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Rechtsanwalt Roman von Alvensleben vertritt eine heute Zehnjährige aus Bad Pyrmont.

Missbrauch von Lügde

Opfer-Anwalt schockiert über Jugendamts-Akten

Roman von Alvensleben über die neuen Details im Fall des tausendfachen Kindesmissbrauchs in Lügde: „Es ist eine gruselige Situation.“

Der Opfer-Anwalt Roman von Alvensleben ist schockiert über die neuen Details aus den offengelegten Jugendamts-Akten im Fall des tausendfachen Kindesmissbrauchs in Lügde. „Es ist eine gruselige Situation“, sagte der Hamelner Jurist der Deutschen Presse-Agentur. In den Akten tauche sogar das Wort Pädophilie auf. „Das Jugendamt hat den primären Auftrag, Kinder zu schützen“, betonte er. Hier seien offensichtlich Amtspflichten verletzt worden.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont hatte trotz mehrfacher Hinweise auf Pädophilie und sexuell übergriffiges Verhalten einem Campingplatz-Bewohner Anfang 2017 die Pflegschaft für ein kleines Mädchen übertragen. Der Mann soll das Kind selbst missbraucht sowie ausgenutzt haben, um andere Opfer anzulocken. Der Ende 2018 festgenommene 56-Jährige gilt als Hauptverdächtiger in dem monströsen Fall von sexuellem Kindesmissbrauch und Kinderpornografie.

Von Alvensleben vertritt eine heute Zehnjährige aus Bad Pyrmont. Seine Mandantin sei im Sommer 2018 Opfer geworden, sagte der Anwalt. Ihr hätte das Leid erspart bleiben können, wenn die Behörden ordentlich gearbeitet hätten, so der Jurist. Er erhielt bereits Anrufe von Eltern anderer Opfer, die sich der geplanten Klage auf Schadenersatz und Schmerzensgeld anschließen wollen. Hamelns Landrat Tjark Bartels muss sich an diesem Donnerstag Fragen der Abgeordneten im Sozialausschuss des niedersächsischen Landtags stellen. (dpa)

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