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Tom Cruise in Norwegen während der Dreharbeiten zum nächsten Teil „Mission Impossible“-Reihe.

Tom Cruise

Mission: Possible

  • Thomas Borchert
    VonThomas Borchert
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Für Tom Cruise scheint nichts unmöglich: Er dreht die Fortsetzung seiner legendären Actionfilmreihe derzeit in Norwegen – trotz Corona-Restriktionen und politischem Gegenwind aus mehreren Richtungen.

Home Office ist für Actionhelden wie Ethan Hunt keine Option. Und so donnert, hechtet und hüpft sein Darsteller Tom Cruise für „Mission: Impossible 7“ trotz auch in Norwegen steigender Covid-Infektionszahlen durch eine atemberaubende Fjord- und Berglandschaft. Einen Monat lang dreht der 58-Jährige am westlichen Ende Skandinaviens die spektakulären Stunts für sein Kino-Epos und entzückt ganze Heerscharen von ortsansässigen Hobbyfilmerinnen und Hobbyfilmern.

Sie setzen aus der sicheren Ferne ihre Smartphones in Gang, wenn Cruise mit seinem Motorrad auf eine gigantische, eigens für den Film zusammengeschraubte Bergrampe rast, vom nackten Steilfels Helsetkopen 1246 Meter in die Tiefe stürzt und mit dem Fallschirm sicher auf eine saftig grüne Wiese schwebt.

Die große Begeisterung über den trotz näher rückenden Rentenalters offenbar topfitten und mit Corona-Maske geduldig für Selfies zur Verfügung stehenden Hollywoodstars teilen aber nicht alle. Normalbürgerinnen und -bürger in West-Norwegens Großstadt Bergen bekommen gerade wegen kräftig steigender Infektionszahlen neue schmerzhafte Restriktionen verordnet.

Schwer zu erkennen, aber er ist’s tatsächlich: Cruise macht seine Stunts am liebsten selbst.

Versammlungen mit mehr als zehn Personen etwa sind wieder verboten und allen Norwegerinnen und Norwegern wird von Reisen ohne triftigen Grund in die zweitgrößte Stadt ihres Landes abgeraten. Aber Bergen ist nicht Hollywood und Tom Cruise eben ein steinreicher Weltstar.

Als er im Sommer wohl wegen der strengen Einreisebeschränkungen verbreiten ließ, er wünsche direkten Kontakt zu Ministerpräsidentin Erna Solberg, war ihm Kulturminister Abid Raja zu Diensten: „Ich stehe jederzeit bereit.“ Raja verbreitete das folgende Kurz-Telefonat selbst als Video: „Wer ist da? Tom Cruise? Oh mein Gott.“ Er hoffe so sehr, dass seine Regierung „diese Corona-Situation für die Filmcrew lösen kann. Und natürlich für andere.“

Auch habe er selbst schon mal in so einer Felswand gehangen wie Cruise in „Mission: Impossible 6“. Oslo hat indes unter anderem grünes Licht für die Unterbringung der 200 Personen starken Crew auf dem Kreuzfahrtschiff „Fritjof Nansen“ der Reederei Hurtigruten gegeben.

Cruise, auch als Produzent an „Mission: Impossible“ beteiligt, soll dafür laut der britischen „Sun“ aus eigener Tasche 700 000 Dollar hingeblättert haben, um noch teurere Verzögerungen im Drehplan zu umschiffen. Hurtigruten dürfte ihm einen guten Preis gemacht haben, denn das Geschäft liegt infolge der Pandemie still. Die Kreuzfahrtreederei machte erst vor einem Monat Schlagzeilen, als auf der „Roald Amundsen“ 41 Crewmitglieder und 21 Gäste in Tromsø positiv auf das Virus getestet wurden.

Gleich mehrere norwegische Gewerkschaften allerdings stört an diesem Deal zwischen Cruise und Hurtigruten ein ganz anderes Problem. Sie erstatteten kurz vor Beginn der Dreharbeiten in Norwegen Anzeige, weil die Schiffsbesatzung fast ausschließlich aus Filipinos besteht, die laut den Gewerkschaftsinformationen für einen Bruchteil des norwegischen Mindestlohnes arbeiten und für einen längeren Betrieb als Hotelschiff überhaupt keine Arbeits- oder Aufenthaltsgenehmigungen haben sollen.

Norwegens Wirtschaftsministerin Iselin Nybø musste zugeben, dass man da wohl nicht genau genug hingeschaut habe. Die Reederei Hurtigruten beeilte sich mit der Versicherung, dass „natürlich“ norwegische Löhne ausgezahlt würden. Tom Cruise kann derweil weiter seine Stunts ausführen, während in Oslo innenpolitisch gestritten wird. Oppositionssprecher Terje Aaslund von der Arbeiterpartei bringt es halb englisch auf den Punkt: „Es scheint als, sei unsere Regierung starstruck.“

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