Ende der Welt riskiert als das Ende des Kapitalismus und seiner imperialen Lebensweise. Einer Politik, deren Alpha und Omega der Wettbewerbsvorteil der eigenen Unternehmen ist: und der Preisvorteil derer, die sie zu „Verbraucherinnen“ und „Verbrauchern“ macht. 

Ändern wird sich das nur, wenn sich auf der ganzen Welt – im Norden wie im Süden – Menschen finden, die mehr und anderes sein wollen als bloße Weltverbraucher*innen. Die auf die mörderischen Vorteile eines auf den Tod der Anderen rechnenden Wettbewerbs verzichten, weil sie wissen, dass sie im Ausstieg aus dieser Welt eine ganz andere gewinnen werden: die Welt, die alle miteinander teilen können, frei und gleich.

Autor*in engagiert sich bei medico international e.V.

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