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Prozess gegen Pop-Star

R. Kelly: Erster Mann beschuldigt Sänger des Missbrauchs

  • VonLukas Zigo
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Im Missbrauchsprozess gegen R. Kelly sagt erstmals auch ein Mann als Zeuge aus.

New York – Erstmals hat im Missbrauchsprozess um den ehemaligen Pop-Superstar R. Kelly nun auch ein Mann als Zeuge ausgesagt. Der im Prozess unter dem Pseudonym „Louis“ bekannte Mann sagte am Montag (30.08.2021) aus, er habe Kelly erstmals 2006 während seiner Nachtschicht in einem Chicagoer McDonald’s getroffen. Kelly habe ihm dort seine Telefonnummer zugesteckt.

Als der gerade 17-jährige „Louis“ gemeinsam mit seinen Eltern eine von Kellys Partys in dessen Haus besuchte, soll ihn R. Kelly angesprochen haben: „Vielleicht wäre es das Beste, wenn ich einmal komme, um alleine zu feiern.“ Schließlich meinte R. Kelly, „Louis“ könne doch einmal vorbeikommen, in seinem Studio auftreten und sich ein paar Tipps der Industrie abholen.

Als er Kelly später in dessen Haus getroffen habe, habe der Sänger ihn in seine Garage geführt und dort sexuell missbraucht. „Er fragte mich, was ich bereit sei, für die Musik zu tun“, sagte der Zeuge. Anschließend habe er Louis aufgefordert, das Geschehene für sich zu behalten. „Wir sind jetzt eine Familie, Brüder“, habe Kelly gesagt. Spätere sexuelle Handlungen habe Kelly per Video aufgezeichnet.

R. Kelly wird Missbrauch vorgeworfen – Zeuge sagt aus

„Louis“ nahm die Einladung, R. Kelly bei seiner Musik zu unterstützen, gerne an. Als er sich alleine mit R. Kelly in dessen Haus befand, habe der Sänger ihn gefragt, was er für die Musik zu tun bereit sei. „Louis“ antwortete: „Ich werde deine Taschen tragen - alles, was du brauchst, ich bin gewillt, es zu tun.“

Eine Gerichtszeichnung zeigt den Angeklagten R. Kelly.

„Das ist es nicht. Das ist es nicht“, habe Kelly geantwortet, bevor er ihn fragte, ob er je von Sex mit Männern fantasiert habe. Weiter sagte „Louis“ aus, Kelly habe sich daraufhin hingekniet und oralen Sex an ihm ausgeübt, obwohl „er das nicht gemocht habe“. Er habe Kelly aufgefordert, damit aufzuhören - doch ohne Erfolg.

R. Kelly droht Opfer: „Wir sind jetzt Familie, Brüder“

Laut der Aussage des Zeugen hat R. Kelly ihn nach dem Missbrauch angewiesen, nichts zu verraten: „Er sagte mir, dass es (das Geschehene) zwischen mir und ihm bleiben solle“. Und weiter: „Wir sind jetzt Familie, Brüder.“ Spätere Vorfälle habe R. Kelly auf Video aufgenommen.

Des Weiteren sagte „Louis“ aus, der R‘n‘B Superstar habe darum gebeten, „Daddy“ genannt zu werden. Diese Aussage deckt sich mit vielen Aussagen von Frauen, die R. Kelly Sexualstraftaten vorwerfen. In der Anklageschrift tritt „Louis“ allerdings nicht als mutmaßliches Opfer auf, sondern ist lediglich einer der Zeugen der Staatsanwaltschaft.

„Louis“ selbst hat mit der Staatsanwaltschaft einen Deal ausgearbeitet. Er war im Februar 2021 wegen Bestechung verurteilt worden. Einer möglichen Zeugin gegen R. Kelly hatte er Geld angeboten, in der Hoffnung, sie würde nicht mit der Bundesanwaltschaft kooperieren, so „Louis“. Nach eigenen Angaben hatte „Louis“ Sorge, die Frau könne im Besitz von Missbrauchsaufnahmen von ihm und Kelly sein, die so in die Öffentlichkeit geraten könnten.

Ex Pop-Star R.Kelly (54) bestreitet weiterhin alle Vorwürfe

Der Prozess gegen den Musiker begann bereits Mitte August in den USA. Gegen R. Kelly laufen Verfahren unter anderem wegen sexuellem Missbrauch Minderjähriger, Entführung und Bestechung in den Jahren 1994 bis 2018.

Der 54-Jährige weist alle Vorwürfe zurück und hat auf nicht schuldig plädiert. Eine Jury aus zwölf Geschworenen, sieben Männer und fünf Frauen, wird über R. Kellys Schicksal entscheiden. Wird er in allen Punkten schuldig gesprochen, droht dem Sänger eine Haftstrafe von zehn Jahren bis lebenslang. Noch immer wirft R. Kelly seinen Kritiker:innen vor, lediglich eine Rufmord-Kampagne gegen ihn zu führen. (Lukas Zigo)

Rubriklistenbild: © Elizabeth Williams/dpa/AP

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