Amsterdam

Missgeschick im Cockpit

Versehentlich ausgelöste Entführungswarnung löst Alarm auf dem Flughafen Amsterdam aus.

Ein Fehlalarm auf dem Flughafen Amsterdam-Schiphol am Mittwochabend ist offenbar durch ein Missgeschick im Cockpit verursacht worden. Eine Sprecherin der spanischen Fluggesellschaft Air Europa sagte am Donnerstag: „Der Fehler ist passiert, als der Kapitän der Maschine einem Piloten in der Ausbildung die Funktion der einzelnen Knöpfe erklärte.“ Dabei übermittelte er wohl versehentlich einen Code an die Flugaufsicht, der für eine Entführung stehe. Der Alarm löste auf Schiphol einen massiven Polizeieinsatz aus. Dutzende Flüge verzögerten sich, weil ein Teil des Flughafens gesperrt wurde. Nach zwei Stunden teilte Air Europa dann mit, alles sei ein Irrtum, man bitte um Entschuldigung.

Janis Schmitt von der deutschen Pilotenvereinigung Cockpit erläuterte, Piloten hätten die Möglichkeit, über einen Transponder den Code „7500“ einzugeben. „Damit wird dem Lotsen auf seinem System signalisiert, dass es einen Notfall mit eventuellem Entführungspotenzial gibt.“ Der Lotse löst dann Alarm aus.

Der niederländische Flugexperte Joris Melkert von der Technischen Universität Delft sagte der Zeitung „De Volkskrant“, der Code habe den Vorteil, dass der Pilot ihn heimlich eingeben könne. Sollte er danach durchgeben, dass alles ein Irrtum gewesen sei, werde dies vom Tower und den Behörden meist bewusst ignoriert: „Weil es um einen Auftrag des Entführers gehen könnte. Viele Entführer kennen diese Codes.“ Der Vorfall in Amsterdam zeige aber, dass das Sicherheitssystem schnell und gut funktioniere.

Einer der 27 Passagiere des Fluges UX1094 von Amsterdam nach Madrid berichtete in „De Volkskrant“, die Besatzung samt Kapitän habe anfangs keine Ahnung gehabt, was los gewesen sei. Schließlich seien alle aus der Maschine geleitet und genau überprüft worden. „Danach erzählte uns der Chef der Polizei, dass im Cockpit das Protokoll für eine Entführung aktiviert worden war.“ Später flog die Maschine dann nach Madrid. Der Kapitän habe sich bei allen Fluggästen persönlich entschuldigt. (dpa)

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